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# Daimler-Umfrage: Elektro-Lkw sind wirtschaftlicher als Diesel
- URL: https://allgemeinebauzeitung.de/daimler-umfrage-elektro-lkw-wirtschaftlicher-diesel/
- Published: 2026-10-30T12:54:00.000Z
- Updated: 2026-10-30T12:54:00.000Z
- Description: Mehr als 40 Prozent der Flottenentscheider beurteilen batterieelektrische Lkw aus Sicht der Gesamtkosten als wirtschaftlicher. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur bleibt entscheidend für die Marktentwicklung.
- Author: ABZ
- Tags: Alternative Antriebe, Baumaschinen und Technik, Nutzfahrzeuge

Leinfelden-Echterdingen/Hannover (ABZ) | Mehr als 40 Prozent der befragten Flottenentscheider halten batterieelektrische Lkw aus Sicht der Gesamtkosten (Total Cost of Ownership, TCO) für wirtschaftlicher als Diesel-Lkw. Das geht aus einer nicht repräsentativen Umfrage von Daimler Truck unter 197 Flottenentscheidern in Deutschland, Großbritannien und Frankreich hervor. 16 Prozent der Befragten sehen beide Antriebstechnologien in etwa gleichauf. Rund ein Viertel bewertet Diesel-Lkw als wirtschaftlichere Lösung.

Knapp ein Viertel der befragten Flottenbetreiber setzt nach eigenen Angaben bereits batterieelektrische Lkw ein. Gleichzeitig zeigt die Erhebung, dass der weitere Markthochlauf wesentlich vom Ausbau der Ladeinfrastruktur abhängt. Der Anteil schwerer batterieelektrischer Lkw an den europäischen Neuzulassungen lag 2025 bei zwei Prozent. Mercedes-Benz Trucks, das Lkw-Segment von Daimler Truck, erreichte im ersten Halbjahr 2026 nach Unternehmensangaben einen Marktanteil von rund 38 Prozent bei schweren und mittelschweren lokal CO2-freien Lkw in Europa.

»Unsere Kunden setzen batterieelektrische Lkw bereits heute in vielen Anwendungen, auch im Fernverkehr, wirtschaftlich ein. Damit die Transformation weiter an Dynamik gewinnt, müssen wir das gesamte Ökosystem stärken – und vor allem den Ausbau der Ladeinfrastruktur vorantreiben. So schaffen wir die Voraussetzungen, damit aus einzelnen Erfolgsgeschichten ein neuer Standard im Transport wird«, sagte Achim Puchert, CEO von Mercedes-Benz Trucks.

**Stromkosten besser planbar als Ladeinfrastruktur**

Etwa zwei Drittel der Befragten bewerten die Planbarkeit der Stromkosten mindestens ebenso gut wie die der Dieselkosten. Anders fällt die Einschätzung beim Zugang zu Strom aus. 61 Prozent sehen die Elektromobilität bei der Verfügbarkeit von Ladeinfrastruktur gegenüber dem Dieselantrieb im Nachteil.

Über den bisherigen Stand der Transformation und die weiteren Voraussetzungen für einen Straßengüterverkehr mit alternativen Antrieben diskutierten Achim Puchert und Stefan Hohm, Chief Development Officer und Vorstandsmitglied des Logistikdienstleisters Dachser, bei der ersten Ausgabe des neuen Daimler-Truck-Formats »Customer Pulse« auf der IAA Transportation 2026.

Dachser investiert nach eigenen Angaben seit mehreren Jahren in die Dekarbonisierung seiner Transporte. Das Unternehmen betreibt inzwischen 25 emissionsfreie Zustellgebiete in Europa und setzt mehr als 200 batterieelektrische Lkw im Nah- und Fernverkehr ein.

»Wir sammeln mit unseren batterieelektrischen Lkw täglich wertvolle Praxiserfahrungen. Die Technologie funktioniert. Die nächste Herausforderung besteht darin, die richtigen Anwendungsfälle zu identifizieren und die Transformation in der Breite zu skalieren. Dafür brauchen unsere Transportpartner neben den wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen wie zum Beispiel der Mautbefreiung Investitionssicherheit sowie einen verlässlichen Ausbau von Energie- und Ladeinfrastruktur«, sagte Stefan Hohm.

Für den Ausbau der Ladeinfrastruktur hält Hohm ein Zusammenspiel verschiedener Angebote für erforderlich. Dazu zählen das Laden auf dem Betriebshof, sogenannte Semi-Public-Angebote auf privaten, aber öffentlich zugänglichen Flächen sowie öffentliche Ladestationen.

**Dachser erprobt Brennstoffzellen-Lkw**

Neben der Batterietechnologie beschäftigt sich Dachser auch mit weiteren alternativen Antrieben. Das Unternehmen wird nach Herstellerangaben erster Kunde für den Mercedes-Benz NextGenH2 Truck. Ab Ende 2026 soll zunächst eine Sattelzugmaschine mit Brennstoffzellenantrieb und Flüssigwasserstoff-Technologie im täglichen Betrieb eingesetzt werden. Bis Mitte 2027 sollen zwei weitere baugleiche Fahrzeuge folgen.

Mit dem Angebot TruckCharge unterstützt Daimler Truck seine Kunden nach eigenen Angaben entlang des gesamten Elektrifizierungsprozesses. Das Leistungsspektrum reicht von der Beratung über den Aufbau und Betrieb von Ladeinfrastruktur bis zu digitalen Lösungen für das Lademanagement.

Dazu gehört auch das Semi-Public Charging. Unternehmen können dabei ihre betriebseigenen Ladepunkte außerhalb des Eigenbedarfs für externe Nutzer öffnen. Daimler Truck stellt dafür eine Software zur Buchung, Steuerung und Abrechnung der Ladevorgänge bereit.

Darüber hinaus engagiert sich das Unternehmen gemeinsam mit Partnern über das Joint Venture Milence beim Aufbau eines europaweiten öffentlichen Ladenetzes für schwere Nutzfahrzeuge. Damit sollen nach Unternehmensangaben die Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen und skalierbaren CO2-freien Straßengüterverkehr verbessert werden.

Das Dialogformat „Customer Pulse“ soll den Austausch zwischen Daimler Truck und seinen Kunden zu aktuellen Themen des Straßengüterverkehrs ermöglichen und Kundenperspektiven in die öffentliche Diskussion einbringen. Die Befragung von Flottenbetreibern und Transportentscheidern ist Teil regelmäßiger Erhebungen des Unternehmens zu Marktanforderungen, Investitionskriterien und zur Akzeptanz neuer Antriebstechnologien. Für die vorliegende Umfrage wurden 71 Teilnehmer aus Deutschland, 64 aus Großbritannien und 62 aus Frankreich befragt.