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# BVMB fordert echten Mittelaufwuchs für Straßenfinanzierung
- URL: https://allgemeinebauzeitung.de/bvmf-echter-mittelaufwuchs-streben-finanzierung/
- Published: 2026-09-25T08:21:42.000Z
- Updated: 2026-09-25T08:21:42.000Z
- Description: Die BVMB kritisiert die bisherige Finanzierungsstruktur und fordert einen echten Mittelaufwuchs. Ohne zusätzliche Mittel drohen Verzögerungen bei Baumaßnahmen und ein Ausschreibungsstopp.
- Author: ABZ
- Tags: Verkehrsinfrastruktur, Politik und Infrastruktur

Berlin (ABZ). | Mit der im Koalitionsvertrag vereinbarten Neuordnung der Straßenfinanzierung geht die Bundesregierung nun einen lange geforderten ersten Schritt, teilt die Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen (BVMB) mit: Die Autobahn GmbH des Bundes soll künftig Kredite aufnehmen und einen Teil der Lkw-Mauteinnahmen direkt erhalten können. Gleichzeitig sollen Haushaltsmittel für die Bundesstraßen frei werden.

Aus Sicht der BVMB ist die jährliche Finanzierungslücke bei den Bundesfernstraßen von rund 2,5 Milliarden Euro mit einer bloßen Neuordnung bestehender Finanzierungsströme nicht zu schließen. „Die Reform muss mit einem echten Mittelaufwuchs verbunden werden“, fordert Jürgen Faupel, stellvertretender Präsident der BVMB.

„Die Kreditfähigkeit der Autobahn GmbH kann zusätzliche Investitionsspielräume schaffen. Kredite müssen jedoch auf einer gesicherten Grundfinanzierung aufsetzen und dürfen nicht dazu dienen, bestehende Finanzierungslücken zulasten künftiger Mauteinnahmen zu schließen“, stellt er klar.

Der Bundeskanzler habe angekündigt, dass alles gebaut werde, was baureif sei. Ohne eine schnellstmögliche Nachsteuerung bei den aktuellen Finanzierungsplänen der Bundesfernstraßen sei dieses Versprechen nicht einzuhalten. Da die geplante Kreditfähigkeit frühestens ab 2027 Entlastung schaffen kann, besteht bereits für das laufende Jahr akuter Handlungsbedarf: Ohne eine kurzfristige Finanzierungslösung drohen Verzögerungen bei laufenden Maßnahmen und auch ein Ausschreibungsstopp.

Der angekündigte Kurswechsel bei der Finanzierung der Autobahnen ist aus Sicht der BVMB ein Schritt in die richtige Richtung. Künftig soll ein Teil der Lkw-Mauteinnahmen direkt der Autobahn GmbH zufließen. Damit wird der ursprünglich mit der Lkw-Maut verbundene Finanzierungskreislauf Straße zumindest teilweise wieder gestärkt. Zusätzliches Geld stehe damit allerdings noch nicht zur Verfügung.

Mit der direkten Zuweisung der Lkw-Mauteinnahmen soll die bisherige Finanzierung der Autobahn GmbH aus dem Verkehrshaushalt herausgelöst werden. Entscheidend ist deshalb die Höhe des künftigen Bundeszuschusses, der derzeit noch Gegenstand der Verhandlungen ist, so der Verband. Nach Berechnungen der BVMB sind rund zwei Milliarden Euro jährlich erforderlich, um allein das bestehende Finanzierungsniveau der Autobahn abzusichern – ein erheblicher Mehrbedarf bliebe damit jedoch ungedeckt.

„Es darf gerade nicht darum gehen, den bestehenden Mangel lediglich neu zu organisieren. Entscheidend ist, dass die neue Finanzierungsarchitektur zu einem echten Mittelaufwuchs führt und auch die Bundesstraßen tatsächlich davon profitieren“, betont BVMB-Hauptgeschäftsführer Michael Gilka.