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Zuversicht trotz globaler Risiken

Maschinenbauer erwarten stärkeres Wachstum

Hannover (dpa). – Deutschlands Maschinenbauer rechnen in diesem Jahr trotz der Risiken für die globale Wirtschaft mit einem stärkeren Wachstum als bisher erwartet. Der Branchenverband VDMA hob seine Produktionsprognose von real plus 3 auf nun plus 5 % an. Verbandspräsident Carl Martin Welcker begründete dies zum Auftakt der Hannover Messe in dieser Woche mit dynamischen Auftragseingängen, "die jetzt nach und nach zu Umsatz werden", sowie mit guten Perspektiven für die Nachfrage. 2017 erzielte die erfolgsverwöhnte und stark exportorientierte Branche ein Plus von 3,9 %. 

Bereits im Januar habe die Kapazitätsauslastung der Branche mit 87,9 % auf dem höchsten Stand seit April 2012 gelegen, hieß es. Welcker sieht trotz guter Prognosen für die USA als größten Einzelmarkt hohe Risiken durch den aktuellen Handelskonflikt. In China drohe nach einem ungewöhnlich kräftigen Plus von 23 % im Vorjahr zudem ein nachlassendes Wachstumstempo. Für die EU-Länder erwartet der Verband anhaltend hohe Lieferungen – mit Ausnahme Großbritanniens. "Selbst ein Minus in zweistelliger Größenordnung schließen wir nicht aus – der Brexit wird deutliche Spuren bei den Investitionen auf der Insel hinterlassen", so Welcker. Schon im Vorjahr nahmen die Exporte dorthin um 3 % ab. EU-Verhandlungsführer Michel Barnier wollte sich zu Details der für den Brexit ausgehandelten Übergangslösungen auf der Messe äußern.

Welcker, der sich für "ein neues – schlankeres – Freihandelsabkommen" zwischen der EU und den USA aussprach – plädierte erneut für offene Märkte als unverzichtbar für die Branche. Sie führt mehr als drei Viertel aller produzierten Güter aus. "Eine weltweite Welle des Protektionismus würde uns unmittelbar treffen", warnte Welcker und betonte: "Niemand kann ein Interesse an einer Eskalation von Handelskonflikten haben, bei dem am Ende alle Seiten verlieren – die USA, China und Europa."

Mit Blick auf den industriellen Mittelstand forderte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) von der Bundesregierung einfachere Vorgaben bei der Absicherung von Exportgeschäften über die Hermes-Deckung für Kredite bis 5 Mio. Euro.

Nötig seien zudem auch klare Leitlinien für den Einsatz der Künstlichen Intelligenz. Das könne aber nicht durch nationale Alleingänge geregelt werden. "Sowohl die Größe der Herausforderung als auch der Ehrgeiz unserer globalen Wettbewerber erfordern eine mutige europäische Strategie", sagte Welcker. Er forderte auch weniger Bürokratie bei der Digitalisierung.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 17/2018.

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