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Zeitfenster bestimmen Einsatzmöglichkeiten

Baumaschinentechnik unterstützt bei Baumpflegearbeiten

Für den Holzeinsatz braucht es Bagger als Trägergeräte.

Edewecht (ABZ). – Baumschnitt ist ein saisonales Geschäft, das auf die Monate Oktober bis Februar beschränkt ist. In diesem Zeitfenster wird gesägt und geschnitten, was das Zeug hält. Danach muss der radikale Schnitt von Straßen- und Alleebäumen, Hecken und Sträuchern in der freien Landschaft pausieren, sofordert es das Bundesnaturschutzgesetz. Zulässig sind dann nur schonende Pflegeschnitte.

Für die Haupt-saison in der kalten Jahreszeit wollte sich der Reuter Baumdienst aus Edewecht-Portsloge optimal ausrüsten und suchte nach weiteren Anwendungsmöglichkeiten für seine Cat Gerätetechnik in Form eines Cat-Kettenbaggers 315FL, Cat-Mobilbaggers M317F und Cat-Umschlagbaggers des Typs M318DMH.

Die Maschinen helfen den Fachkräften, Wurzelstubben auszufräsen, Baumschäden zu beseitigen sowie komplizierte Fällungen zu übernehmen und Verlade- sowie Umschlagarbeiten zu schultern.

"Wir haben uns in den letzten Jahren viele Gedanken gemacht und neue Einsatzmöglichkeiten neben der Gestaltung von Privatgärten und Parkanlagen gesucht. Gemeinsam haben wir überlegt, wie wir noch mehr aus den Maschinen rausholen und sie besser auslasten können", erklärt Betriebsleiter Clemens Reuter. Anregungen erhalten er und sein Vater Günter bei Messebesuchen.

Die Maschinisten bringen ebenfalls Ideen ein. Aber auch mit Unterstützung der Zeppelin-Niederlassung Westerstede wurde die Baumaschinentechnik weiter angepasst. Anregungen liefern Jörg Poschadel, Zeppelin-Verkaufsrepräsentant, und Gundolf Schole, Leiter Komponenten bei Zeppelin im Vertriebszentrum Nord, die das Unternehmen entsprechend beraten. "Sie sagen, was geht und raten auch mal von etwas ab. Wir haben gewisse Vorstellungen, wie unsere Geräte funktionieren sollen. Wer Baumaschinen im Forst einsetzt, kommt mit Standard-anwendungen nicht weit", weiß Reuter.

Auch die eigene Werkstatt ist maßgebend involviert, welche die Maschinen entsprechend der Bedürfnisse und in Abstimmung mit dem Baumaschinenlieferanten Zeppelin anpasst. "Wir sind technisch sehr fixiert und nehmen umfassende Anpassungen selbst vor, damit die Technik unseren Bedürfnissen entspricht", erklärt der Experte.

Das Anforderungsprofil: Erstens sollen alle Kettenbagger die Anbaugeräte nutzen können. Zweitens soll die Technik den körperlichen Einsatz der Mitarbeiter reduzieren und sie so entlasten. "Unsere Philosophie ist, mit der Natur zu arbeiten. Die Technik soll uns dabei unterstützen", lauten die Vorgaben.

Entsprechendes Equipment braucht es für den Umgang mit den Stubben, die mithilfe einer Spaltzange aufgebrochen werden.

Um Baumstümpfe kleinzuhacken, den Boden durchzuarbeiten sowie Sträucher und Äste zu fräsen, hilft ein Mulcher von Seppi mit. Eine andere Sonderlösung wurde für die Spezialholzfällung benötigt: Naheliegend wäre hier der Einsatz eines Harvesters gewesen. "Damit hätten wir eine Reichweite von 10 Metern erzielt, die man für Arbeiten in den Rückegassen braucht.

Bei dem Kurzheckbagger war bei sechs Metern das Ende der Fahnenstange erreicht. Das war aber zu wenig", berichtet Reuter. So entstand die Idee, den Stiel am Bagger umzubauen und gegen einen Teleskoparm von Westtech zu tauschen, an dem ein Harvesterkopf eingesetzt wird. Damit kommt der Kettenbagger auf eine Reichweite von 11 m.

