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# Elektrifizierung von Baustellen steigert Effizienz und reduziert Emissionen
- URL: https://allgemeinebauzeitung.de/baustellen-elektrifizierung-effizienz-emissionen/
- Published: 2026-10-29T09:37:31.000Z
- Updated: 2026-10-29T09:37:31.000Z
- Description: Ein Forschungsprojekt zeigt, dass elektrische Maschinen bis zu 50 Prozent kostenreduzierend wirken können. Der entwickelte Vergabemechanismus ermöglicht eine nachhaltige Integration von emissionsärmern Technologien in öffentliche Ausschreibungen.
- Author: ABZ
- Tags: Baustelleneinrichtung, #Top-Story

**Aachen (ABZ) |** Das Forschungsprojekt Volta Via zur Elektrifizierung von Großbaustellen im Straßenbau ist abgeschlossen. Zeppelin Rental und der Lehrstuhl Production Engineering of E-Mobility Components (PEM) der RWTH Aachen haben gemeinsam mit Fachpartnern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz untersucht, welche Baumaschinen sich elektrifizieren lassen, welche Energieversorgung dafür erforderlich ist und wie emissionsärmere Technologien bei öffentlichen Ausschreibungen berücksichtigt werden können.

Die Untersuchung zeigt, dass für 86 Prozent der betrachteten Fahrzeug- und Maschinenkategorien bereits elektrische oder wasserstoffbetriebene Lösungen verfügbar sind. Allerdings ist die Marktreife noch nicht in allen Gewichtsklassen erreicht. Insbesondere bei Beschickern und Gleitschalungsfertigern bestehen weiterhin technologische Entwicklungslücken.

Nach Einschätzung des Projektteams könnten durch elektrifizierte Maschinen ab 2027 betriebliche Kosteneinsparungen von bis zu 50 Prozent möglich sein. Voraussetzung ist, dass die untersuchten Maschinen bis dahin die Serienreife erreichen und die Dieselkosten auf dem derzeitigen Niveau bleiben. Langfristig könnten Elektrifizierung und weitere emissionsarme Antriebstechnologien die CO2-Emissionen bis 2050 um bis zu 95 Prozent reduzieren.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Energieversorgung. Untersucht wurden Konzepte für die Strom- und Energieversorgung direkt auf dem Baufeld, im Baustellenumfeld sowie an Park- und Rastanlagen. Ein entwickelter Ablaufplan soll Bauunternehmen dabei unterstützen, die geeignete Versorgungsinfrastruktur anhand der eingesetzten Maschinen und der jeweiligen Rahmenbedingungen zu bestimmen.

Ein zentrales Projektergebnis ist ein wissenschaftlich validierter, technologieoffener Vergabemechanismus. Dieser soll emissionsärmere Baumaschinen bei öffentlichen Ausschreibungen gezielt berücksichtigen und Anreize für Investitionen in neue Technologien schaffen.

Grundlage ist ein Elektrifizierungsindex, der anhand von Telemetriedaten aus realen Bauvorhaben kalibriert und validiert wurde. In die Bewertung fließen unter anderem Maschinengewicht, Antriebstechnologie, Einsatzbereich und energiesparende Funktionen ein.

Neben vollelektrischen Maschinen können auch Hybridantriebe und alternative Kraftstoffe wie HVO100 berücksichtigt werden. Die Gewichtung der Technologien lässt sich an politische Zielsetzungen und regulatorische Anforderungen anpassen. Der Ansatz soll Nachhaltigkeitskriterien nachvollziehbar in Vergabeverfahren integrieren, ohne kleinere und mittelständische Bauunternehmen durch hohe Anfangsinvestitionen übermäßig zu belasten.

Volta Via wurde im Rahmen der D-A-CH-Kooperation Verkehrsinfrastrukturforschung 2024 gefördert. Beteiligt waren neben Zeppelin Rental und der RWTH Aachen unter anderem die Autobahn GmbH des Bundes, die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), die österreichische ASFINAG und das Schweizer Bundesamt für Straßen (ASTRA).

Die Finanzierung erfolgte durch die zuständigen Verkehrsministerien Deutschlands und Österreichs sowie das Schweizer Bundesamt für Straßen. Das Programmmanagement übernahm die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).

Mit den Ergebnissen liegt ein Konzept vor, das die technische Umsetzbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Berücksichtigung emissionsärmerer Technologien bei der Planung und Vergabe von Straßenbauprojekten zusammenführen soll.