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Wettlauf gegen die Zeit

Teilbarer Derrick-Ballast ermöglicht frühere Fertigstellung von Bahntrasse

Los geht`s: Die neue Bogenbrücke ragt weit über das Widerlager hinaus, als der Liebherr-Raupenkran die 242 t Last übernimmt.

Thüringen (ABZ). – Bauarbeiten an Eisenbahn-Strecken, die eine zeitlich befristete Vollsperrung des Bahnverkehrs erforderlich machen, haben meistens eines gemeinsam: hohen Zeitdruck. Schließlich sollen pünktlich nach Ende der geplanten Streckensperrung die ersten Züge wieder rollen. Das Einsetzen einer gewaltigen Stahlbrücke über eine Eisenbahntrasse im Altenburger Land (Thüringen) konnte nun schneller durchgeführt werden als geplant: Das teilbare Ballast-System VarioTray des verwendeten Raupenkrans LR 1750/2 sparte rund eineinhalb Stunden im Vergleich zum herkömmlichen Schwebeballast. Der Hub einer mehr als 240 t schweren Bogenbrücke in der kleinen thüringischen Gemeinde Nobitz, rd. 40 km südlich von Leipzig, war wie geschaffen für den Einsatz dieses cleveren Ballast-Systems für Liebherr-Raupenkrane. Aufgrund der Verringerung der Ausladung während des Hubes von anfänglich 32 auf 18 m musste der Kran seine Gegengewichte am Derrick-Ausleger stark reduzieren. Anstatt nun, wie bislang üblich, mit einem Rüstkran die Ballastblöcke zeitraubend zu entfernen, wurde ein Großteil des Schwebeballastes einfach ausgebolzt und abgekoppelt – ein Aufwand von nur einigen Minuten. Lediglich der mittlere Stapel der insgesamt 340 t schweren Ballast-Palette verblieb bis zum finalen Absetzen der Last als Gegengewicht am Derrick-Ausleger.

Fürs Archiv: Einsatzleiter Peter Drabsch dokumentiert den Einsatz des VarioTray-Systems von Liebherr.

Rd. 20 t schwerer als geplant war die Brücke. Souverän hatte Peter Drabsch, Einsatzleiter des Kranbetreibers, der Maxikraft Kran- und Schwerlastlogistik mit Kranfahrer Ralf Ludwig diesen Umstand gemeistert. Sie verstellten den Derrick-Radius des Schwebeballasts von 18 auf 20 m und konnten dadurch das Mehrgewicht problemlos kompensieren. Zusammen mit Hakenflasche, Anschlagmittel und Traverse hatte der Liebherr-Raupenkran beim Einsetzen dieser Stahlbrücke eine Bruttolast von 249 t zu meistern.

Der niederländische Schwerlast- und Transportlogistiker Wagenborg-Nedlift war für die Brückenmontage zuständig und hatte den Raupenkran von Maxikraft angemietet. Die Niederländer waren zudem für den Transport der Bogenbrücke vom Montageplatz bis zum Widerlager am Brückenbauwerk verantwortlich. Zu diesem Zweck kamen mehrere Selbstfahrer zum Einsatz. Wagenborgs Projektleiter Bart van den Belt zeigte sich nach erfolgtem Brückenhub begeistert von den Vorteilen des VarioTray-Systems: "Dieses Feature ist super! Hier wäre ein Hilfskran ziemlich lange beschäftigt gewesen. Dank VarioTray haben wir viel Zeit gespart."

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