"Ein Harvester hätte sich nicht gelohnt, weil wir ihn nur zeitlich befristet brauchen. Mit dem Kettenbagger fahren wir besser und sind so um Längen flexibler, weil wir damit das ganze Jahr arbeiten können", betont der Spezialist. Das gilt auch für den Schneidkopf wie den Woodcracker von Westtech vom Typ CB 150, um damit Bäume fällen und Sträucher roden zu können. Er wird zur Kultivierung und Landschaftspflege, aber auch für Pflegemaßnahmen entlang von Verkehrswegen und Trassen genutzt, wenn kaputte oder beschädigte Bäume sowie dichtes Gestrüpp entfernt werden müssen.

Normalerweise ist das Ausschneiden von Bäumen, die im Weg stehen, eine umständliche Prozedur, die viel Zeit beansprucht und Personal bindet. Anders mit dem Woodcracker. Aufwendige Kletterarbeiten oder zusätzliche Sicherungsmaßnahmen sind damit passé.

Maximale Sicherheit ist nötig, wenn neben der Straße das Grün gestutzt wird.

Das Werkzeug, das an einem Bagger als Trägergerät angebracht wird, entfernt ganze Bäume mühelos, vor allem, wenn diese zu dicht an unzugänglichen Böschungen und Straßen stehen und eine Gefährdung für den Verkehr darstellen. Der Woodcracker, der in der Vollausstattung aus einem Greifer, einem Sammler und einem Stahlmesser (Schere) sowie einer Schwenkeinheit besteht, packt in Sekundenschnelle einen Baum am unteren Stamm oder Hölzer und Sträucher und trennt diese ab.

Ähnlich wie ein Blumenstrauß, wird parallel dazu das abgeschnittene Material gehalten. Damit lässt sich Hartholz von maximal 17 cm und Weichholz von 22 cm Stammdurchmesser fällen und auf Länge schneiden.

Der effiziente Schneidkopf ist in kürzester Zeit am Baggerausleger montiert und sofort einsetzbar. Ein weiteres Feature nutzt der Betrieb ebenfalls: die Sammelfunktion, mit deren Hilfe schwächere Bäume abgetrennt werden und ohne Ablegen weiteres, dünnes Material gesammelt und dann komplett auf einmal als Bündel abgelegt wird. Bei dünnen Baumstämmen oder Buschwerk birgt das einen erheblichen, zeitlichen Vorteil, der zudem noch Energie einspart. Zudem arbeitet das Unternehmen mit dem ersten Woodcracker CS 610 kompakt in Deutschland.

Die Greifersäge wurde speziell für Baumfällungen in schwierigen Lagen entwickelt, die entsprechende Sicherheitsvorkehrungen voraussetzen, um bei Schnee-, Eis- oder Sturmschäden rasch einschreiten zu können und die Forstarbeiter nicht zusätzlich in Gefahr zu bringen. Der Greifer hält den Baum während des Schneidvorgangs sicher im Griff, wodurch eine stehende Entnahme von Bäumen oder Teilen davon ermöglicht wird. Während des Schneidens wird der Greifer aktiv mit Druck beaufschlagt, sodass der Greifer "nachgreifen" kann, sollte sich der Stamm beim Schneiden in der Lage verändern.

Diese zusätzliche Funktion sorgt für maximale Sicherheit während der Arbeit und macht das sichere Abtragen von Bäumen in (stehenden) Teilstücken möglich. Nicht nur das Schneidsystem bietet besondere Eigenschaften.

Der Sägekasten wurde pendelnd aufgehängt, dadurch wird das Verbiegen des Sägeschwerts bei Krafteinwirkung von außen verhindert. Zusätzlich kann der Fällkopf von der Fahrerkabine aus hydraulisch nach unten weggekippt werden. Das sind technische Raffinessen genau nach dem Geschmack des Baumpflegebetriebs.

