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# »Die GaLaBau ist der Ort, wo man sich trifft«
- URL: https://allgemeinebauzeitung.de/galabau-ort-wo-man-sich-trifft/
- Published: 2026-09-11T05:00:07.000Z
- Updated: 2026-09-11T05:00:07.000Z
- Description: Die GaLaBau 2026 in Nürnberg bringt die internationale Garten- und Landschaftsbaubranche zusammen. Isabel Grundner und Stefan Dittrich von der NürnbergMesse erklären, welche Themen und Innovationen Besucher erwarten, welche Rolle Klimaanpassung spielt und welche Formate die Messe bietet.
- Author: ABZ
- Tags: Weiterbildung, Job und Karriere

In wenigen Tagen startet die GaLaBau 2026 in Nürnberg. Im Vorfeld der internationalen Leitmesse rund um Garten- und Landschaftsbau sowie Pflege und Bau von Sportplätzen, Spielplätzen und Golfanlagen tauschten sich Veranstaltungsleiterin **Isabel Grundner** und Executive Director **Stefan Dittrich** mit ABZ-Redakteurin Cornelia Rachow über das anstehende Großereignis aus.

**Frau Grundner, Herr Dittrich, die GaLaBau gilt als Leitmesse der grünen Branche. Was soll ein Besucher nach vier Messetagen 2026 mit nach Hause nehmen?**  
Grundner: Ein vollgepacktes Köfferchen voller Erlebnisse und echter Lösungen – das ist das erste, was mir in den Sinn kommt. Unsere Besucher kommen nicht zur Unterhaltung, sie kommen mit echten Herausforderungen: Wie gestalte ich klimaresilient? Welche Pflanzen halten dem extremeren Wetter stand? Wie manage ich Wasser intelligent?  
Diese Antworten sollen sie mit nach Hause nehmen. Konkret. Praktisch. Sofort umsetzbar auf ihrer nächsten Baustelle. Das ist unser Versprechen als Leitmesse – nicht theoretisch, sondern hochgradig handlungsorientiert.  
Und ja, auch die Weiterbildung: Workshops, Austausch mit erfahrenen Branchenkollegen – das ist Teil dieses vollgepackten Köfferchens. Nach vier Tagen sollen Besucher spürbar smarter sein.  

Dittrich: Aber – und das möchte ich unterstreichen – das Allerwichtigste sind diese Zufallsbegegnungen in der Halle. Das ist das Unersetzbare einer Messe. Ob mbeim Plausch an einer Kaffeebar, beim spontanen Austausch zu einem konkreten Projekt, beim ungeplanten Treffen mit jemandem, dem man seit Jahren nicht begegnet ist – hier passiert die echte Vernetzung. Hier entstehen Kooperationen, neue Geschäftsbeziehungen, Freundschaften sogar.  
Das ist nicht zu inszenieren, das muss organisch entstehen. Am Ende sollen Besucher nicht nur begeistert nach Hause gehen, sondern mit einem festen Gedanken: Nächstes Jahr bin ich wieder dabei. Weil sie wissen: Die GaLaBau ist der Ort, wo die Branche sich trifft. Wo es vorangeht. Wo ich sein muss.  
Das ist die wahre Stärke dieser Messe.

**Die Messe findet 2026 erstmals von Dienstag bis Freitag statt. Was hat letztlich den Ausschlag für diese Veränderung gegeben?**  
Dittrich: Das war am Ende ein klares Signal von unseren Ausstellern – und die Zahlen haben ihnen recht gegeben: Der Samstag war über Jahre hinweg der besucherschwächste Tag mit eher geringerer Besucherqualität und kaum internationalen Fachbesuchern. Hinzu kommen praktische Gründe: Logistisch ist der Abbau deutlich effizienter, wenn wir nicht gegen Sonntagsfahrverbote ankämpfen müssen.  

Grundner: Aber ehrlich gesagt - im Benchmark mit anderen großen Fachmessen sieht man, dass Samstag und Sonntag ohnehin nicht mehr Standard sind. Es ist auch gesellschaftlich einfach angemessener geworden. Mit Dienstag bis Freitag sprechen wir gezielt Profis an – und das ist exakt das, wofür die GaLaBau steht.

**Welche Rückmeldungen haben Sie bislang von Ausstellern und Besuchern auf die neuen Messetage erhalten?**  
Grundner: Überraschend positiv – und das freut uns natürlich! Die Ausstellerschaft unterstützt den Schritt sehr deutlich, was auch durch den Messebeirat bestätigt wird. Und auch von allen anderen Seiten – ob Besucher, Partner oder Verbände – bekommen wir durchweg ermutigende Rückmeldungen.  

