Zusammenspiel von Gebäuden

Schüco-Neubau wird nach 3XN-Ideen realisiert

Schüco erweitert seine bestehende Unternehmenszentrale in Bielefeld: Der durch das Architekturbüro geplante Neubau wird mit eigenen Schüco-Systemlösungen realisiert und mit der bisherigen Unternehmenszentrale verbunden.

Bielefeld (ABZ). – Schüco erweitert seine bestehende Unternehmenszentrale in Bielefeld: Der vom Kopenhagener Architekturbüro 3XN geplante Neubau sieht ein offenes Raumkonzept mit kommunikativer Arbeitslandschaft vor. Zusammen mit eigenen Schüco-Systemlösungen entsteht ein architektonisch anspruchsvoller Neubau, der Werte wie Innovation, Exzellenz, Partnerschaft und Verantwortung visualisiert und erlebbar machen soll. Fünf Stockwerke bilden eine Brücke über die Schücostraße und tragen dazu bei, die direkte Verbindung zur bisherigen Unternehmenszentrale zu schaffen, deren vorderer Teil im Anschluss der Neubauphase kernsaniert wird.

Seit über 60 Jahren prägt die Schüco Unternehmenszentrale das Stadtbild in Bielefeld an der Karolinenstraße. Im Laufe der Jahrzehnte ist der Standort sukzessive zu einem großflächigen Campus mit Bauten aus unterschiedlichen Stilperioden erweitert worden. Am nordwestlichen Rand wird das Areal jetzt durch den von 3XN geplanten Neubau ergänzt. Auf sieben Ebenen mit einer Geschossfläche von 7200 m² wird eine moderne Bürolandschaft für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entstehen. Der Baubeginn ist für das erste Quartal 2018 geplant. Andreas Engelhardt, geschäftsführender und persönlich haftender Gesellschafter, freut sich: "Mit dem Neubau schaffen wir eine moderne Arbeitsatmosphäre, die den Dialog, die Zusammenarbeit und den Wissensaustausch fördert. Damit legen wir den Grundstein für weiteres Wachstum und eine erfolgreiche Zukunft."

Mit der Planung und Umsetzung des Projektes hat Schüco nach einem nach den transparenten Statuten der Architektenkammer NRW international ausgeschriebenen Wettbewerb das renommierte Kopenhagener Architekturbüro 3XN beauftragt. Die Planer haben einen Baukörper mit einer eleganten Fassade vorgesehen, der mit seiner Kubatur die Höhen und Fluchtlinien der umgebenden Gebäude aufgreift und einen markanten architektonischen Akzent in Richtung der vielbefahrenen Herforder Straße schafft. Mit einem verbindenden Anschluss an die bestehende Unternehmenszentrale wird gleichzeitig eine gläserne Brücke über die im Zuge des Neubaus verlängerte Schücostraße entstehen: "Im Zusammenspiel der beiden Gebäude schaffen wir ein einladendes Eingangstor zum rückwärtig angrenzenden Schüco Campus", erklärt 3XN-Partnerarchitekt Jan Ammundsen das Konzept.

3XN verbinden in ihren Entwürfen skandinavische Klarheit und Funktionalität mit expressiven Formen und präzise gesetzten Details. Dem gleichen Anspruch folgt die Innenraumgestaltung des Schüco-Neubaus. Als zentrales Rückgrat des Gebäudes fungiere das über sämtliche Ebenen aufsteigende, über eine gläserne Kuppel belichtete Atrium mit seinen dynamisch übereinander geschichteten, dabei leicht vor- und zurückspringenden Geschossebenen. Im Zusammenspiel der verschiedenen Elemente entstehe ein organisch fließendes Raumkontinuum mit überraschenden Sichtachsen durch das gesamte Gebäude.

Im frei zugänglichen Erdgeschoss seien neben einem offenen Empfang mehrere flexible Konferenzräume für Seminare und Besprechungen vorgesehen. Ein wichtiges Element bilde außerdem die breite Treppe zum ersten Obergeschoss, die gleichzeitig als Ort der Begegnung gestaltet ist und die bei Bedarf auch als Tribüne für Festivitäten oder Ausstellungen nutzbar sein wird. Hier – wie in sämtlichen anderen Bereichen des Gebäudes – verfolgen die Architekten den Anspruch einer kommunikationsfördernden Büroorganisation, die Raum für unterschiedliche Arbeitsformen und Möglichkeiten der spontanen Begegnungen bietet. "Wir gehen davon aus, dass Architektur einen großen Einfluss auf unser Verhalten hat", formuliert Ammundsen eine grundlegende Auffassung seines Büros. "Deshalb legen wir generell großen Wert auf ganzheitlich gestaltete Räume mit hoher Aufenthaltsqualität, in denen sich die Menschen als Teil eines größeren Ganzen wahrnehmen." Ganz bewusst besitzt der Neubau deshalb auch keine Korridore, sondern ist als offene Arbeitslandschaft konzipiert. Die Mitarbeiter bewegen sich dabei in einer Schleife um das zentrale Atrium, sodass ein kontinuierlicher "Flow" ohne Sackgassen entsteht. Die enge Verbindung der unterschiedlichen hier verorteten Bereiche soll dabei einen lebendigen Wissensaustausch ermöglichen und so nachhaltig den Arbeitsalltag sämtlicher Schüco-Mitarbeiter bereichern. Für konzentriertes Arbeiten werden Möglichkeiten entlang der Außenfassade geschaffen.

Für einen nachhaltigen und energiesparenden Betrieb wird der Neubau mit einer modernen und wartungsfreundlichen Haustechnik geplant. Als Hauptheizquelle ist Fernwärme vorgesehen. Zusätzlich steht eine Erdwärmepumpe als Hauptquelle für Kaltwasser und als Backup für Heißwasser zur Verfügung. Die Lüftung erfolgt über ein Quelllüftungssystem und integriert eine effiziente Wärmerückgewinnung. Darüber hinaus soll das Gebäude mit zu öffnenden Fensterelementen natürlich belüftet werden können.

Ein weiterer wichtiger Baustein zur Senkung der Kühllast ist eine passive/aktive Nachtkühlung. Durch ein Zusammenspiel der Maßnahmen und Schüco-Systemtechnik wird der Neubau die drei Zertifizierungen LEED, BREEAM und DGNB erhalten – als Beleg bspw. für weitsichtige Planung, hochwertige Ästhetik, energiesparenden Betrieb und ein ganzheitliches, modernes Arbeitsumfeld.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 31/2017.

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