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Zweite Produktionsstätte in Betrieb genommen

Gerüstsystem ist neu auf dem Markt

Auf der diesjährigen bauma konnten sich auf dem mehr als 300 m² großen, zweigeschossigem Messestand der MJ-Gerüst GmbH interessierte Gerüstanwender über die neuesten Trends der Branche informieren und untereinander austauschen.

Plettenberg (ABZ). – Modernste Robotertechnik, neueste Schweißverfahren und eine stark gestiegene Anzahl an Schweißzellen: all dies findet man in den neuen, hellen und mit aktuellster Gebäudetechnik ausgerüsteten Produktionshallen, die MJ-Gerüst im Industriegebiet Osterloh-West in Plettenberg errichtet hat. Die MJ-Gerüst GmbH hat dort kürzlich ihre zweite Produktionsstätte in Betrieb genommen. Sie stellt sich so eigenen Angaben zufolge auf die stark wachsende Nachfrage nach ihren Gerüstsystemen ein. Ein vollautomatisches Langgutregal versorgt drei Trumpf Rohrlaseranlagen und mehrere Sägen rund um die Uhr mit Material, das dann auf den sich daran anschließenden Schweißanlagen weiterverarbeitet wird. "Es ist uns gelungen, das Industriegebiet Osterloh-West, das eigentlich für eine Vielzahl von Unternehmen gedacht war, vollständig zu erwerben. Auf diese Weise sind wir in der Lage, der stetig steigenden Nachfrage nach unseren Produkten gerecht zu werden und gleichzeitig unserem Heimatstandort Plettenberg treu zu bleiben," erklärt Jörg Frommann, Prokurist und kaufmännischer Leiter bei MJ-Gerüst. Angrenzend an das neue Schweißwerk befinden sich weitere 10 ha Fläche im Eigentum der Junior-Gruppe. Sollte der Markt dies verlangen, könne man in Plettenberg auch in den nächsten Jahren reagieren, so Frommann.

Um die eigene Versorgung mit Stanzteilen sicherzustellen, sei im Februar zudem eine weitere Schuler Servopresse in Betrieb genommen worden. Zusammen mit dem unmittelbar angegliederten eigenen Werkzeugbau sei MJ-Gerüst auch in der Stanztechnik außerordentlich schlagkräftig. Ausfallzeiten würden durch die im Mehrschichtbetrieb arbeitende Werkzeuginstandsetzung auf ein Minimum reduziert. All dies spiegele sich in einer hervorragenden Lieferperformance wider.

Direkt neben der Stanzhalle finde man die vor einem Jahr in Betrieb genommene Stahlbodenfertigung, die zu den modernsten ihrer Art zähle. Automatische Breiten- und Höhenverstellung in der Profilierung sowie vollautomatisches Handling bis hin zum computergesteuerten Abstapeln würden eher an eine Automobil- als an eine Gerüstproduktion erinnern. "Wir investieren regelmäßig und eher überdurchschnittlich in modernste Technik", erklärt Frommann. Auf der diesjährigen bauma konnten sich auf dem mehr als 300 m² großen, zweigeschossigem Messestand der MJ-Gerüst GmbH interessierte Gerüstanwender über die neuesten Trends der Branche informieren und untereinander austauschen. Dort sei unter anderem über die neugefasste TRBS 2121 heiß diskutiert worden. "Unsere vorrangige Aufgabe ist es nun, dem Gerüstanwender wirksame und gleichzeitig praktikable Systeme an die Hand zu geben, mit denen er in der Lage ist, die technischen Regeln ohne viel Mehraufwand und möglichst kostengünstig zu erfüllen", so Frommann. Am MJ-Stand habe man eine Vielzahl solcher Lösungsansätze besichtigen, ausprobieren und weiterentwickeln können. Welcher Weg hier der richtige sei und welches System die größte Akzeptanz finde – bei gleichzeitiger Erfüllung der einschlägigen Vorgaben, – werde sich in den nächsten Monaten herausstellen.