Während die Kettenbagger quasi dem Außendienst vorbehalten sind, ist ein Bagger in der mobilen Version auf dem Betriebsgelände zugange. Der Grünschnitt der zurückgeschnittenen Bäume und Sträucher, aber auch Stubben werden von dem Betrieb selbst mit einem Cat-Umschlagbagger M318DMH umgeschlagen, der das Holz für die Weiterverarbeitung vorsortiert, damit etwa Rindenmulch oder Energieholz hergestellt werden können. Hier kommt eine Allu-Separatorschaufel ins Spiel. Damit das geschredderte Holz entsprechend effizient verladen werden kann, nutzt das Unternehmen die hochfahrbare Kabine des Umschlagbaggers, um die Lkw maximal auszuladen.

Worauf es dem Unternehmen ankommt: "Unsere Ansprüche an die Technik: Die Maschinen müssen zuverlässig laufen und robust gebaut sein", ist Reuter überzeugt.

Das betrifft die Bagger in der Baumpflege, gilt jedoch genauso für den GaLaBau, wo Cat-Radlader 906M und 908M gefordert sind. Aber auch da reichen die Anbauteile über die klassische Hochkippschaufel hinaus.

So werden eine Mischschaufel zur Betonherstellung eingesetzt und eine Abziehbohle mit Lasersteuerung genutzt, wenn es um die Herstellung eines Planums geht.

"Bei allen Anwendungen gilt: DasA und O ist die Wartung, aber auch die Zusammenarbeit. Auf die Niederlassung Westerstede kann man sich da verlassen, denn man kümmert sich um uns und unsere Anliegen", so Reuter.

Der Austausch mit anderen ist ihm wichtig. "Denn nur so kann man auch miteinander arbeiten und etwas erreichen", ist er überzeugt. Seit 2007 ist er als gelernter Landschaftsgärtner und Vertreter der dritten Familiengeneration an Bord des Familienbetriebs.

Dieser wurde 1962 von seinem Opa als landwirtschaftliches Lohnunternehmen gegründet. Zehn Jahre später hat er sich auf die grüne Branche spezialisiert. Seit 1969 ist sein Vater Günter Reuter im Betrieb tätig, den er bereits 1995 übernommen hat.

Durch überregionale Aufträge in den Jahren 1972/73 wie in Bremen und dem 25 ha großen Weser-Ufer-Park rückte die Firma Willi Reuter Garten- und Landschaftsbau mehr und mehr in den Fokus. Auch die Grünanlagen der Apothekerbank in Düsseldorf und das Ruhrpark-Einkaufszentrum in Bochum gehen auf das Konto der Edewechter Firma.

Anfang 2000 kam die Baumpflege für öffentliche und private Auftraggeber dazu – das Standbein macht inzwischen rund 70 % der Betätigung aus und umfasst den Rückschnitt, die Beseitigung von Bruchholz nach einem Sturm, Rodungen, Kronensicherung und Großhackarbeiten.

Der Reuter-Baumdienst übernimmt zudem Aufforstungen und Pflanzarbeiten. Viele Arbeiten wurden bis heute für Kommunen, einer der Hauptauftraggeber, ausgeführt. Beflügelt haben das Geschäft Aufträge durch das Bundesforstamt, aber auch Pflegemaßnahmen, die für die Deutsche Bahn ausgeführt werden.

"Wir sind inzwischen sehr viel im Forst unterwegs, aber konzentrieren uns nicht auf die konventionelle Holzernte, für die wir Spezialequipment bräuchten, sondern auf ein breites Spektrum von Pflegemaßnahmen. Immer mehr sind wir auch bei Schutzmaßnahmen von Bäumen involviert", erklärt Fachmann Reuter.

Seit acht Jahren ist der Betrieb auch verstärkt damit konfrontiert, die Folgen des Eichenprozessionsspinners einzudämmen und vom Borkenkäfer befallenes Holz zu beseitigen. Das Konzept heißt Vielseitigkeit.

"Durch unsere Technik sind wir breit aufgestellt und uns sind da kaum Grenzen gesetzt. Damit fahren wir ganz gut, wenn sich unsere 20 Mitarbeiter um das Grün kümmern", meint der Betriebsleiter.

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