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Wider die Vergänglichkeit

Springbrunnen in Berlin erhält durch Flüssigkunststoff Verjüngungskur

Um die Verjüngungskur des bei der Bevölkerung sehr beliebten Springbrunnens erfolgreich durchzuführen, wurde eine Bestandsanalyse vorgenommen, ein Sanierungskonzept entwickelt und im September 2020 mit den Arbeiten begonnen.

Berlin (ABZ). – Die Suche nach der Quelle ewiger Jugend ist so alt wie die Menschheit selbst. Frühes Zeugnis geben zum Beispiel historische Aufzeichnungen syrischer Literatur. Aber auch in der Biographie Alexander des Großen sind Hinweise auf die mögliche Existenz eines Jungbrunnens enthalten.

Knappe 2240 Jahre später schickten sich Fachleute der Berliner Detzner Dachbau GmbH gemeinsam mit Andreas Walzel (Fachberater im technischen Außendienst des Düsseldorfer Enke-Werks) an, die Suche fortzusetzen. Dabei beschritten sie völlig neue Wege. Ihr Ziel war es nicht die Quelle ewigen Lebens zu entdecken, sondern einen Weg zu finden, das Wasser eines Berliner Springbrunnens dauerhaft im Brunnenbecken zu halten und dieses somit zu verjüngen.

Am Prager Platz, wo normalerweise eine Wasserfontäne bis zu 7 m in die Höhe schießt, bot sich noch bis vor kurzem ein trauriger Anblick. Das 1986 im Zuge der Neugestaltung des Platzes errichtete steinerne Brunnenbecken war leer und trocken.

An Seitenwänden und Bodenfläche hatten die Zeichen der Zeit sichtbare Spuren hinterlassen. Im vorigen Jahr traten plötzlich große Risse an der Brunnenschale auf.

Zeitweilig stand der Platz unter Wasser. Um die Verjüngungskur des bei der Bevölkerung sehr beliebten Springbrunnens erfolgreich durchzuführen, wurde eine Bestandsanalyse vorgenommen, ein Sanierungskonzept entwickelt und im September 2020 mit den Arbeiten begonnen. Zunächst musste die Altbeschichtung restlos entfernt werden. Dazu wurden die Oberflächen gefräst beziehungsweise kugelgestrahlt und sorgsam gereinigt.

Im nächsten Schritt erfolgte der Auftrag des Enke-Flüssigkunststoffsystems Enkolan. Das Enkolan ist vielseitig einsetzbar – beispielweise zur nachhaltigen Sanierung von Flachdächern, Balkonen oder Terrassen. Aufgrund ihrer Eigenschaften ist die Enkolan-Abdichtung 1K LF auf diese und weitere Anwendungsbereiche abgestimmt. Das Produkt zeichnet sich zum Beispiel durch seine Einkomponentigkeit, seine Lösemittelfreiheit und seine Geruchsneutralität aus. Die Ergreifung geeigneter Atemschutzmaßnahen für Verarbeiter, Be- und Anwohner oder Passanten werde somit überflüssig, da keinerlei gesundheitsschädliche Geruchsbelästigung entstünden, so der Hersteller. Weitere Systemvorteile sind laut Enke, dass auf den meisten abzudichtenden Flächen kein Voranstrich benötigt wird und sogar Restfeuchtigkeit im Untergrund bis zu einem gewissen Grad toleriert werden kann.

Zunächst wurden alle Anschlüsse der Brunnenanlage mit Enkolan abgedichtet. Dazu zählen unter anderem Kehlen, Aufkantungen und senkrechte Flächen am Brunnenrand. Aber auch Rücksprünge oder Nischen zur Unterbringung der Brunnentechnik wurden sorgsam beschichtet. Anschließend wurde die kreisrunde Brunnenfläche segmentweise abgedichtet. Auf allen genannten Teilflächen kam das Enkolan-System in Kombination mit dem Enke-Polyflexvlies zum Einsatz.

In bewährter "nass-in-nass-Methode" wurde der Flüssigkunststoff auf den zu beschichtenden Flächen zunächst satt vorgelegt und das Polyflexvlies anschließend blasenfrei eingebettet. Aufgrund der mechanischen Produkteigenschaften ist das Polyflexvlies mit allen Flüssigkunststoffen von Enke durchtränkbar. Die spezielle Beschaffenheit dieses Vliestyps eignet sich folglich für eine konturengenaue Abdichtung selbst bei extrem unebenem Untergrund. Als sinnvolle Ergänzung bietet Enke vorgefertigte Enke-Vliesformteile an. Sie ermöglichten eine schnelle, sichere und einfache Verarbeitung in fast allen Anschlussbereichen, wie sie bei Sanierungs- und Dachabdichtungsarbeiten häufig auftreten, so das Unternehmen. Polyflexvlies ist als Formteil für Ecken, Durchdringungen oder Rohranschlüsse, aber auch auf großen oder kleinen Rollen zur individuellen Anpassung vor Ort erhältlich.

Direkt nach der Vlieseinbettung erfolgte in allen Brunnenbereichen der sogenannte Deckstrich. Anschließend wurde die komplette Fläche mit feuergetrocknetem Quarzsand (Körnung 0,2 bis 0,6 mm) abgestreut. Dieses Vorgehen trägt maßgeblich dazu bei, die Stabilität im System zu erhöhen und die Gleichmäßigkeit der farbigen Endversiegelung zu gewährleisten. Die Enkolanversiegelung erfolgte auf Wunsch des Auftraggebers im Farbton lichtgrau. Gleichmäßig und streifenfrei aufgetragen wurde sie mittels Kelle und Rolle.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 51/2020.

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