Dittrich: Das gibt uns Rückenwind für die Umsetzung und bestätigt, dass wir mit dieser Entscheidung auf dem richtigen Weg sind.

**Themen wie Klimaanpassung, Schwammstadt, Stadtgrün und Wassermanagement gewinnen zunehmend an Bedeutung. Welche Entwicklungen werden den Garten- und Landschaftsbau in den kommenden fünf Jahren aus Ihrer Sicht am stärksten prägen?**  
Grundner: Das ist die zentrale Zukunftsfrage für unsere Branche: Wie gestalten wir städtische Räume, die Extremwetter standhalten? Da geht es um Dach- und Fassadenbegrünung, intelligentes Regenwassermanagement und widerstandsfähige Pflanzen – letztlich um Produkte und Konzepte, die Städte und Grünanlagen klimaresilient machen. Hier kommt der GRÜN-BLAUE PFAD ins Spiel – genau dieses Zukunftsthema zeigen wir auf der GaLaBau 2026.  

Dittrich: Es geht um die Verknüpfung von Grün und Wasser als Lösungen für die urbanen Herausforderungen von morgen. Das ist nicht nur Trend, sondern Notwendigkeit – und unsere Branche ist da in einer Schlüsselposition.

**Die GaLaBau bringt Hersteller, Planer, Kommunen, Landschaftsarchitekten und ausführende Unternehmen zusammen. Welche Perspektive fehlt aus Ihrer Sicht in den aktuellen Debatten noch zu oft?**  
Dittrich: Ehrlich gesagt: die politische Aufmerksamkeit. Wir reden viel über Klimaanpassung, über die Bedeutung von städtischem Grün und Wassermanagement – aber diese Debatten finden oft in der Branche unter sich statt. Die politische Ebene muss verstehen, dass der Garten- und Landschaftsbau nicht Luxus ist, sondern essenzielle Infrastruktur. Schwammstadt-Konzepte, hitzeresistente Begrünung, intelligentes Wassermanagement – das sind Lösungen für Städte, die mit Extremwetter klarkommen müssen. Das kostet, ja – aber die Kosten der Untätigkeit sind deutlich höher.  

Grundner: Diese Relevanz muss rausgestellt werden – auf politischer Ebene. Die GaLaBau ist da ein wichtiger Ort, wo diese Erkenntnis auch für Entscheidungsträger sichtbar wird.

**Mit Women@GaLaBau erhält die Messe erstmals ein eigenes Format für Frauen in der grünen Branche. Wie ist die Idee entstanden, was erwartet die Teilnehmerinnen – und kann ein solches Angebot auch dazu beitragen, neue Fachkräfte für die Branche zu gewinnen?**  
Grundner: Die Idee ist nicht neu, aber sie war überfällig: Wir haben geschaut, wie ähnliche Branchen solche Formate erfolgreich umsetzen – und festgestellt, dass der GaLaBau diesen Raum noch nicht hatte. Es geht um Empowerment: Frauen in der grünen Branche brauchen eine Plattform, wo sie sichtbar werden, sich austauschen und voneinander lernen.  
Women@GaLaBau bietet ein Kickoff-Event, Workshops, Webinare und vor allem: Networking in einer Community, die ihre Herausforderungen versteht. Das ist nicht einfach nur ein Netzwerk – es geht um Lösungen für real existierende Probleme, mit denen Frauen in dieser Branche konfrontiert sind.  
Und ja, das trägt zur Fachkräftegewinnung bei. Wenn junge Frauen sehen, dass es hier erfolgreiche Vorbilder gibt, dass ihre Perspektiven wertvoll sind und dass die Branche aktiv ihre Sichtbarkeit fördert – dann wird der Garten- und Landschaftsbau attraktiver. Das ist ein wichtiges Signal: Ihr seid hier willkommen, und eure Stimme zählt.

**Der Fachkräftemangel beschäftigt die Branche seit Jahren. Welche Verantwortung kann eine Fachmesse dabei übernehmen – und wo liegen ihre Grenzen?**  
Dittrich: Eine Messe ist nicht das Allheilmittel – aber sie kann viel mehr sein als nur Schau. Die GaLaBau funktioniert schon de facto als Jobbörse: Unternehmen treffen potenzielle Mitarbeiter, Fachkräfte entdecken neue Arbeitgeber und Karrierewege. Das geschieht organisch und täglich.  

