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Wettbewerbsfähigkeit steigern

TRBS und Digitalisierung: Mehr Chance als Risiko

Von Thomas W. Köhler

Biblis. – Das "Branchen-Thema des Jahres 2019", die TRBS 2121, überschneidet sich beim Punkt Dokumentation (Übergabe an den Gerüstnutzer) mit dem ebenfalls aktuellen Thema der Digitalisierung im Handwerk und trifft jeden Betrieb bzw. jeden Unternehmer der Branche.

Beide Themenfelder haben die Gemeinsamkeit, dass sie massiv in die Prozessabläufe der Betriebe eingreifen, Organisationsveränderungen und Investitionskosten nach sich ziehen und die Wettbewerbsfähigkeit beeinflussen. V. a. aber stellen sie sowohl Mitarbeiter als auch Unternehmer in ihrer Veränderungsbereitschaft vor Herausforderungen. Dabei scheint es bei der praktischen Umsetzung Unterschiede zu geben, die in der Betriebsgröße, der Branche bzw. in der Ausrichtung auf Gewerbe- oder Endkunden liegen.

Die gute Nachricht: Eine Umfrage des Handwerk-Magazins zusammen mit DATEV kommt 2018 zu dem Schluss, dass die Handwerksbetriebe neben den Herausforderungen auch die Chancen der Digitalisierung erkannt haben.

Dabei gelten v. a. kleine Betriebe (bis fünf Mitarbeiter) als "early adopters" und Handwerksbetriebe mit einer Ausrichtung auf Privatkunden führen das Ranking bei web-basierten Lösungen für Einkauf (81 %), Rechnungsstellung (66 %) und Personalführung (38 %) an. Erst auf Platz 5 folgen Betriebe mit gewerblichem Fokus, das Bauhauptgewerbe landet auf Platz 6.

In den Kategorien Planung, Auftragserfüllung und Warenwirtschaft wiederum sieht es anders aus, wie die nebenstehende Tabelle zeigt. Interessant ist dabei, dass gerade bei "technischen" Themen – wie Planung und Auftragserfüllung – max. die Hälfte der Betriebe auf der Höhe der Zeit sind. Da ist auch bei den größeren Betrieben noch "Luft nach oben". V. a. bei Betrieben, die sich als Zulieferer der Industrie oder der öffentlichen Hand nach deren Vorgaben zu richten haben. Das deutet u. a. auch auf einen Investitionsstau hin, denn gerade in den genannten Bereichen sind EDV-Systeme teuer und deren Implementierung ziehen erhebliche Schulungs- und Implementierungskosten nach sich.

Wir, die IHZ GmbH, und unsere Netzwerkpartner beraten branchenübergreifend mittelständische Unternehmen bei Prozessoptimierung und Nachfolgeregelungen. Unserer Erfahrung nach sind Digitalisierungsthemen in Unternehmen ein ähnliches Szenario wie beim Wachstum durch Zukauf oder am Ende auch bei der Nachfolgeregelung: Es geht immer um den sinnvollen Einsatz der Ressourcen Zeit und Geld – und um die Frage, welche Mitarbeiter und Führungskräfte offen für Veränderungen sind. Aktuell liegt unserer Auffassung nach genau bei diesen Themenfeldern die größte Chance auf Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit einerseits und Attraktivität als Arbeitgeber andererseits.

Gerade bei "technischen" Themen – wie Planung und Auftragserfüllung – sind max. die Hälfte der Betriebe auf der Höhe der Zeit.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 29/2019.

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