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Zwölf große Wohnviertel

Berlin plant 50 000 neue Wohnungen

Berlin (dpa). – In Berlin sollen zwölf große Wohnviertel neu entstehen. Hier könnten perspektivisch etwa 100 000 Menschen leben, sagte kürzlich Bausenator Andreas Geisel (SPD). Nötig würden die neuen Quartiere wegen des starken Zuzugs in die Hauptstadt, die in den nächsten zehn Jahren auf etwa vier Mio. Einwohner wachsen werde.

An den neuen Standorten sollen insgesamt 45000 bis 50 000 Wohnungen gebaut werden – pro Viertel im Schnitt 3750. Diese Größe mache sie ökonomisch tragfähig, weil so eigene Schulen und soziale Infrastruktur geschaffen werden könne. Das kleinste neue Quartier seien die Buckower Felder im Süden Neuköllns, das größte sei mit 6000 Wohnungen am Blankenburger Pflasterweg in Heinersdorf geplant. Die meisten Gebiete müssen neu entwickelt werden, einzig in der Europacity in Mitte, in Adlershof und für die Wasserstadt Oberhavel gebe es bereits Baurecht.

Es sollten keine Schlafstädte, sondern lebendige Kieze entstehen, betonte Geisel. Monotoner Städtebau nach Plattenbau-Art solle unbedingt vermieden werden – unter anderem, indem mehrere Bauherren ein Gebiet in kleinen Parzellen entwickeln. "Wir haben nicht nur Wohnsiedlungen im Kopf, wir wollen Stadtquartiere bauen", betonte Bau-Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup. Auf fast allen Flächen mit Ausnahme eines Teils der Europacity werde es Sozialwohnungen geben.

Landeseigene Wohnungsbaugesellschaften sollen genauso bauen wie Genossenschaften und privaten Bauherren. So entstünde die typische Berliner Mischung unterschiedlicher Schichten in einem Kiez. Dazu gehörten auch Arbeitsplätze, sagte Geisel. In Erdgeschossen könnten Bäckereien und kleine Läden angesiedelt werden, die die Kieze lebendig machten. "Dort spielt sich städtisches Leben ab", erklärte der Senator. Geplant sind vor allem mehrgeschossige Häuser, auf ausgewählten Flächen allerdings auch Reihenhäuser. Es gehe um eine "dichte Bauweise mit hoher Freiraum-Qualität".

Vor Baubeginn sei eine umfassende Bürgerbeteiligung selbstverständlich, betonte Geisel. "Die Frage, wie gebaut wird, müssen wir umfassend diskutieren." Dabei könne es um die Dichte der Bebauung und auch um Qualitäten gehen. "Die Frage, ob gebaut wird, sollten wir aber nicht mehr diskutieren", betonte der Senator. Das sei angesichts der Bevölkerungsentwicklung alternativlos.

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