Wissens-Update auf der Messe

Verbände bieten Vortragsreihe auf Doppelmesse

Forumsprogramm bei der TiefbauLive.

Karlsruhe (ABZ). – Dröhnende Motoren, krachendes Material, Maschinen involler Aktion – die Live-Vorführungen machen die "recycling aktiv" und "TiefbauLive" soeinzigartig. Doch das ist nurdie eine Seite: Umrahmt werden die Live-Demonstrationen von einem Fachforum mit anspruchsvollen Vorträgen. Die Vorträge reichen von Ausbildung, Qualifizierung und Mitarbeiterbindung über zukünftige Anforderungen an die Baumaschinentechnik bis hin zu den neuesten Verfahren beim Recycling unterschiedlicher Materialien. Während der Dauer der Demo-Doppelmesse "recycling aktiv" und "TiefbauLive", die vom 27. bis 29. April 2017 auf dem Gelände der Messe Karlsruhe stattfindet, gestalten die kooperierenden Verbände ein informatives Rahmenprogramm.

Am Donnerstag, Freitag und Samstag bieten der Verband der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik (VDBUM) und der Deutsche Abbruchverband (DA) ein rund einstündiges Programm mit Referaten zur Mitarbeiterqualifizierung und zu Ausbildungskonzepten an.

VDBUM-Geschäftsführer Dieter Schnittjer beleuchtet die Themen "Wie werbe ich Auszubildende?", "Welche beruflichen Perspektiven haben junge Menschen in der Bauwirtschaft? und "Welche Herausforderungen stellt die zukünftige Gerätetechnik und Digitalisierung an den Bediener?"

Neben den hohen technischen Anforderungen steht die Eigenverantwortung der Mitarbeiter einerseits, aber in besonderem Maße die Verantwortung der Inhaber und Geschäftsführer im Fokus. Björn Müller, Referent für Aus- und Weiterbildung im DA, gibt in seiner Präsentation Einblicke in die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten der Abbruch- und Recyclingbranche. Der 2003 ins Leben gerufene dreijährige Ausbildungsberuf des "Bauwerksmechanikers für Abbruch und Betontrenntechnik" steht dabei im Mittelpunkt.

Ein weiterer, vom Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) und vom VDMA veranstalteter Vortragsblock am Donnerstag widmet sich dem Kunststoffrecycling. "Mehr Kunststoffrecycling ist möglich, wenn Anlagen mit dem neuesten Stand der Technik ausgerüstet sind, die Absatzmärkte für Sekundärkunststoffe angekurbelt und der Inputstrom in Anlagen sowohl qualitativ als auch quantitativ verbessert werden. Wenn die Hersteller dann noch beginnen, recyclinggerechte Verpackungen auf den Markt zu bringen, sind wir ein gutes Stück weiter", sagt Naemi Denz, Geschäftsführerin des VDMA-Fachverbandes Abfall- und Recyclingtechnik. Im Vortrag "Möglichkeiten und Grenzen des Kunststoffrecyclings" gibt Dr. Thomas Probst vom bvse eine Übersicht über die hierbei relevanten Mengen, Märkte und Stoffströme und beschreibt die Ebenen des Kunststoffrecyclings, die Anwendung im Baubereich haben.

"Moderne Sensorsortierung ist mehr und mehr mit der schnellen Entwicklung bildgebender Sensoren und den heuti-gen Möglichkeiten der Bildverarbeitung verbunden", sagt Peter Funke vom Unternehmen Steinert Elektromagnetbau GmbH. Zukünftige Modelle werden 3D-Scanner oder Laserscanner zum Erfassen der Umwelt beinhalten. Beispiele hierfür seien neue Anwendungen wie das Sortieren von Schwarzen Kunststoffen, die mit herkömmlicher Technik nicht realisierbar sind. Im Vortrag "Kunststoffrecycling: Produkte für den Baubereich" gibt Thomas Fischer vom bvse einen Überblick über das große Spektrum der eingesetzten Produkte.

Die Fachgruppe Autorückmontage (FAR) ist mit rund 140 Mitgliedern die einzige verbandlich organisierte Vertretung der Autorecycling-Unternehmen in Deutschland. Ihr Vorsitzender, Siegfried Kohl, wird in seinem Beitrag am Donnerstag die rechtlichen Unsicherheiten beim Autorecycling thematisieren. Um die Sicherheit bei Lagerung und Transport von Lithium-Ionen-Batterien geht es am Freitag in dem Vortrag von Michael Knobloch von der Genius Technologie GmbH: "Von der E-Zigaretten-Knopfzelle über den E-Bike-Akku, der E-Car-Batterie bis hin zu den E-Bussen – es gibt wohl kaum einen Industrie- und Konsumsektor, der nicht auf Lithium-Ionen-Batterien zurückgreift. Dieser Energieträger der Zukunft wächst exponentiell in seiner Nachfrage als auch seiner Energiedichte. Beschädigte und defekte Batterien bleiben jedoch ein Gefahrgut."

Stefan Schmidmeyer vom bvse geht Freitag den Auswirkungen der Mantelverordnung auf die Baustoffrecyclingwirtschaft auf den Grund: "Mit dem Referentenentwurf vom 6. Februar 2017 geht ein über 10 Jahre währendes Gesetzgebungsverfahren in die finale Runde. Für die Baustoffrecyclingwirtschaft ist ein bundeseinheitliches, rechtsverbindliches Regelwerk zur Steigerung der Akzeptanz und dem vermehrten Einsatz von Ersatzbaustoffen unabdingbar. Für die Bauwirtschaft insgesamt ist entscheidend, welche Anwendungs- und Einsatzbereiche für Ersatzbaustoffe und welche Entsorgungsmöglichkeiten im Recycling, in der Verfüllung als auch in der Deponierung künftig möglich sein werden. Kann mit dem Regelwerk der Mantelverordnung die Versorgungs- und Entsorgungssicherheit der Bauwirtschaft künftig sichergestellt werden?" Wer möchte, kann seinem Messebesuch auf der "recycling aktiv" und "TiefbauLive 2017" durch die Teilnahme an ausgewählten Vorträgen eine zusätzliche Dimension verleihen, indem er die praktische Maschinenschau um ein theoretisches Wissens-Update erweitert. Die Vorträge finden im Fachforum der Halle 2 statt, die Teilnahme ist im Messeticket inbegriffen. Eintrittskarten gibt es im Online-Ticket-Shop unter www.recycling-aktiv.com und www.TiefbauLive.com.

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