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Zeppelin Rental

Der deutsche Mietmarkt verzeichnet weiterhin deutlichen Aufwärtstrend

Peter Schrader, Geschäftsführer von Zeppelin Rental.

Mit einem Umsatzplus von mehr als 15 % im Jahr 2018 blickt Zeppelin Rental auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Und auch für 2019 zeichne sich bereits ein positiver Trend ab, so der Geschäftsführer Peter Schrader. Im Interview mit der ABZ sprach er über die aktuellen Investitionspläne des Unternehmens und was die Besucher der bauma am Stand von Zeppelin Rental (FM.709/1) erwartet. Die Fragen stellte ABZ-Redakteurin Jennifer Schüller.

ABZ: Herr Schrader, wie blicken Sie auf das vergangene Geschäftsjahr 2018 zurück und mit welchen Zielen schauen Sie in die Zukunft, auch in Bezug auf die bauma, die ihre Schatten vorauswirft?

Schrader: 2018 war im positiven Sinne ein Ausnahmejahr. Bedingt durch die gute Marktlage am Bau, aber auch durch eine ganze Reihe weiterer Geschäftsfelder wie Event, Kommunen und Industrie, konnten wir unsere Umsätze im Vergleich zu einem sehr erfolgreichen Vorjahr nochmals um mehr als 15 % steigern. Die Herausforderung bestand vielmehr in der extrem hohen Nachfrage, die manchmal sogar größer als unsere Kapazitäten war – sowohl bei Mietequipment als auch bei Services wie Baustromversorgung oder Baustellen- und Verkehrssicherung. Unsere Mannschaft hat großartige Arbeit geleistet. Für 2019 bin ich sehr optimistisch. Wir hatten einen guten Start, liegen über dem Vorjahr und werden auf der bauma intensiv in den Austausch mit unseren Kunden gehen. Das Vermietgeschäft in Deutschland und Europa wächst seit Jahren konstant, die Baukonjunktur ist auf hohem Niveau stabil, die Auftragsbücher unserer Kunden sind voll. Ich sehe derzeit keine Anzeichen für eine rückläufige Entwicklung.

ABZ: Kommen wir auf die bauma zu sprechen. Wie haben Sie sich auf die weltgrößte Baumaschinen-Messe vorbereitet und welche Neuigkeiten werden die Besucher erwarten? Welche Schwerpunkte haben Sie gesetzt?

Schrader: Die Besucher dürfen sich auf eine ganze Reihe an Highlights freuen. Zum einen präsentieren wir natürlich zahlreiche Produktneuheiten in unserer Mietflotte, wie den Minibagger Cat 301.8, der exemplarisch für die 'Next Generation' von Caterpillar steht, sowie Maschinen und Geräte mit Elektro- oder Hybridantrieb. Wir werden eine sogenannte E-Baustelle einrichten, auf der u. a. eine Hybrid-Gelenk-Teleskopbühne, eine geländegängige Scherenbühne mit Batterieantrieb, Akku-Verdichtungstechnik und eine LED-Hybrid-Flutlichtanlage zu sehen sein werden. Es ist uns wichtig, unseren Kunden eine Bandbreite an emissionsarmer und ressourcensparender Technik zu bieten.

Darüber hinaus werden wir die Besucher über unsere Kompetenzen in den Bereichen temporäre Infrastruktur und Baulogistik sowie über digitale Tools für den effizienten und sicheren Baustellenbetrieb informieren, wie die Online-Zutrittskontrolle, Onlinelogistiksteuerung oder das Online Waste Management.

Das große Ganze erleben unsere Besucher in unserem Infinity Room, der sie in die faszinierende 3D-Welt einer Großbaustelle entführt und das Zusammenspiel und die Vorteile unseres Portfolios für ihre Projekte zeigt. Ein absolutes Highlight, das ich selbst bereits erleben durfte, und nur wärmstens empfehlen kann.

Ein eigener Bereich des bauma-Messestands von Zeppelin Rental widmet sich Elektro- und Hybrid-Geräten, dort wird auch die neue Hybrid Gelenk-Teleskopbühne ZGT20.11HY vom Hersteller Genie zu sehen sein.

