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Weniger Kosten, weniger Gewicht, mehr Integrationsfähigkeit

Wie Aluminium-Leichtbau bei komplexen Kabinenstrukturen punktet

Für die Kubota Corporation wurde bereits 2014 ein Projekt in Aluminium-Bauweise realisiert.

Sibiu/Rumänien (ABZ). – Wer nur auf Festigkeit Wert legt, hohe Stückzahlen braucht und keine ausgefeilten Strukturen benötigt, ist mit Stahl besser beraten. Doch für sämtliche Kabinen, die komplex aufgebaut sind und eine hohe Variantenvielfalt benötigen, ist Aluminium unschlagbar. "30 % weniger Gewicht, Investitionen in Werkzeuge und Betriebsmittel um den Faktor 10 geringer, deutlich mehr Gestaltungsspielraum – die Vorteile gegenüber Stahl sind klar", erklärt Uwe Rastel, Leiter Engineering bei Fritzmeier CABS. "Daher setzen wir mit unserem Werk in Rumänien bei passenden Projekten voll auf den Leichtbau." Den Erfolg dieser Strategie bestätigen auch Kunden wie die Kubota Corporation, für die bereits 2014 ein Projekt in Aluminium-Bauweise realisiert wurde. Fritzmeier CABS ist Erstausrüster für Hersteller von Off-Highway- und Nutzfahrzeugen und fertigt Komplettkabinen, Verkleidungsteile und Systembaugruppen. Sicherheit, Ergonomie und Komfort sowie Wirtschaftlichkeit und Integrationsfähigkeiten sind die zentralen Kundenmehrwerte, an denen Entwicklung und Fertigung ausgerichtet sind. Seit vielen Jahrzehnten ist das global agierende Unternehmen mit mehreren Fertigungsstandorten in Europa, einem Joint Venture in Indien und Kooperationspartnern rund um den Globus zentraler Player für Kabinen von Baumaschinen, Flurförderzeugen und Landmaschinen.

Aluminium-Bauweise verbindet Wirtschaftlichkeit, Flexibilität und Sicherheit. Hersteller im Off-Highway-Bereich stehen meist unter hohem Kostendruck. Daher spielt es eine große Rolle, Kabinenprojekte wirtschaftlich umzusetzen. "Wir bieten am jeweiligen Produkt und den geplanten Stückzahlen ausgerichtete Lösungen", so Uwe Rastel.

"Aluminium schafft die Möglichkeit, Profile für jede Applikation neu zu gestalten. Die Werkzeugkosten für ein neugestaltetes Profil belaufen sich dabei auf etwa 2000 Euro, wogegen es bei Stahl um die 50 000 Euro sind." Auch in der Verarbeitung – beim Biegen, Fräsen und Beschneiden – ist Aluminium leichter und deutlich günstiger zu bearbeiten. "Wir haben selbst bei Stückzahlen durch die geringen Werkzeugkosten und die kurzen Umsetzungszeiten für die Extrusions-Matrizen die Flexibilität, verschiedenste Profile zu realisieren. Dabei ermöglicht der Alu-Extrusions-Prozess die Herstellung von Profilen mit hoher Genauigkeit, unterschiedlichen Wandstärken und mehreren Kammern. Das Walzen eines neuen Stahlprofils dagegen ist ein sehr aufwändiger Prozess, der sich nur für hohe Stückzahlen lohnt."

Während bei Stahl bspw. die Führungsschiene für ein Fenster in der Kabinentür extra eingebaut werden muss, kann sie in eine Aluminiumtür direkt integriert werden. Die Kostenersparnis beläuft sich dabei auf 30 bis 50 Euro pro Tür. Neben Wirtschaftlichkeit und Flexibilität ist im Kabinenbau Sicherheit ein Kernthema. Zwar ist Aluminium in puncto Zugfestigkeit nur halb so stark wie Stahl, doch durch intelligente Entwicklungslösungen lässt sich dieser Nachteil ausgleichen. "Wir arbeiten mit Mehrkammrigkeit, ziehen also in die Profile Stege ein. Dadurch kann das Aluminium viel mehr Verformungsenergie aufnehmen, so dass sich normgerechte Sicherheitsstrukturen umsetzen lassen."

Vor zwölf Jahren hat Fritzmeier bereits seinen Standort für den Aluminium-Kabinenbau eröffnet. Heute arbeiten dort 350 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 20 Mio. Euro pro Jahr erwirtschaften. Unter anderem wurde in Sibiu ein Kabinenprojekt für die Kubota Corporation realisiert. Joachim Stein, dortiger Leiter Produktsupport Baumaschinen, resümiert: "Fritzmeier ist bereits seit vielen Jahren unser Lieferant, im Sommer 2014 haben wir uns erstmals entschlossen, eine Kabine aus Aluminium fertigen zu lassen. Die Gewichtsreduzierung und Systemintegration waren für die Entscheidung klare Vorteile, die wir für das neue Maschinenmodell nutzen wollten. Fritzmeier hat dank seiner hohen Aluminium-Leichtbauexpertise das Projekt hervorragend umgesetzt. So ergänzt die Kabine unser innovatives Maschinendesign um ein weiteres, zukunftsweisendes Produkt."

Fritzmeier Engineering gehört zum Fritzmeier-Gruppenverbund mit Sitz in Großhelfendorf (Landkreis München). Als führender Hersteller von Baumaschinen und Flurförderzeugen fertigt das Unternehmen Kabinen und Metall-Systemteile, stellt komplette Kunststoff-Baugruppen her, entwickelt Vorrichtungen, Werkzeuge und Sondermaschinen nach Maß und bietet Systeme für das Dünge-Management an. Dazu nutzt Fritzmeier die jahrzehntelange Erfahrung aus seinen vier Unternehmensbereichen Cabs, Kunststoff, Technologie und Umwelttechnik.

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