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# 103 Meter Arbeitshöhe für Wetterhahn-Montage am Kirchturm
- URL: https://allgemeinebauzeitung.de/arbeitshoehe-wetterhahn-kirchturm-st-moritz/
- Published: 2026-10-19T09:45:37.000Z
- Updated: 2026-10-19T09:45:37.000Z
- Description: Die Eisele GmbH setzt eine Wumag WT 1000 mit 103 m Arbeitshöhe ein, um den Wetterhahn am 77 m hohen Kirchturm in St. Moritz zu montieren. Der Transport und die Platzierung erfolgen unter besonderen Gegebenheiten auf engem Gelände.
- Author: ABZ
- Tags: Services und Instandhaltung, Baupraxis, #Top-Story

St. Moritz/Schweiz (ABZ) | Für Instandhaltungsarbeiten an der reformierten Dorfkirche St. Moritz setzte die Eisele GmbH aus Maintal, ein Unternehmen der Hagedorn Unternehmensgruppe, eine Wumag WT 1000 mit 103 m Arbeitshöhe ein. Im Auftrag der Schweizer Emil Egger AG unterstützte das Unternehmen die Arbeiten am rund 77 m hohen Kirchturm. Höhepunkt des Einsatzes war die Montage des Wetterhahns, der mit einem Helikopter der HeliBernina AG zur Turmspitze transportiert wurde.

Bereits der Transport der Arbeitsbühne stellte besondere Anforderungen an die Planung. Für die Fahrt in das Engadin mussten Transportweg, Zollabfertigung und ein Schweizer Begleitfahrzeug organisiert werden. Die Route führte über enge Passstraßen und Ortsdurchfahrten sowie über den Julierpass auf rund 2.284 m Höhe. Eine steile Passage hinter dem Pass erforderte zusätzliche Aufmerksamkeit. Das Begleitfahrzeug unterstützte auf kritischen Streckenabschnitten und sicherte Engstellen ab.

Auch am Einsatzort waren die Platzverhältnisse eingeschränkt. Die Wumag WT 1000 musste in einer schmalen Gasse nahe der Dorfkirche positioniert werden. »St. Moritz an sich ist sehr eng. Wir stehen in einer Gasse, wo die Bühne gerade so hereinpasst«, sagt Rocco Schimmel, Prokurist und Abteilungsleiter Krandienst, Schwermontage und Projekt Engineering bei Eisele.

Die Abstützung der Arbeitsbühne war aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nur eingeschränkt möglich. Während eine Seite vollständig abgestützt werden konnte, war auf der gegenüberliegenden Seite lediglich eine halbseitige Abstützung möglich. Trotzdem ließ sich die vollständige Arbeitshöhe von 103 m nutzen. »Die WT 1000 ist die richtige Lösung, da sie auf sehr beengten Platzverhältnissen trotzdem hochflexibel ist«, erklärt Jan Börstinghaus, Leiter der Projektabteilung Schwermontage und Project Engineering bei Eisele.

![](https://allgemeinebauzeitung.de/content/images/2026/10/Der-Wetterhahn-schwebt-am-Helikopterseil-zur-Kirchturmspitze--wo-das-Team-im-Arbeitskorb-bereitsteht.-ja.jpg)

![](https://allgemeinebauzeitung.de/content/images/2026/10/Die-Gro--hubarbeitsbu--hne-von-Eisele-unterwegs-auf-einer-Bergstra--e.-ja.jpg)

![](https://allgemeinebauzeitung.de/content/images/2026/10/Pra--zise-positioniert-der-Arbeitskorb-an-der-Kirchturmspitze.-ja.jpg)

![](https://allgemeinebauzeitung.de/content/images/2026/10/Rocco-Schimmel--Jan-Bo--rstinghaus-und-Thomas-Gro--schner--von-links--von-Eisele.-ja.jpg)

![](https://allgemeinebauzeitung.de/content/images/2026/10/Die-Eisele-Hubarbeitsbu--hne-im-Einsatz-an-der-reformierten-Dorfkirche-in-St.-Moritz.-1.jpg)

Rocco Schimmel, Jan Börstinghaus und Thomas Gröschner (von links) von Eisele.

