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Widerspruchsfreie 3D-Modelle

Qualitätssicherung Bestandteil des BIM-Prozesses

Züblin, IT im Bauwesen

Die Ed. Züblin AG, ein Bauunternehmen der Strabag SE, verfolgt den Anspruch, unternehmensweit einwandfreie, konsistente, vollständige und widerspruchsfreie 3D-Modelle zu erstellen.

Stuttgart (ABZ). – Eine Übergabe eines stets einwandfreien und vollständigen 3D-Modells von einem Softwaresystem in das andere ist unabdingbar für zeit- und kosteneffiziente Arbeitsprozesse bei BIM-Projekten. Bei der Stuttgarter Ed. Züblin AG, Unternehmensbereich Zentrale Technik erfolgt eine solche Qualitätsprüfung teilautomatisiert als fester Bestandteil des BIM-Prozesses. Ein Team von Spezialisten im Unternehmen und Software-Tools helfen dabei, diesen Prozess kontinuierlich weiter zu optimieren.

Die Ed. Züblin AG, ein Bauunternehmen der Strabag SE, verfolgt den Anspruch, unternehmensweit einwandfreie, konsistente, vollständige und widerspruchsfreie 3D-Modelle zu erstellen. Diese dienen in vielen Bereichen im Unternehmen als Arbeitsgrundlage. Die Abteilung BIM/5D des Unternehmensbereichs Zentrale Technik beschäftigt fast 40 hochqualifizierte Experten aus Bau und Informationstechnologie. Sie begleiten firmenweit BIM-Projekte in allen Belangen, schaffen dafür eine nach unternehmensspezifischen Kriterien definierte IT-Infrastruktur und sind für die Aus- und Weiterbildung sowie Support aller Mitarbeiter im Hause verantwortlich, die mit BIM-Projekten betraut sind.

Die BIM-Methode (Building Information Modelling) steht für zukunftsträchtiges Planen und Bauen. Doch die Implementierung einer Software reicht gewöhnlich nicht aus: BIM-Projekte bringen nur dann echte wirtschaftliche Mehrwerte, wenn alle Prozesse eines Projekts durchgängig integriert sind. Abhängig von den Aufgaben im Unternehmen kommen viele Softwareprogramme zum Einsatz. Einwandfreie 3D-Modelle, die in allen Attributen fehlerfrei sind, sind Basis für erfolgreiche BIM-Projekte. Die Qualitätssicherung bei Züblin soll diese gewährleisten. Prüfungen und Kontrollen, die zuvor visuell durchgeführt werden mussten, werden nun teilautomatisiert durchgeführt. Anwender aktivieren diese Prüfung via Mausklick von dafür bereitgestellten Buttons ihres BIM-Systems. Wurden bestimmte Fehler bei der Modellierung gemacht, erkennt diese das Programm und zeigt dem User, was anzupassen ist, bevor anschließend eine Übergabe an das Projekt- und Kostenmanagement-System erfolgt.

Die bei Züblin für den Hoch- und Ingenieurbau eingesetzten Software-Programme sind Revit von Autodesk sowie iTWO 5D von RIB Software. Auch in anderen Disziplinen kommt die Software zum Einsatz. Das von der international operierenden b. i. m. m GmbH konzipierte MultipushTool etablierte sich als passendes Werkzeug für die Qualitätskontrolle im Unternehmen. Building Information Model Management GmbH, kurz b. i. m. m. Das sind Anton Gasteiger, Martin Taurer, Jochen Reichert und Shenqiang Wu. Sie verbinden ihr umfassendes Wissen im Bereich BIM, genauer im Revit-Umfeld mit Bau-Know-how und Softwareentwicklung. Sie unterstützen an den Stellen mit eigener IT, an denen ein Weiterkommen mit am Markt etablierten Softwareprogrammen nur schwer oder teilweise gar nicht möglich ist. Ihre b. i. m. m-Tools sind hochtechnisierte Werkzeuge für die komfortable und sichere Arbeit mit 3D-BIM, auf Wunsch angepasst an unternehmensspezifische Standards.

Das MultipushTool von b. i. m. m gehört zu den zentralen Elementen der Qualitätsprüfung für 3D-Modelle bei Züblin. Das Programm gewährt umfangreichen Zugriff in Revit-Datenbanken und ermöglicht spezifische Abfrageformeln innerhalb der Software. Es beinhaltet eine Sammlung von vordefinierten Regeln und Vorlagen, zusammengestellt und ausgewählt von der Abteilung BIM/5D bei Züblin. Mit nur wenigen Klicks durch den User schafft das Tool die Voraussetzungen für die gewünschte, exakte Prüfung der Modelle.

So können bspw. Beziehungen zwischen Parametern von Bauteilen unterschiedlicher Kategorien im MultipushTool definiert werden. Informationen über ein Fenster oder eine Türe beinhalten zusätzlich alle Angaben zum gesamten Raum, in den sie verbaut werden sollen, etwa welche Wände tragend sind. Beim Baustoff Beton kann z. B. definiert werden, in welcher Qualität dieser verbaut werden soll oder eine Information zum Bewehrungsgehalt ergänzt werden. "Das sind allesamt kostentreibende Elemente", weiß Frank Schley, Teamleiter Entwicklung und Pilotprojekte innerhalb der Abteilung BIM/5D. "Mit Hilfe des Tools von b. i. m. m und unserem firmenspezifischen Regelwerk können wir zeitaufwändige und damit kostentreibende Fehler bereits innerhalb von Autodesk Revit ausmerzen und so den gesamten Prozess entscheidend beschleunigen", erklärt er.

Als Basis für diesen Qualitätssicherungs-Prozess dient ein vom BIM/5D-Team erstellter Katalog für Bauelemente, auf den das b. i. m. m-Tool zugreift. "Die Regeln für unseren BIM-Prozess haben wir schnell im MultipushTool erstellt", erklärt Martin Biesinger. Der BIM-Manager bei Züblin begleitet Projekte und mitverantwortet die kontinuierliche Verbesserung des firmeninternen BIM-Prozesses.

Werden Projekte in Zusammenarbeit mit externen Planern realisiert, erstellt das BIM/5D-Team spezielle Regeln für die Qualität innerhalb des MultipushTools, die exakt an die entsprechenden Anforderungen adaptiert werden. Weiter können die Anwender bei Züblin Formeln individuell anpassen und eigene Regeltypen erstellen. Hierfür werden sie gezielt über Schulungen durch das BIM/5D-Team vorbereitet. Frank Schley abschließend: "Der optimierte BIM-Prozess in unserem Unternehmen unterstützt uns umfassend dabei, effizienter und wirtschaftlicher entlang der Wertschöpfungskette Bau zu arbeiten. Eine wesentliche Rolle spielt dabei das Multipush-Tool von b. i. m. m, das uns viel Flexibilität innerhalb der Prozessdefinition erlaubt."

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 22/2016.

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