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# Geschliffenes Kopfsteinpflaster erhält Deutschen Nachhaltigkeitspreis
- URL: https://allgemeinebauzeitung.de/geschliffenes-kopfsteinpflaster-nachhaltigkeit-radverkehr/
- Published: 2026-10-29T14:29:53.000Z
- Updated: 2026-10-29T14:29:53.000Z
- Description: Eine innovative Schleiftechnik für Kopfsteinpflaster verbessert Radverkehrssicherheit und behält historische Strukturen bei. Das Verfahren wird von Wissenschaft, Kommunen und Technologiepartnern gemeinsam entwickelt und erhält den Deutschen Nachhaltigkeitspreis.
- Author: ABZ
- Tags: Verkehrsinfrastruktur, Politik und Infrastruktur, #Top-Story

Wildau (ABZ) | Eine innovative Lösung, die im NUDAFA-Reallabor für interkommunale Radverkehrsförderung unter Beteiligung der TH Wildau begann, ist mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie Produkte ausgezeichnet worden.Beteiligt waren unter anderem die Technische Hochschule Wildau (TH Wildau), die Technische Universität Berlin, die Gemeinde Eichwalde, das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg und der Technologiepartner Fräsdienst-Service E. Feind GmbH.

Das Verfahren soll die Befahrbarkeit von Kopfsteinpflasterstraßen verbessern. Durch das Abschleifen wird die Oberfläche laut Projektbeteiligten ebener, wodurch sich Fahrkomfort und Sicherheit für Radfahrende erhöhen sollen. Auch Menschen mit Rollstuhl oder Rollator, Eltern mit Kinderwagen und weitere Verkehrsteilnehmende können von der bearbeiteten Oberfläche profitieren. Zudem können sich Erschütterungen und Verkehrslärm für Anwohner reduzieren.

Anders als bei einem vollständigen Umbau bleibt das vorhandene Natursteinpflaster erhalten. Die Oberfläche wird direkt vor Ort bearbeitet, sodass weder ein vollständiger Austausch des Belags noch eine zusätzliche Flächenversiegelung erforderlich ist. Auch die Versickerungsfähigkeit und das historische Erscheinungsbild der Straße bleiben laut Projektbeschreibung erhalten. Gegenüber einem Umbau mit Asphalt kann das Verfahren zudem Kosten sparen.

»Wir sind stolz, Teil dieser Innovation aus Brandenburg zu sein. Sie zeigt, was möglich ist, wenn Wissenschaft, Kommunen und Technologiepartner\*innen gemeinsam an praktischen Lösungen arbeiten. Aus einer konkreten Herausforderung vor Ort ist eine Idee entstanden, die weit über die ursprünglichen Projektgrenzen hinaus Wirkung entfalten kann. Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis ist eine großartige Anerkennung für diesen gemeinsamen Weg«, sagt Christian Rudolph, Professor für Radverkehr an der TH Wildau.

Im NUDAFA-Reallabor wurden seit 2020 verschiedene Methoden untersucht, um Natursteinpflasterstraßen besser befahrbar zu machen. Nach Tests in den Jahren 2020 und 2024 kam im Frühjahr 2025 erstmals eine neue Schleiftechnik am Berliner Priesterweg im Bezirk Tempelhof-Schöneberg zum Einsatz. Im Juni 2025 folgte ein weiterer Versuch in der Straße Am Graben in Eichwalde.

Dort wurde neben dem Schleifen von unebenem Großsteinpflaster erstmals eine Kombination aus 3D-Vermessung und digitaler Schleifsimulation eingesetzt. Das Verfahren basiert auf dem sogenannten „Precision Grinding“: Eine schnelldrehende, mit Diamanttrennscheiben bestückte Welle an einer Großfräse bearbeitet die Pflasteroberfläche. In Zusammenarbeit mit der Fräsdienst-Service E. Feind GmbH wurden die Vermessungs- und Simulationsmethoden weiter in die kommunalen Planungsprozesse eingebunden.

Das NUDAFA-Reallabor untersuchte von 2020 bis 2026 Ansätze zur interkommunalen Förderung des Radverkehrs in kleinen und mittleren Kommunen. Zu den beteiligten Kommunen gehörten Eichwalde, Zeuthen, Schulzendorf, Schönefeld, Wildau und Königs Wusterhausen. Weitere Projektpartner waren die TH Wildau, die TU Berlin und die FixMyCity GmbH. Neben dem Projekt »Komfortables Kopfsteinpflaster« umfassten die Arbeiten unter anderem ein modulares Fahrradparkhaus am S-Bahnhof Eichwalde sowie Maßnahmen zur Förderung nachhaltiger Mobilität an Schulen.