Die 2007 gebaute Wumag WT 1000 erreicht eine Arbeitshöhe von 103 m. Die Arbeitsbühne ist auf einem selbstfahrenden, geländegängigen fünfachsigen All-Terrain-Kranfahrgestell montiert. Damit verbindet die Maschine die große Arbeitshöhe mit den für den Einsatz erforderlichen Rangiermöglichkeiten und der Standsicherheit.

Bühnenfahrer Thomas Gröschner arbeitet regelmäßig mit der Maschine. «Die Bühne ist mein Baby. Es ist mein Stammfahrzeug und ich lasse ungern jemand anders damit fahren.« Bei Einsätzen unter beengten Bedingungen kommt es nach Angaben des Unternehmens darauf an, die technischen Möglichkeiten der Maschine zu kennen und ihre Positionierung an die örtlichen Gegebenheiten anzupassen.

Nach der Ankunft und dem Aufbau der Arbeitsbühne am 30\. Juni fanden am 1\. Juli Instandhaltungsarbeiten am Turmdach und an der Aufnahmebefestigung des Wetterhahns statt. Zusätzlich wurde die Holzleiter im oberen Turmbereich ersetzt. Sie wird für den Winterdienst benötigt und ermöglicht den Zugang zur späteren Schneeräumung des Turms.

Die Gemeinde St. Moritz, Abteilung Hochbau, unterstützte den Einsatz bei der Zufahrt und den Absperrungen. Auch der Werkhof der Gemeinde sowie die beteiligten Handwerksbetriebe waren in die Vorbereitung eingebunden. »Die Leute, die es vorbereiten, sind genauso wichtig wie die Leute, die es am Ende umsetzen«, sagt Gröschner.

Am 2\. Juli transportierte die HeliBernina AG den Wetterhahn vom Bereich des Parkhauses Quadrellas zur Kirchturmspitze. Die Arbeitsbühne war Teil des Montagekonzepts: Ein Mitarbeiter im Korb übernahm die Führungsseile, um die schwebende Last kontrolliert zur vorgesehenen Position zu führen.

Dafür mussten der Pilot des Helikopters, der Einweiser und der Bühnenfahrer ihre Bewegungen genau aufeinander abstimmen. Zwischen Helikopter und Last musste ausreichend Seillänge verbleiben, damit die Einflüsse der schwebenden Last auf die Arbeitsbühne möglichst gering blieben.

Die Arbeit im Korb erforderte dabei besondere Konzentration. „Der Korb bietet keinen so festen Standpunkt wie die Erde. Er arbeitet ein bisschen wie ein kleines Boot – es ist immer Bewegung“, beschreibt Gröschner die Situation. Der Mitarbeiter bewegte den Wetterhahn nicht selbst, sondern führte ihn mithilfe der Führungsseile und unterstützte so die kontrollierte Positionierung.

Neben Eisele und der HeliBernina AG waren die Gemeinde St. Moritz mit ihrer Abteilung Hochbau und dem Werkhof sowie die beteiligten Handwerksbetriebe an dem Projekt beteiligt. Nach Angaben von Eisele war das Unternehmen für diesen Einsatz der einzige infrage kommende Anbieter. Ausschlaggebend seien die erforderliche Technik und die Erfahrung mit komplexen Höhen- und Montagearbeiten gewesen.

Auch die Planung der Maschine, der Transport und die Positionierung sowie die Abstimmung mit dem Helikopter gehörten zu den Aufgaben im Vorfeld. »Das war eine tolle Teamleistung«, betont Bülent Akgöl, Chief Operating Officer der Hagedorn Schwerlastlogistik Management GmbH. »Der Einsatz zeigt, wie innovative technische Lösungen, gute Vorbereitung und die präzise Zusammenarbeit aller Beteiligten auch unter anspruchsvollen Bedingungen zum Erfolg führen.«

Mit der Montage des Wetterhahns auf der Spitze der reformierten Dorfkirche wurde der Einsatz abgeschlossen. Für die Beteiligten waren neben der Arbeitshöhe vor allem die eingeschränkten Platzverhältnisse, die Abstützung der Arbeitsbühne und die Koordination mit dem Helikopter entscheidend.