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Wohnquartier mit umgekehrtem Dach

Dämmstoffplatten aus Extruderschaum einlagig auf Flachdächern verlegt

Für die Dämmung der Attika kam Ursa XPS zum Einsatz.

Hamburg (ABZ). – Ausschließlich hochwertige Baumaterialien wurden bei der Realisierung von 153 neuen Wohungen in Hamburg-Wandsbek verwendet. In den als Umkehrdach ausgeführten Flachdächern kam das Dämmmaterial Ursa XPS Twins zum Einsatz. Es bietet laut Hersteller einen hohen Wärmeschutz und gute Verarbeitungseigenschaften. Mit einlagiger Verlegung lassen sich die energetischen Standards der Energieeinsparverordnung 2016 erreichen. Die Nachfrage nach bezahlbarem und attraktivem Wohnraum ist besonders in urbanen Gegenden weiterhin hoch. Auch Hamburg ist aufgrund der hohen Lebensqualität und Wirtschaftskraft beliebt. Die Zahl der Einwohner der Stadt ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Und für die Zukunft zeichnet sich weiteres Wachstum ab. Mit mehr als 425 000 Einwohnern ist Wandsbek der Bezirk mit der größten Bevölkerungszahl in Hamburg. Maßnahmen wie Nachverdichtung, Neubau, Umnutzung und die Ermittlung von Wohnungsbaupotentialen sind hier von besonderer Bedeutung. Um den Wohnungsbau zu stärken, erarbeitet das Bezirksamt Wandsbek jährlich ein Wohnungsbauprogramm.

In diesem Bezirk entstand das neue "Wohnquartier am Schierenberg". Dieser Ort soll die Gemeinschaft fördern. Junge Familien sollen sich hier ansiedeln und wohlfühlen. Das Gebeit liegt familienfreundlich und zentral. Es hat eine gute Infrastruktur: Eine Einkaufspassage, ein Wochenmarkt und Ärzte sind in der Nähe zu finden. Auch Schulen gibt es im Wohnumfeld. Die Planung sah den Bau von fünf Geschossbauten mit 153 Wohnungen vor. Vier davon sind U-förmig ausgebildet und umschließen eine begrünte Freifläche, auf der ein öffentlich zugänglicher Spielplatz angelegt wurde. Eine Kindertagesstätte und gewerbliche Flächen gehören zum infrastrukturellen Angebot. Zwei separate Tiefgaragen bieten den Bewohnern rund 137 Pkw-Stellplätze. Die Erschließung erfolgt durch eine neu errichtete und öffentliche Ringstraße.

Vor dem Hintergrund des Wohnungsbedarfs kommt es nicht nur darauf an, in kurzer Zeit möglichst hochwertigen Wohnraum bereitzustellen – er muss auch bezahlbar sein. Dieser Aspekt wurde bei der Planung des Wohnquartiers am Schierenberg besonders berücksichtigt: Mindestens 30 % der entstandenen Wohnungen sind öffentlich gefördert, der Rest ist frei finanziert. Unterstützt wurde das Bauprojekt von der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg). Es gibt 1,5- bis 4-Zimmer-Wohnungen mit einer Mietfläche von 42 bis 111 m². Komplett ausgestattete Einbauküchen und eine Fußbodenheizung bieten Komfort. Die Wohnungen haben zudem einen privaten Außenraum in Form einer Loggia oder Dachterrasse. Zu den Erdgeschosswohnungen gehören eigene Gärten. Die U-förmigen Baukörper setzen sich aus zwei dreigeschossigen Schenkeln und einem viergeschossigen Riegel zusammen. Die Dächer sind als Flachdach mit umlaufender Attika ausgebildet. Beim konstruktiven Aufbau entschied man sich für die Erstellung eines Umkehrdachs in WU-Bauweise. Hierbei wird das Prinzip des konventionellen Flachdachs umgekehrt. Statt unterhalb, liegt die Dämmschicht oberhalb der dachabdichtenden Ebene. Das Umkehrdach kann bekiest, begrünt, begehbar oder befahrbar ausgeführt werden. Im Wohnquartier am Schierenberg kombinierte man Kies- und Terrassenflächen. So können die Flachdächer zum Teil auch privat genutzt werden. Sie erweitern den privaten Wohnraum um eine zusätzliche Nutzfläche. Durch die erhöhte Lage bietet dieser Außenraum den Bewohnern viel Aufenthaltsqualität.

Neben der Nutzungsvariabilität bietet das Umkehrdach außerdem sowohl technische als auch besonders wirtschaftliche Vorteile. Aufgrund des umgekehrten Aufbaus ist die Dachabdichtung geschützt. Das verringert den Wartungsaufwand und damit die Unterhaltskosten, erhöht die Sanierungsintervalle und verlängert die Lebensdauer gegenüber einem konventionellen Flachdach um die Hälfte, von etwa 20 Jahre auf etwa 30 Jahre. Weiterhin lassen sich im Falle eines Rückbaus der Kies, der Terrassenbelag und die lose verlegten XPS-Platten sortenrein entsorgen oder wiederverwenden. So müsste letztendlich nur die Dachabdichtung erneuert werden.