Grundner: Aber wir gehen weiter - mit verschiedenen Fachforen schaffen wir Räume, wo über Nachwuchsprobleme, Ausbildung und Karrierechancen konkret gesprochen wird. Das ist unsere Verantwortung – den Dialog zu ermöglichen und die Branche in ihrer Selbstreflexion zu unterstützen.  
Gleichzeitig - eine Messe kann nicht das Ausbildungssystem verändern, nicht Löhne regulieren und nicht die strukturellen Herausforderungen allein lösen. Dafür braucht es Partner wie den BGL (Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V.), Verbände, Unternehmen und Politik gemeinsam. Unsere Rolle ist es, diese Akteure zusammenzubringen, Raum für Austausch zu schaffen und die Branche zu stärken – nicht sie zu retten.

**Digitalisierung und Automatisierung halten zunehmend Einzug auf Baustellen. Welche Entwicklungen beobachten Sie derzeit mit besonderem Interesse?**  
Grundner: Das ist ein Feld, das sich rasant bewegt – und wo die GaLaBau live dabei ist. Wir unterscheiden da zwischen drei Ebenen:  
Erstens: digitale Assistenten im Büroalltag – BIM, KI-gestützte Planung, intelligente Kalkulationssysteme. Das verändert, wie Projekte konzipiert und gesteuert werden. Das ist unsichtbar für viele, aber fundamental.  
Zweitens: digitale Assistenten auf der Baustelle – Exoskelette, die körperliche Belastung reduzieren, Drohnen zur Dokumentation, Robotik für repetitive Aufgaben. Das hat direkte Auswirkung auf Arbeitssicherheit und Fachkräftebindung. Wenn Arbeit weniger körperzehrend ist, wird sie attraktiver.  
Und drittens: E-Mobilität bei Maschinen und Fahrzeugen – das ist nicht nur Umwelt, sondern auch Lärmreduktion auf Baustellen, niedrigere Betriebskosten. Das kommt.

  
Dittrich: All diese Entwicklungen zeigen wir im ZUKUNFTSRAUM der GaLaBau 2026 – nicht als Science-Fiction, sondern als Realität, die bereits heute Einzug hält. Wir beobachten das intensiv, weil es die Branche nachhaltig verändert.

**Viele Unternehmen investieren erhebliche Summen in ihre Messeauftritte. Wie stellen Sie sicher, dass die GaLaBau für Aussteller auch wirtschaftlich attraktiv bleibt?**  
Dittrich: Das ist eine berechtigte Frage – und wir nehmen sie sehr ernst. Wir verstehen uns nicht als Standflächen-Verkäufer, sondern als Partner für erfolgreiche Geschäfte.

  
Grundner: Das fängt beim Service an. Wir bieten Aussteller-Support, der maßgeschneidert ist – nicht One-Size-Fits-All.  
Von der Standplanung bis zur Nachbereitung: Wir wollen, dass Aussteller nicht nur präsent sind, sondern auch mit echtem ROI nach Hause gehen. Konkret heißt das auch: Kostenlose Einladungsverwaltung für Aussteller, damit sie ihre Besucher strukturiert einladen können. Das ist ein Service, den viele Messen nicht bieten – aber er ist essenziell für die Besucherqualität.  
Und dann die Start-Up Area. Das ist bewusst ein innovativer Raum mit reduzierten Kosten, um junge, innovative Unternehmen sichtbar zu machen. Das bringt Dynamik in die Messe und stärkt das gesamte Ökosystem – neue Ideen, neue Märkte.  
Am Ende: Eine erfolgreiche GaLaBau ist nur attraktiv, wenn unsere Aussteller ihre Ziele erreichen. Das ist unser Erfolgsmaßstab.

**Haben Sie Verständnis für kleinere und mittelständische Unternehmen, die angesichts steigender Kosten hinterfragen, ob sich eine Messebeteiligung noch rechnet?**  
Dittrich: Absolut – und wir glauben, wer das nicht versteht, hat die Realität nicht erfasst. Standmiete, Transport, Personal vor Ort, Auf- und Abbau – das summiert sich. Für kleinere und mittelständische Unternehmen ist das kein Pappenstiel.  
Darum geht es hier um eine ehrliche Abwägung. Die GaLaBau ist nicht für jeden die richtige Investition in jedem Jahr. Das muss jeder für sich selbst entscheiden – und wir respektieren das.  
Aber: Es gibt messbare Vorteile. Kundenbesuche, die vorher geplant werden konnten – dank unseres Einladungsmanagements. Neue Geschäftsbeziehungen, die auf der Messe entstehen. Aufträge, die getätigt werden.  

