"taz"

Neue Zentrale in "Häkeldecke" aus Stahl gekleidet

Stahlbau
Seit Oktober 2018 arbeiten alle Mitarbeiter unter dem Dach des neu gebauten taz-Hauses. Foto: Karsten Tielker

Berlin (ABZ). – Die "taz" wurde in den 70er-Jahren als alternatives, selbstverwaltetes Zeitungsprojekt gegründet. Die verschiedenen Abteilungen der überregionalen Tageszeitung befanden sich bislang in unterschiedlichen Gebäuden. Seit Oktober 2018 arbeiten sie alle unter einem Dach and der Friedrichstraße. Das Interesse der Architekten für die alternative Zeitungsgenossenschaft zu bauen war groß: 312 Architekturbüros hatten sich um eine Teilnahme am Wettbewerb für das taz-Haus beworben, 25 wurden für den Wettbewerb ausgewählt, gewonnen hat das Züricher Büro E2A. Beton, Glas und feuerverzinkter Stahl sind die dominierenden Materialien des Gebäudes und schaffen eine Werkstatt-Atmosphäre, die ausdrücklich erwünscht gewesen war. Eine netzartige Betonkonstruktion bildet das Tragwerk des Baus und ermöglicht freie Raumgestaltungen. Die Besonderheit des Tragwerks besteht darin, dass alle Teile gleichviel leisten müssen und nur zusammen Stabilität erreichen. Damit ist die Architektur und Konstruktionsweise des neuen Hauses auch ein Sinnbild für die Organisation der taz.

Die Netzstruktur aus Beton findet ihr Pendant, quasi als Verdopplung in einer filigranen, netzartigen Fassadenkonstruktion aus Stahlprofilen, die von den taz-Mitarbeitern "Häkeldecke" genannt wird. Die selbsttragende Fassade legt sich um das Haus, erweitert es in den Stadtraum hinein und schafft einen umlaufenden Balkon. Sie verleiht dem Gebäude Leichtigkeit und ermöglicht den Nutzern hinauszutreten und punktuell ihren Arbeitsplatz in den Außenraum zu erweitern. Eine vertikale Treppenkonstruktion verbindet die Geschosse miteinander. Aufgrund ihrer Dimension und Plastizität dient sie nicht nur der Erschließung, sondern ist auch die vertikale Fußgängerzone des Hauses. Die Zwischenpodeste fungieren als Orte der Begegnung und fördern die spontane Kommunikation.

Feuerverzinkter Stahl kam in vielfältiger Weise im taz-Haus zum Einsatz. Die Stahlprofile der Fassade, die vertikale Treppenkonstruktion, die Welldraht-Füllungen der Balkon- und Treppengeländer sowie Gitterroste als Böden der Balkone oder als Deckenelemente im Gebäude-Inneren wurden laut Edelstahl Rostfrei dauerhaft und nachhaltig durch Feuerverzinken vor Korrosion geschützt. Sie tragen zur unprätentiösen und robusten Materialität des taz-Hauses bei und werden im Zeitverlauf patinieren.

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