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Zukunft der Bocca Trabaria gesichert

Case unterstützt beim Wiederaufbau

Die zweite Maschine am Einsatzort war der CX145DSR. Dabei handelt es sich um einen kompakten Bagger mit kurzem Heck-Radius, der bei der Errichtung von passiven Zugstangen seine Stärken ausspielt.

Umbrien/Italien (ABZ). – Nach einem Erdrutsch an der Bocca Trabaria, dem höchsten Gebirgspass zwischen denMarken und Umbrien, sindzwei Case-Bagger beim Wiederaufbau und der Sicherung des Geländes im Einsatz. Bei den Restaurierungsarbeiten des beschädigten Pass-Abschnittes stieß das Team zufällig auf eine alte Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Dieser Fund führte dazu, dass der Bereich noch wesentlich länger gesperrt bleiben musste, um die Bombe sicher entschärfen zu können.

Die Azienda Nazionale Autonoma delle Strade (ANAS), eine staatliche Organisation, die für den Bau und die Instandhaltung der italienischen Autobahnen zuständig ist, hat das Unternehmen Pretelli Srl aus Urbino mit der Räumung des betroffenen Bereichs und dem anschließenden Wiederaufbau der Straße betraut.

"Diese Straße wurde zwischen Anfang und Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut und ist wie alle Bergpässe mit großen geologischen und geotechnischen Problemen behaftet", erklärt Unternehmensinhaber Francesco Pretelli. "Durch einen historischen Erdrutsch hat sich der Zustand in den letzten Jahren verschlimmert, sodass eine wiederholte Sperrung der Straße drohte. Aus diesem Grund beschloss die ANAS, sofort einzugreifen, um das Problem so gefahrlos und schnell wie möglich zu beheben." Francescos Sohn, Enrico Pretelli, fährt fort: "Wir setzen bei unseren Arbeiten auf eine kürzlich bei Maie erworbene CX240D-Maschine." Die Pretellis schätzen, dass sie bei diesem Einsatz mehr als 1000 Stunden geleistet hat.

Gemeinsam mit dem Händler Ravenna haben die Verantwortlichen die Maschine speziell an die Bedürfnisse der Firma angepasst. "Für unsere Anforderungen wurde er mit einem zweiteiligen Ausleger konfiguriert. Da die Maschine für Arbeiten in großen Höhen zugelassen ist, können wir damit Aufgaben ausführen, für die normalerweise ein Baukran erforderlich ist", erläutert Enrico Pretelli. "Auf diese Weise sind wir imstande, einen Auftrag mit ein und derselben Maschine zu bewerkstelligen, während wir für Erdarbeiten einen Bagger einsetzen." Francesco Pretelli ergänzt: "Die Maschine ist sehr stabil, wir haben sie als Sonderanfertigung bauen lassen, mit einem Betriebsgewicht von fast 26 Tonnen, Doppelstegketten und einem Bergwaggon. Auf dieser Baustelle, auf einer Höhe von mehr als 1000 Metern, zahlt sich das aus." In der Kabine sitzt Baggerführer Sebastiano Gabrielli, das älteste Mitglied der Urbino-Belegschaft. Mit mehr als 40 Jahren Erfahrung – auch mit Maschinen anderer Hersteller – betont er, dass er sehr zufrieden mit dem Case-Bagger ist. Mit diesem habe er auch schon Aufträge an besonders schwierigeren Einsatzorten gemeistert. Die zweite Maschine am Einsatzort war der CX145DSR. Dabei handelt es sich um einen kompakten Bagger mit kurzem Heck-Radius, der bei der Errichtung von passiven Zugstangen seine Stärken ausspielt.

"Die Maschine zeichnet sich durch eine sehr geringe Aufstellfläche sowie eine hervorragende Leistung aus, die einer herkömmlichen Maschine in der Tonnageklasse 13 bis 18 Tonnen entspricht", so die Einschätzung Francesco Pretellis. "Sie kann sich extrem gut in engen Umgebungen und auf kleinem Raum bewegen. Wir nutzen sie auch für den Transport von Mikropfählen aus hochfestem Stahl, Stahlbeton und Mörtel."

Zu den Arbeiten an der Spitze des Bocca-Trabaria-Passes gehörte auch das Stapeln von großkalibrigen Pfählen. Bis zu 120 Pfähle, die jeweils 20 m lang und 80 cm breit sind, mussten dabei bewegt werden. Nachdem die Rumpfspanten gesetzt wurden, haben die Mitarbeitenden die passiven Zugstangen (insgesamt etwa 100 von ihnen) im Inneren des Berges mit einer Neigung von 20° zur Achse des Randsteins angebracht. Danach wurde das Projekt mit einer Stützmauer und der neuen Barriere abgeschlossen, um die Straße zu sichern.

Als es im Zuge des Pass-Einsatzes darum ging, einen neuen Raupenbagger für einen Aufräumeinsatz zu kaufen, folgte das Unternehmen dem Rat von Maie und sah sich eine Case-Maschine an, welche die Feuerwehr in von Erdbeben betroffenen Gebieten innerhalb der Region Marken einsetzt. Der Bagger wurde so angepasst, dass er – ausgestattet mit einem Grabenlöffel und anderer technischer Vorrichtung – in unebenem Gelände bestens arbeiten kann, versichert das Unternehmen. Zu diesem Zweck setzte sich Pretelli mit den Technikern von Maie, unter der Leitung von Marino Venturini, zusammen und veranlasste einige Modifikationen an dem Case-Bagger der Bezeichnung CX210D. Entstanden sei ein einzigartiges, stabiles und sicheres Modell mit zusätzlicher Schaufel und Ausleger für Abbruch- und Aushubarbeiten. Die Maschine habe sich bislang immer wieder bewährt – auch bei Arbeiten in den Höhenlagen der Bocca Trabaria. Die Gesamtkosten des von der ANAS finanzierten Projekts beliefen sich nach Aussage der Verantwortlichen auf 889 080,68 Euro. Das Unternehmen Pretelli Srl hat seinen Sitz in Urbino, Mittelitalien und ist mit rund 25 Mitarbeitenden im öffentlichen und privaten Bausektor tätig.


Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 21/2021.

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