Ferner biete das Umkehrdach bei der Verarbeitung Vorzüge, so Ursa: Eine Verlegung sei auch bei feuchter Witterung möglich, da die Dachabdichtung bereits montiert und der Baukörper geschützt sei. Der Bauprozess lasse sich besser planen und beschleunigen. Nicht alle Dämmstoffe würden sich für den Einsatz im Umkehrdach eignen, die Produkte müssten besondere Eigenschaften haben. Hierzu gehörten eine hohe Nenn- und Dauerdruckfestigkeit, eine gegen Null gehende Wasseraufnahme sowie Beständigkeit gegenüber Frost- und Tauwechsel. Speziell für diese Anforderungen habe Ursa die Extruderschaumplatten entwickelt. In unterschiedlicher Ausführung kamen diese in den Dächern der Neubauten zum Einsatz.

Bei dem Material Ursa XPS handele es sich um druckfeste Platten aus Extruderschaum. Der Baustoff habe sehr gute Wärmedämmeigenschaften. In der Ausführung D N-III-L Twins betrage der Nennwert der Wärmeleitfähigkeit 0,035 W/(m·K) bei einer Dicke von 240 mm. Daraus ergebe sich ein Wärmedämmwert des Bauteils, der sogenannten U-Wert von < 0,15 W/(m²K). Das entspreche dem Standard eines Niedrigstenergiegebäudes. Bei Einsatz der Systemkomponente Ursa Seco Pro Inverso als diffusionsoffene, wasserableitende Trennlage oberhalb der Extruderschaumplatten könnten sonst übliche U-Wert Zuschläge entfallen. Eine Verringerung von Wärmeverlusten über die Attika sei durch das Anbringen von 100 mm dicken Ursa-XPS-Extruderschaumplatten erreicht worden. Auf diese Weise trage das Umkehrdachsystem zum Wärmeschutz und zur Vermeidung von Energieverlusten bei. Ursa XPS werde umweltfreundlich mit Kohlenstoffdioxid geschäumt und daher bevorzugt für eine nachhaltige Bauweise eingesetzt. Es beinhalte als Zellgas Luft.

Ein weiterer Pluspunkt dieses Produkts ist laut Ursa die Multilayer-Technologie. Hierbei würden zwei oder mehrere Platten thermisch miteinander verschweißt. Dadurch seien große Dämmstoffdicken bis zu 400 mm bei niedrigen Wärmeleitfähigkeiten möglich, was dem Wärmeschutz und der Energieeffizienz zu Gute komme. Weiterhin sei der schnelle Baufortschritt bei einer einlagigen Verlegung ein wichtiger Kostenfaktor im Wohnungsbau. Ferner zeichne sich das Material durch eine hohe Dauerdruckfestigkeit und sehr geringe Wasseraufnahme aus. Diese Eigenschaften seien im Flachdachbereich besonders gefordert. Der allseitige Stufenfalz verhindere Wärmebrücken bei der einlagigen Verlegung. Sowohl die Herstellung dieser speziellen Produkte als auch die Anwendung bei begrünten und bekiesten Umkehrdächern sei mit der Z 23.31-2081 vom Deutschen Institut für Bautechnik allgemein bauaufsichtlich zugelassen.

Im ersten Schritt erfolgte die Dämmung der Attika mit Ursa-XPS-Platten. Diese wurden dicht gestoßen vertikal verlegt und bei Bedarf zugeschnitten. Das Dämmen der horizontalen Dachfläche erfolgte mit XPS-Twins-Platten. In kurzer Zeit stellten die Verarbeiter eine geschlossene und dichte Dämmschicht auf der Abdichtung her. Auch das Dämmen im Bereich von Durchdringungen oder aufgehenden Bauteilen ist mit dem Material möglich. Ursa XPS lässt sich mit speziellen Werkzeugen wie Handsägen und Heißdrahtschneidern bearbeiten.

Je nach Belagsart wird der Aufbau über der Dämmschicht gewählt: Bei Ausführung mit Kiesschicht wird auf den Extruderschaumplatten zunächst eine Trennlage angeordnet. Sie verhindert, dass sich Gesteinsteilchen zwischen die Dämmplatten setzen. Bevorzugt lässt sich als Trennlage die diffusionsoffene und wasserableitende Ursa Seco Pro Inverso einsetzen, wodurch der nach DIN 4108-2 geforderte U-Wert-Zuschlag entfällt. Auf der Trennlage wird eine Kiesauflast mit einer Lieferkörnung von 16 bis 32 mm sowie einer Mindestdicke von 5 cm aufgebracht. Im Bereich der Terrassen setzt sich der Dachaufbau aus einem diffusionsoffenen Kunststofffaservlies über den Extruderschaumplatten, einer Feinkiesschicht oder wahlweise Plattenlager sowie den darauf verlegten Waschbetonplatten zusammen.

Beim Bauprojekt "Wohnquartier am Schierenberg" entschied man sich mit den Ursa-XPS-Twins-Dämmstoffplatten im Umkehrdach für eine dauerhafte und effiziente Lösung. Durch hohe Wärmedämmwerte und die schnelle und einlagige Verlegung erfüllt der Baustoff mehrere Kriterien, die für den heutigen mehrgeschossigen Wohnungsbau zentral sind: Wohnraum mit hoher Qualität zu schaffen, nachhaltige Baumaterialien mit langer Lebensdauer zu verwenden sowie die Bauzeit zu minimieren.

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