Grundner: Und dann gibt es die Vorteile, die sich nicht sofort in Zahlen abbilden: Markenvisibilität, Wettbewerbsbeobachtung, Trendscouting, die Signalisierung an den Markt »wir sind noch aktiv, wir innovieren«. Das hat Wert, auch wenn es nicht unmittelbar in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung geht.  
Unsere Botschaft an KMUs ist: Rechnet genau nach, nutzt unsere Services, um die Effizienz zu maximieren – und dann entscheidet, ob es für euch passt. Wir sind da, um euch beim Rechnen zu helfen.

**Die GaLaBau wird zunehmend internationaler. Welche Bedeutung haben internationale Besucher und Aussteller inzwischen für die weitere Entwicklung der Messe?**  
Dittrich: Wir verstehen die GaLaBau nicht mehr als deutschsprachige Messe. Das war sie einmal – aber das ist vorbei.  
Vielmehr ist sie ein Treffpunkt der grünen Branche in Europa geworden. Und das ist kein Zufall, sondern die Antwort auf eine Realität: Die Themen, die wir auf der GaLaBau verhandeln – Klimaanpassung, Wassermanagement, urbane Grünflächen, Resilienz – die bewegen nicht nur Deutschland. Die bewegen die ganze Welt. Wenn in Skandinavien, Polen, Österreich, der Schweiz die gleichen Starkregenereignisse auftreten, die gleiche Hitze, die gleichen Fragen entstehen – dann braucht es einen Ort, wo Lösungen ausgetauscht werden. Das ist die GaLaBau.  

Grundner: Mit dem Puls der Zeit gehen heißt für uns konkret: Mehr Englisch, mehrsprachige Formate, internationale Speaker, Partner aus anderen Ländern. Von Veranstaltung zu Veranstaltung schaffen wir da immer mehr entsprechende Infrastruktur. Das ist keine Nebentätigkeit – das ist Kernstrategie.  
Und ehrlich gesagt: Internationale Aussteller und Besucher machen die Messe für alle interessanter. Sie bringen Perspektiven mit, die den deutschen Markt herausfordern und bereichern.

**Frau Grundner, Sie haben die Veranstaltungsleitung der GaLaBau übernommen. Welche eigenen Akzente möchten Sie setzen und wo möchten Sie der Messe in den kommenden Jahren Ihre persönliche Handschrift verleihen?**  
Grundner: Das ist eine Frage, die ich mir selbst gestellt habe, als ich die Leitung übernommen habe. Zwei Dinge sind mir dabei klar geworden: Das erste ist die Förderung von Frauen in dieser Branche. Wir haben mit Women@GaLaBau einen Anfang gemacht – mit Kickoff-Events, Workshops, Networking-Formaten. Aber das ist nur der Anfang. Ich möchte, dass Frauen in der grünen Branche sichtbar werden, dass junge Frauen sehen: »Hier gibt es Vorbilder, hier gibt es Karrierewege, hier bin ich willkommen.« Das ist keine Quote-Diskussion – das ist Fachkräftesicherung. Die Branche braucht Talente, und die Hälfte der Bevölkerung ist weiblich.  
Das zweite ist: Mutig Trendthemen aufgreifen und weiterentwickeln. Die Schwammstadt, die Klimaanpassung, die grüne Infrastruktur – das sind keine Nischenthemen mehr. Das sind die Zukunftsthemen.  
Ich möchte, dass die GaLaBau der Ort ist, wo diese Themen nicht nur präsentiert, sondern wirklich verhandelt und vorangetrieben werden. Mit Mut, mit Weitblick, ohne sich in Konvention einzuengen.  
Beides zusammen: Eine Messe, die die besten Köpfe – unabhängig vom Geschlecht – anzieht und die großen Fragen unserer Zeit ernst nimmt.

