> ## Content Index
> Fetch the complete content index at: https://allgemeinebauzeitung.de/llms.txt
> Use this file to discover other available public pages before exploring further.

# Dynapac präsentiert neue Fertiger mit Pave OS und startet Digitalisierungsoffensive
- URL: https://allgemeinebauzeitung.de/dynapac-neue-fertiger-pave-os-digitalisierung/
- Published: 2026-10-12T07:02:24.000Z
- Updated: 2026-10-12T07:02:24.000Z
- Description: Dynapac stellt neue Großfertiger SD25 und XD25 vor, die mit dem anpassbaren Bedienkonzept Pave OS eine verbesserte Benutzererfahrung bieten. Die Marktoffensive in Deutschland und der digitale Datenaustausch sind zentrale Schwerpunkte der Präsentation.
- Author: Cornelia Rachow
- Tags: Baupraxis, Straßen- und Wegebau

**Wardenburg** | Die Veranstaltung stand unter dem Motto »Visionen des Straßenbaus« und bot neben Produktpräsentationen vor allem Raum für den Austausch zwischen Bauunternehmen, Händlern und Servicetechnikern. Themen wie Digitalisierung, Prozessoptimierung und Maschinenkomfort standen dabei im Mittelpunkt. Dynapac gehört zur französischen Fayat-Gruppe, die weltweit Maschinen und Anlagen für den Straßenbau entwickelt und produziert und mit mehreren Marken im Markt vertreten ist. Die Techniktage dienen dem Hersteller traditionell auch als Plattform für Gespräche mit Kunden aus Bauunternehmen und Vertriebspartnern. Neben technischen Präsentationen standen daher vor allem praktische Erfahrungen aus dem Baustellenalltag im Fokus.

Die neuen Großfertiger SD25 und XD25 stellte Timo Dieks von Dynapac vor. Die Maschinen verfügen über das neue Bedienkonzept Pave OS, das eine individuell anpassbare Benutzeroberfläche ermöglicht. Über frei konfigurierbare Widgets lassen sich Funktionen flexibel anordnen und wichtige Maschinenparameter schnell abrufen. »Eines der coolsten Features sind die anpassbaren Widgets. Man kann sich die Oberfläche so zusammenstellen, wie man sie haben möchte«, erläuterte Dieks während der Präsentation. Mit dem System sollen Bedienung und Übersichtlichkeit verbessert werden. Fahrer können die Anzeige an ihre persönlichen Vorlieben anpassen und sich die wichtigsten Funktionen direkt auf dem Bildschirm zusammenstellen. Ziel ist es, Bedienprozesse zu vereinfachen und gleichzeitig eine bessere Kontrolle über Einbauparameter wie Einbaustärke, Arbeitsbreite oder Bohlenposition zu ermöglichen.

Im Bereich der Walzentechnik sieht Dynapac starkes Potenzial. »Hier ist es so, dass wir weltweit gesehen einen hohen Marktanteil haben (15 Prozent) aber in Deutschland in den letzten Jahren kaum präsent waren. Dies ändern wir gerade und starten eine große Marktoffensive in Deutschland«, erklärte Michael Hoffmann, General Manager Customer Center D-A-CH bei Dynapac. Zugleich habe sich auch der Komfort für Maschinenführer deutlich verbessert. Moderne Maschinen seien ergonomisch deutlich weiterentwickelt worden. »Die Kabine ist größer als meine erste Wohnung«, sagte Hoffmann augenzwinkernd.

**Digitalisierung als Schlüssel**

Ein weiteres Thema der Veranstaltung war die zunehmende Digitalisierung von Baustellenprozessen. »Ein Aspekt des Fortschritts: Wenn du die Daten hast, ist das ein Kinderspiel«, erklärte Marcus Gottschalk, technischer Trainer bei Dynapac. Technisch bedeute das: Wenn durch Vermessung und digitale Planung die notwendigen Daten vorhanden seien, lasse sich der Einbau deutlich einfacher steuern. Dynapac verfolgt dabei einen offenen Ansatz im Umgang mit Maschinendaten. »Wir sagen: Die Daten gehören Ihnen«, erklärte Hoffmann. Kunden können sämtliche Maschinendaten auslesen und entsprechend nutzen. Dass Hersteller Daten vollständig freigeben, ist in der Branche keineswegs selbstverständlich.