ABZ: Welchen Einfluss haben die neuen Abgasregelungen auf ihr Geschäftsmodell? Wie begegnen Sie diesen Veränderungen und welche Erfahrungen haben Sie bei Ihren Kunden diesbezüglich gemacht? Gibt es eine gesteigerte Nachfrage nach E-Maschinen?

Schrader: Das Thema Emissionen betrifft die gesamte Bauwirtschaft. Wir haben mit der Einführung unserer Umweltmarke ecoRent 2011 bereits sehr früh ein deutliches Zeichen im Markt gesetzt und seither kontinuierlich in emissionsarme und ressourcensparende Maschinen und Geräte investiert. Gerade innerstädtische Projekte unterliegen verschärften Vorgaben, für die unsere Kunden geeignete Technik von uns erwarten und natürlich auch erhalten. Die Nachfrage nach elektrifizierten Geräten ist derzeit aber noch sehr überschaubar. Die Geräte sind in der Anschaffung teurer, was sich in den Mietkosten widerspiegelt. Vorausgesetzt es ist wirtschaftlich, sind wir in unserer Investitionspolitik jedoch sehr offen, wenn es darum geht, unseren Kunden frühzeitig innovative Lösungen für bestimmte Herausforderungen zu bieten. Das zeigen wir auch auf der bauma.

ABZ:Noch einmal konkret zum Thema "Digitalisierung" – wie hat diese Zeppelin Rental beeinflusst?

Schrader: Die Digitalisierung beeinflusst die Art, wie wir arbeiten, kommunizieren, mit unseren Kunden interagieren. Richtig eingesetzt schafft sie Transparenz, reduziert Prozesskosten und erhöht die Prozesseffizienz. Zeppelin Rental wickelt bereits viele Themen über digitale Tools ab, intern wie extern. Beispiele sind die automatisierte Bestandsführung unserer Flotte via RFID, die bereits erwähnte Zutrittskontrolle oder Steuerung der Ver- und Entsorgungslogistik für unsere Kunden auf Baustellen. Gerade führen wir SmartEquip ein und binden die Abwicklung von Kundendienst und Ersatzteilservice in den Workflow unserer Servicetechniker ein, um die Verfügbarkeit unserer Maschinen und Geräte weiter zu erhöhen. Eines ist aber sicher: Der Mensch ist und bleibt unser zentraler Erfolgsfaktor. Unsere Aufgabe als Unternehmen sehe ich auch darin, unsere Mitarbeiter in neuen Technologien zu befähigen und ihnen etwaige Ängste zu nehmen, die das enorme Tempo des technologischen Wandels leicht mit sich bringt.

ABZ:Neben der Digitalisierung, treibt die Baubranche das Thema des Fachkräftemangels um. Sie haben die Serie "Wir bewerben uns" auf Youtube ins Leben gerufen. Wie ist diese entstanden und welche Rückmeldungen haben Sie diesbezüglich bereits erhalten?

Schrader: Mit "Wir bewerben uns" drehen wir den Spieß um und bewerben uns als Arbeitgeber bei potenziellen Mitarbeitern. Denn der Arbeitsmarkt ist heiß umkämpft. Das spüren auch wir, gerade bei gewerblichen Stellen. Die YouTube-Clips sind lediglich ein Teil, es gibt eine eigene Microsite, Flyer, Plakate und diverse Anzeigen auf Social-Media-Plattformen. Dieser unkonventionelle Weg macht neugierig auf uns und zeigt uns so, wie wir sind: nahbar, sympathisch und innovativ. Wir erleichtern die Kontaktaufnahme und den Dialog und bauen Hemmschwellen ab, die so ein Bewerbungsprozess in der Regel einfach mit sich bringt. Wir haben vereinzelt kritisches Feedback erhalten, der überwiegende Teil der Reaktionen ist jedoch sehr positiv und es ist uns bereits gelungen, auf diesem Weg Mitarbeiter für uns gewinnen zu können. Natürlich liegt das nicht nur an der Kampagne, sondern auch an dem Gesamtpaket, das bei uns einfach stimmt.

