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# Baugewerbe warnt vor neuen ÖPP-Projekten im Autobahnbau
- URL: https://allgemeinebauzeitung.de/autobahn-baugewerbe-opp-projekte-mittelstand-wirtschaftlichkeit/
- Published: 2026-10-26T10:27:55.000Z
- Updated: 2026-10-26T10:27:55.000Z
- Description: Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe kritisiert neue ÖPP-Modelle im Autobahnbau und fordert einen Vergleich mit öffentlich finanzierten Projekten.
- Author: ABZ
- Tags: Baupolitik, Unternehmen und Wirtschaft

Berlin (ABZ) | Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) spricht sich gegen neue öffentlich-private Partnerschaften (ÖPP) im Autobahnbau aus, solange deren Wirtschaftlichkeit nicht durch einen Vergleich mit konventionell öffentlich finanzierten Bauvorhaben belegt ist. Im Zuge der Investorenkonferenz der Bundesregierung und der Verkehrsministerkonferenz wird verstärkt über ÖPP-Modelle für Bau und Betrieb von Autobahnen diskutiert. ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa warnt davor, den Bau und die Sanierung der Bundesfernstraßen vorrangig über private Investoren abzuwickeln. Dadurch drohe der heimische Baumittelstand bei der Vergabe größerer Projekte benachteiligt zu werden.

»Wir haben nichts gegen privates Kapital - ganz im Gegenteil. Aber neue ÖPP-Projekte schließen den heimischen Mittelstand faktisch vom Bau und Erhalt unserer Autobahnen aus. Zugleich binden sie den Bund über Jahrzehnte an Verträge, deren Wirtschaftlichkeit nicht belegt ist.«

Der ZDB verweist auf die 2018 gegründete Autobahn GmbH des Bundes, bei der Planung, Bau, Betrieb und Erhalt der Autobahnen gebündelt sind. Mit rund 15.000 Beschäftigten verfüge sie nach Einschätzung des Verbands über die Voraussetzungen, um die Sanierung der Autobahnen selbst umzusetzen. Ab 2027 soll die Gesellschaft zudem eigene Kredite aufnehmen dürfen. Der Verband sieht deshalb keinen zusätzlichen Bedarf für neue ÖPP-Projekte als Finanzierungsmodell.

Pakleppa kritisiert, dass bei der Vergabe ganzer Streckenabschnitte an private Konsortien mittelständische Bauunternehmen kaum zum Zuge kämen. Diese seien seit Jahrzehnten am Bau und an der Sanierung von Straßen und Brücken im deutschen Autobahnnetz beteiligt.

Nach Kenntnis der Bundesregierung sind mittelständische Bauunternehmen mit weniger als 1.000 Beschäftigten auf Konsortialebene bei ÖPP-Projekten im Bundesfernstraßenbau nicht vertreten. Zudem verursachen ÖPP-Projekte nach Angaben der Bundesregierung höhere Finanzierungskosten. Diese würden letztlich von den Steuerzahlern getragen.

Der ZDB fordert die Bundesregierung auf, die erweiterten Finanzierungsmöglichkeiten der Autobahn GmbH für eigene Investitionen zu nutzen. Neue großvolumige ÖPP-Verträge sollten nach Ansicht des Verbands erst dann abgeschlossen werden, wenn für jedes Vorhaben ein Vergleich mit einer konventionellen, öffentlich finanzierten Umsetzung vorliegt, bei der die Bauleistungen in einzelne Lose aufgeteilt und vergeben werden.

»Wir alle wollen, dass die Autobahnen mit ihren zahlreichen Brücken und Bauwerken so schnell und so hochwertig wie möglich saniert und ausgebaut werden. Unsere mittelständischen Bauunternehmen stehen dafür bereit. Die Kapazitäten sind da. Die Politik muss ihnen nur eine faire Chance im Wettbewerb sichern.«