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# GeZero-Projekt in Geseke pausiert bis zur Wirtschaftlichkeitsüberprüfung
- URL: https://allgemeinebauzeitung.de/gezero-projekt-geseke-pausiert-wirtschaftlichkeitsueberpruefung/
- Published: 2026-10-26T10:28:21.000Z
- Updated: 2026-10-26T10:28:21.000Z
- Description: Heidelberg Materials hat das CO₂-Abscheidungsprojekt GeZero in Geseke vorerst eingestellt. Die Entscheidung basiert auf mangelnden wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen. Das Unternehmen plant eine langfristige Wiederholung unter verbesserten Voraussetzungen.
- Author: ABZ
- Tags: Unternehmensmeldungen, Unternehmen und Wirtschaft

Heidelberg (ABZ) | Heidelberg Materials hat beschlossen, das CO2-Abscheideprojekt GeZero am Standort Geseke vorerst in der bisherigen Form auszusetzen und die weitere Ausgestaltung zu überarbeiten. Nach Angaben des Unternehmens reichen die aktuellen wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen nicht aus, um einen tragfähigen Business Case sicherzustellen. Insbesondere seien die Wertschöpfungsketten für den CO2-Transport und die Speicherung noch nicht ausreichend entwickelt, um entsprechende Lösungen rechtzeitig und mit vertretbarem wirtschaftlichem Risiko bereitzustellen. Der laufende Betrieb des Werks Geseke ist von der Entscheidung nicht unmittelbar betroffen.

»Der Standort Geseke bleibt für Heidelberg Materials von großer Bedeutung. Die aktuelle Pause ist ein nach sorgfältiger Abwägung getroffener Entschluss, um die nächsten Schritte für das Projekt GeZero unter den richtigen wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen langfristig erfolgreich zu planen«, sagt Christoph Streicher, General Manager Deutschland.

Heidelberg Materials verfolgt nach eigenen Angaben weiterhin mehrere Projekte zur CO2-Abscheidung, -Nutzung und -Speicherung (CCUS) in Europa und Nordamerika. Welche Vorhaben umgesetzt werden, hängt demnach davon ab, ob die notwendigen Voraussetzungen für eine wirtschaftlich tragfähige Realisierung gegeben sind.

Am Standort Brevik in Norwegen betreibt das Unternehmen seit Juni 2025 nach eigenen Angaben die weltweit erste Anlage zur CO2-Abscheidung und -Speicherung im industriellen Maßstab in der Zementindustrie. Für das Projekt Padeswood CCS in Großbritannien fiel im September 2025 die endgültige Investitionsentscheidung. Der Bau der Anlage begann im Dezember desselben Jahres.

Die Erfahrungen aus diesen Projekten sowie die bisherigen Arbeiten an GeZero in Deutschland bilden laut Heidelberg Materials die Grundlage für die weitere Entwicklung der CCUS-Technologie. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, auch in Deutschland ein großtechnisches Projekt zur CO2-Abscheidung und -Speicherung umzusetzen.

Für die Umsetzung von CCUS-Projekten ist nach Angaben des Unternehmens eine geeignete Infrastruktur für den Transport und die Speicherung des abgeschiedenen CO2 erforderlich. Daran sind mehrere Marktakteure beteiligt. Heidelberg Materials sieht deshalb Bedarf an staatlich unterstützten Mechanismen zur Risikominderung für Unternehmen, die entsprechende Projekte frühzeitig vorantreiben.

Zudem könne die Speicherung von CO2 an Land (Onshore) dazu beitragen, die Kosten zu senken und die Wirtschaftlichkeit entsprechender Vorhaben zu verbessern. Dies gelte insbesondere für Standorte im Binnenland, an denen der Zugang zu Transport- und Speicherinfrastrukturen besondere Anforderungen stellt.