Bedarfsgerecht und vorausschauend geplant, ist die Elektro-Baustelleneinrichtung ein wichtiger Faktor für die Baustelleneffizienz.

ABZ: Wie schätzen Sie die aktuelle Situation im Vermiet-Geschäft ein? Welche Herausforderungen warten auf Sie und mit welchen Modellen begegnen Sie ihren Kunden?

Schrader: Der deutsche Mietmarkt verzeichnete in den vergangenen zehn Jahren einen stabilen Aufwärtstrend. Gerade in den vergangenen beiden Jahren ist er deutlich gewachsen und hat mittlerweile ein Volumen von mehr als 4,5 Mrd. Euro. Ich gehe auch 2019/2020 von einer positiven Entwicklung aus. Eine Herausforderung liegt darin, auch bei extrem hoher Nachfrage eine hohe Geräteverfügbarkeit für unsere Kunden zu gewährleisten, ohne einen Überbestand an Equipment aufzubauen. Dank unserer zentralen digitalen Flottendisposition haben wir die Auslastung stets gut im Blick und ein sehr flexibles Asset Management mit kurzfristigem Invest und De-Invest.

Ein weiteres Thema sind die Mietpreise, zugegeben ein Dauerbrenner, wie ich aus langjähriger Erfahrung weiß. Und trotzdem werde ich es nicht müde, für Preisfairness zu werben. Qualität und Dienstleistung müssen angemessen vergütet werden, zumal der Vermieter das gesamte Bestandsrisiko trägt.

Natürlich spielt auch die Digitalisierung, die wir bereits angesprochen haben, eine wichtige Rolle, im Vermietgeschäft und in der gesamten Baubranche. Es bleibt spannend, wie schnell die Vernetzung der Baustelle wirklich voranschreitet und wie erfolgreich die Branche bei bestimmten Themen wie einheitlichen Standards oder offenen Schnittstellen bei Flottenmanagementsystemen zusammenarbeiten wird.

ABZ: Welche größeren Investitionen haben Sie im vergangenen Jahr getätigt und in welchen Bereichen sind noch weitere Investitionen geplant?

Schrader: Wir haben 2018 rd. 65 Mio. Euro in unsere Flotte investiert und werden auch 2019 Maschinen und Geräte für mehr als 50 Mio. Euro zuführen, um unseren Kunden stets modernste Technik zu bieten. Investiert haben wir 2018 ebenfalls in den Zukauf der Baustellen-Verkehrs-Technik GmbH, mit der wir unsere bundesweite Präsenz im Bereich Baustellen- und Verkehrssicherung weiter gestärkt haben. Sie ist nur eine von zahlreichen Akquisitionen mit denen wir unser Portfolio im Rahmen einer langfristigen Strategie seit mehr als 15 Jahren konsequent erweitern. Wir sind heute in der Lage, unsere Kunden über die Gesamtlaufzeit eines Projekts zu unterstützen, was zu einem ganz anderen partnerschaftlichen Verhältnis führt. Wir vermieten nicht nur Maschinen und Geräte, sondern richten Baustellen komplett ein, übernehmen die Baustromversorgung, steuern Personen- und Warenströme auf der Baustelle und kümmern uns um das Entsorgungsmanagement.

ABZ:: Hat sich bei der Ausrichtung von Zeppelin Rental in den vergangenen Jahren etwas geändert, haben Sie bspw. neue Märkte für sich entdeckt? Sie sind ja bereits in Österreich, Tschechien und der Slowakei aktiv, planen Sie weiter innerhalb Europas zu expandieren?

Schrader: Unser Augenmerk liegt auf dem weiteren Ausbau unserer Aktivitäten in den bestehenden Märkten, auf nachhaltigem Wachstum und der langfristigen Sicherung unserer Wettbewerbsfähigkeit. Uns ist es wichtig, unseren Kunden in gewohnt hoher Qualität Lösungen für ihre Herausforderungen zu bieten, wenn nötig, neue Wege zu gehen, und gemeinsam an Themen zu arbeiten, die kein Unternehmen für sich allein lösen kann, wie z. B. die vernetzte Baustelle.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 13/2019.

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