**Herr Dittrich, Sie haben die GaLaBau über viele Jahre geprägt und begleiten die Veranstaltung nun stärker aus strategischer Perspektive. Fällt es Ihnen leicht, operative Verantwortung abzugeben, oder ertappen Sie sich manchmal dabei, doch noch ins Tagesgeschäft eingreifen zu wollen?**  
Dittrich: Das ist eine gute Frage – und die Antwort überrascht mich selbst etwas. Ich hätte gedacht, dass es schwerer fällt. Aber es fällt mir wirklich leicht, weil ich nach fast 25 Jahren intensiver Gestaltung der GaLaBau weiß: Das, was wir erreicht haben, war nie mein Verdienst allein. Es war immer ein großartiges Team der NürnbergMesse mit vielen klugen Partnern – aus der Industrie, aus dem Verband, aus der Branche. Diese Einsicht zu haben ist tatsächlich befreiend. Ich kann Verantwortung abgeben, weil ich darauf vertraue, dass die Menschen, die jetzt operative Leitung haben – wie Frau Grundner – nicht nur kompetent sind, sondern diesen Geist des Miteinanders mitbringen. Und ja, ich genieße diese Perspektive wirklich sehr! Von hier aus kann ich sehen, was wir aufgebaut haben – die Nachhaltigkeit, das Netzwerk, die Reputation. Ich kann strategisch denken, ohne mich in Details zu verlieren. Das ist erfüllend auf eine andere Art.

**Wenn Sie heute eine Prognose wagen müssten: Wie wird sich die GaLaBau in den nächsten zehn Jahren verändern?**  
Grundner: Die Branche wird stabil wachsen. Warum? Weil die Probleme, die sie löst – Klimaanpassung, Wassermanagement, grüne Infrastruktur – nicht verschwinden. Im Gegenteil: Sie werden dringlicher. Extreme Wetter, Hitze in den Städten, Überflutungen – das sind keine Trend-Themen, das ist Realität. Und die Lösung heißt Garten- und Landschaftsbau. Das ist nicht optional, das ist notwendig. Und die GaLaBau hat enormes Wachstumspotential – genau, weil wir diese Entwicklung früh erkannt haben. Wir haben den Mut gehabt, den Fokus zu verschieben. Das macht uns zukunftsfest.  

Dittrich: Was sich deutlich verändern wird: unsere internationale Bedeutung. Wir sind längst keine deutsche Messe mehr. Skandinavien, Polen, Österreich, die Schweiz – sie haben dieselben Herausforderungen, dieselben Lösungen. In zehn Jahren werden wir das Europäische Forum sein für die grüne Zukunft. Nicht nur größer, sondern auch präsenter auf internationaler Bühne.  
Das ist nicht nur eine Geschäftsprognose. Das ist die Realität, in die wir hineinwachsen werden.

**Zum Abschluss eine persönliche Frage an Sie beide: Welche Entwicklung im Garten- und Landschaftsbau wird uns in den kommenden zehn Jahren Ihrer Meinung nach am meisten überraschen?**  
Grundner: Das ist leicht zu beantworten: Wasser wird das wichtigste Gestaltungselement werden – und das wird viele überraschen, die noch in den alten Kategorien denken. Für Jahrzehnte war Wasser etwas, das man »wegmanagt«, das man versteckt, das störend war. Jetzt lernen wir: Wasser ist Gestaltung. Wasser ist Ökologie. Wasser ist Resilienz. Die Pflanzen werden danach ausgewählt, ob sie mit diesem Wasser – oder seiner Knappheit – umgehen können, nicht nach ihrer Optik. Das ist ein Mindset-Shift.  
Und das Überraschende daran? Es wird nicht weniger schön. Es wird andersartig schön. Natürlicher. Ehrlicher. Und das werden Menschen lieben, wenn sie es erst verstanden haben. Das ist meine Überraschung: dass wir merken, Funktionalität und Schönheit sind nicht Gegensätze – sie sind Verbündete.

  
Dittrich: Was mich am meisten überraschen wird – und schon jetzt überrascht – ist, dass Biodiversität messbar und dokumentiert wird wie ein KPI. Das klingt trocken, aber es ist revolutionär. Vor zehn Jahren hätte man gesagt: »Biodiversität? Das ist schön, aber nicht zu quantifizieren.«  
Heute: Wir haben Standards. Wir haben Messmethoden. Wir haben Dokumentation. Das bedeutet: Garten- und Landschaftsbau wird zur Wissenschaft – ohne seine Gestaltungskraft zu verlieren. Das ist das eigentliche Abenteuer der nächsten zehn Jahre.  
KI wird Planung und Pflege unterstützen, ja. Aber die echte Überraschung ist, dass wir anfangen, Natur nicht mehr als Dekoration zu sehen, sondern als messbare, nachweisbare Infrastruktur. Das wird die Branche fundamentaler verändern als jede Technologie.