Große Beachtung habe auf der bauma der MJ MSG-Geländer Pfosten gefunden, der ohne viel Mechanik sicher am Standrohr verriegelt und der zudem universell an fast allen Gerüstsystemen eingesetzt werden könne. In Kombination mit dem leichtgängigen, teflongelagerten teleskopierbaren Geländerholm, der über Kippfinger sicher am Pfosten angebracht werden könne, stelle der MSG-Pfosten eine akzeptable Lösung dar. Jörg Frommann: "So richtig schön finde ich alle bisher von den Gerüstherstellern angebotenen Lösungen nicht. Es ist daher umso mehr unsere Pflicht als Hersteller, die vorhandenen Ansätze mit Hochdruck weiterzuentwickeln, um dem Gerüstbauer den Fortbestand seiner Gerüstsysteme zu sichern."

Einen anderen Weg gehe das von MJ erstmals auf der bauma vorgestellte Gerüstsystem MJ Optima, das unter Verwendung einer Vielzahl von beim Kunden bereits vorhandenen Gerüstbauteilen die Möglichkeit eines systemintegrierten vorlaufenden Seitenschutzes biete. "Wir möchten hiermit zeigen, dass es auch ohne einen vollständigen Systemwechsel möglich ist, die Anforderungen der TRBS 2121 systemintegriert zu erfüllen." Das System bestehe, ähnlich dem H-Rahmen-Prinzip, im Wesentlichen aus der Verlagerung des Ständerstoßes mittig zwischen den Belagebenen, also jeweils in 1 m Höhe. Somit sei man bei ausschließlicher Verwendung von baugleichen 2-m-Stielen, die im oberen Bereich Kippstifte zur Aufnahme des gelenkig gelagerten Seitenschutzes aufweisen, auf jeder Gerüstlage imstande, für die jeweils darüber liegende Ebene den Seitenschutz aus einer gesicherten Position heraus vollständig zu errichten. Auf Wunsch auch auf der Gerüst-Innenseite.

Ergänzt werde das System durch Anfangs- und Abschlussstiele sowie Adapterstiele, die einen Weiterbau auf bzw. mit vorhandenem Fassadengerüst ermöglichten. Sämtliche Gerüstbeläge der vorhandenen Gerüstsysteme könnten im MJ Optima weiterverwendet werden, darüber hinaus, je nach verwendetem Gerüstsystem, auch Geländer, Diagonalen und Bordbretter. Die Modullochscheibe in Ständermitte ermögliche den Anschluss von Belagriegeln sowie von Längsriegeln, Diagonalen oder Konsolen. Durch den Ständerstoß deutlich außerhalb der Verankerungsebene seien besondere Anforderungen an den Rohrverbinder des MJ Optima zu stellen. "Die Steckverbindung musste bereits im Vorfeld aufwendige Versuche bestehen. Durch die Verwendung hochfesten Stahles sowie die Optimierung des auf einen Ø von 41 mm gewachsenen Rohrverbinders haben sich jedoch alle geforderten Versuche als völlig unkritisch herausgestellt. Das Ankerraster und, bei leichten Ertüchtigungen im Grund, auch die mögliche Gerüsthöhe unterscheiden sich nicht wesentlich von den bewährten Rahmengerüstsystemen", so Frommann. Der 2-m-Stiel sei mit 7 kg ein Leichtgewicht und unterbiete alle aktuell im Markt angebotenen Systeme. Der Aufbau erfolge deutlich schneller als bei klassischem Modulgerüst; MJ Optima müsse sich hier vor dem Rahmengerüst plus Montagesicherheitsgeländer nicht verstecken. MJ verfolge somit aktuell zwei Ziele: Erhaltung und Ertüchtigung der vorhandenen Systeme einerseits, sowie das Aufzeigen von wirtschaftlichen Alternativen, die Spaß machen, andererseits. Für das System MJ Optima ist ein Zulassungsverfahren anhängig, das bei Redaktionsschluss noch nicht abgeschlossen war. MJ-Gerüst führt jedoch bereits Feldversuche an ausgewählten Großbaustellen durch, für die bereits Einzelstatiken vorliegen.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 20/2019.

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