Ein zentrales Thema der Techniktage war auch die Elektrifizierung von Baumaschinen. Dynapac berichtet von einem hohen Interesse aus der Branche, das sich derzeit vor allem in Form von Fragen äußert. Während der Veranstaltung entwickelte sich dazu eine lebhafte Diskussion mit anwesenden Bauunternehmern. Mehrere Teilnehmer äußerten Zweifel daran, wie sich elektrische Großgeräte im realen Baustellenbetrieb einsetzen lassen.

Insbesondere bei großen Maschinen wie Asphaltfertigern stelle sich die Frage, wo auf Baustellen überhaupt der notwendige Strom herkommen soll. Auf Autobahnbaustellen oder großen Infrastrukturprojekten sei eine entsprechende Versorgung häufig gar nicht vorhanden. Die Unternehmen bestritten dabei nicht, dass ein elektrisch betriebener Großfertiger technisch durchaus acht bis zehn Stunden Arbeitszeit erreichen könne. Schwieriger sei jedoch das anschließende Nachladen. Anders als kleinere Geräte lasse sich ein Großfertiger nicht einfach zur Firma zurückbringen, um ihn dort zu laden.

Hinzu komme, dass elektrische Maschinen derzeit deutlich höhere Anschaffungskosten verursachen. Ein Teilnehmer brachte die Situation mit einem augenzwinkernden Vergleich auf den Punkt: Wenn Bauunternehmen beispielsweise innerstädtisch vollständig elektrifiziert arbeiten müssten, während gleichzeitig im Hafen große dieselbetriebene Schiffe einlaufen, wirke das für viele Betriebe widersprüchlich.

**Abschreibungsregelungen**

Bei der Veranstaltung wurde außerdem auf steuerliche Abschreibungsregelungen für elektrisch betriebene Fahrzeuge hingewiesen. Michael Heid, Sales Engineer bei Dynapac, hatte entsprechende Informationen dazu weitergeleitet.

Im Rahmen einer Werksführung erhielten Teilnehmer einen Einblick in die Fertigung am Standort Wardenburg. Werksleiter Mathias Kayser erläuterte dabei den Aufbau der Produktion.

Eine eher unerwartete Entwicklung zeigt sich derzeit bei der Farbwahl der Maschinen. Dynapac bietet seine Geräte inzwischen auch in RAL 9005 (Tiefschwarz) an. Laut Michael Heid entscheiden sich viele Kunden bewusst für diese Variante. Der Hintergrund ist ein brancheninterner Spitzname: Straßenbauer nennen sich selbst häufig »die Schwatten« und greifen daher gerne zu schwarzen Maschinen. Auffällig ist dabei, dass manche Unternehmen mittlerweile häufiger Maschinen in Schwarz bestellen als Geräte in ihren eigenen Firmenfarben. Vertreter von Bauunternehmen berichteten über unterschiedliche Anforderungen bei Autobahnbaustellen, innerstädtischen Sanierungen und Hafenprojekten.

Die Techniktage machten deutlich, wie stark sich der Straßenbau derzeit verändert. Digitalisierung, Assistenzsysteme und alternative Antriebskonzepte gewinnen an Bedeutung, gleichzeitig bleiben die praktischen An‐  
forderungen auf der Baustelle entscheidend.

![](https://allgemeinebauzeitung.de/content/images/2026/10/94634b_3SP_ABZ12-26_S10-Kopie-1-2.jpeg)

****Die Besucher in Wardenburg** testen neben anderem auch die elektrische Walze. | Foto: Cornelia Rachow