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# GFK-Löschwasserbehälter sichert Wasserversorgung in Pfahlbach
- URL: https://allgemeinebauzeitung.de/gfk-loeschwasserbehaelter-pfahlbach-wasserversorgung-hydraulik/
- Published: 2026-10-13T10:27:52.000Z
- Updated: 2026-10-13T10:27:51.000Z
- Description: Ein neuer GFK-Löschwasserbehälter sorgt für eine unabhängige Wasserversorgung im Ortsteil Pfahlbach. Die Maßnahmen gehören zu einer umfassenden Erneuerung der kommunalen Infrastruktur und reduzieren Stagnation in den Trinkwasserleitungen.
- Author: ABZ
- Tags: Kommunale Infrastruktur, Politik und Infrastruktur

Zweiflingen (ABZ) | Im Ortsteil Pfahlbach der baden-württembergischen Gemeinde Zweiflingen wurde im Zuge der Neugestaltung der Trinkwasserversorgung ein unterirdischer Löschwasserbehälter eingebaut. Zum Einsatz kam ein System aus GFK-Elementen DN 3600 der Amiblu Germany GmbH. Der Speicher soll die Löschwasserversorgung unabhängig vom Trinkwassernetz sicherstellen. Die Planung übernahm die BIT Ingenieure AG aus Heilbronn, die bauliche Umsetzung die Schneider GmbH & Co. KG aus Öhringen. Das Projekt ist Teil einer umfassenden Erneuerung der kommunalen Wasserversorgungsinfrastruktur.

**Leitungsnetz hydraulisch neu bemessen**

Die Gemeinde Zweiflingen erneuert ihre Wasserversorgung in sechs Bauabschnitten. Ein Schwerpunkt liegt auf der hydraulischen Optimierung der sieben Ortsnetze. Für die Gesamtmaßnahme sind Investitionen von rund zwölf Millionen Euro vorgesehen, die zu einem großen Teil durch Fördermittel des Landes Baden-Württemberg finanziert werden.

In Pfahlbach ergaben Berechnungen, dass die vorhandenen Trinkwasserleitungen angesichts sinkender Entnahmemengen überdimensioniert waren. Dadurch verlängerten sich die Verweilzeiten des Wassers im Netz. Um die Stagnation zu reduzieren, wurden die Leitungsquerschnitte neu bemessen und die vorhandenen Graugussleitungen durch moderne Leitungen ersetzt.

Die Reduzierung der Nennweiten machte eine Neubewertung der Löschwasserversorgung erforderlich. Über die Hydranten hätten die verfügbaren Wassermengen den geforderten Bedarf im Brandfall nicht mehr abdecken können. Deshalb wurde die Löschwasservorhaltung vom Trinkwassernetz getrennt und ein eigenständiger Speicher vorgesehen.

**Standort und Behältergeometrie abgestimmt**

Bei der Standortwahl waren die brandschutztechnischen Anforderungen und die örtlichen Gegebenheiten zu berücksichtigen. »Maßgeblich für die Standortwahl waren eine zentrale Lage im Ortsteil Pfahlbach und die Einhaltung der in den Fachempfehlungen genannten Einsatzradien. Demnach müssen Löschwasserentnahmestellen im Regelfall in einem Radius von 300 Metern um eine potenzielle Brandstelle liegen«, erläutert Gregor Labus von der BIT Ingenieure AG.

Zusätzlich sollte die Fläche bereits der Gemeinde gehören, um weitere Grundstückskäufe zu vermeiden. Der Standort im Ortskern erfüllte diese Voraussetzungen. Aufgrund des schmalen Grundstückszuschnitts, der angrenzenden Bebauung und des benötigten Speichervolumens von 100 m3 kamen nur wenige Lösungen infrage.

Die Wahl fiel auf das GFK-System von Amiblu. »Die Größen unserer GFK-Löschwasserbehälter sind flexibel gestaltbar. Der Gesamtbehälter wird aus mehreren Elementen bzw. Rohren vor Ort zusammengesetzt«, erklärt Amiblu-Vertriebsmitarbeiter Martin Lang. »Der Vorteil von GFK liegt in der Langlebigkeit des Materials und der geringen Wandstärke der Rohre bei gleichzeitig hoher struktureller Festigkeit. So wird die Fläche optimal ausgeschöpft und bleibt auch nach dem Einbau des Löschwasserbehälters nutz- und befahrbar bis zur Lastklasse SLW 60\. Zudem haben die einzelnen Elemente trotz ihrer Größe ein vergleichbar geringes Eigengewicht und lassen sich gut auf der Baustelle händeln.«

**150 m3 Speichervolumen aus drei Elementen**

Der eingebaute Löschwasserbehälter besteht aus drei GFK-Einzelelementen DN 3600 mit jeweils 5,90 m Länge. Das erste Element ist mit einem Anschluss für einen Domschacht DN 1000, einem Lüftungskamin zur Be- und Entlüftung, einem Saugrohranschluss Typ A (DN 100) und einer Befüllleitung ausgestattet. Am dritten Element befindet sich ein Notüberlauf. Ein Zwischenrohr verbindet die beiden äußeren Elemente.

Das Gesamtvolumen beträgt 150 m3 und liegt damit über dem ursprünglich benötigten Speichervolumen von 100 m3\. Die Befüllung erfolgt über eine nahe gelegene Quelle, deren Wasser bislang in einen bestehenden Wasserbehälter geleitet wurde.

»Die Befüllung des Löschwasserbehälters erfolgt über eine nahe gelegene Quelle, die weiterhin in einen alten Wasserbehälter geleitet wird«, erklärt Bauhofleiter Gerd Löchner von der Gemeinde Zweiflingen. ÅDiese wurde nun direkt an den GFK-Löschwasserbehälter angeschlossen. So können wir den alten Behälter zusätzlich einstauen, wodurch weitere ca. 30 m3 Wasser verfügbar sind.« Ist der neue Speicher gefüllt, wird überschüssiges Wasser über den Notüberlauf in den Pfahlbach abgeleitet.

Die GFK-Elemente wurden werkseitig vorgefertigt und einzeln zur Baustelle transportiert. Aufgrund ihrer Abmessungen waren drei genehmigungspflichtige Schwertransporte erforderlich. Bei der Routenplanung mussten Engstellen, Kurven, Kreisverkehre und Brücken berücksichtigt werden. Alle drei Transporte sollten am selben Tag in den frühen Morgenstunden eintreffen, damit ein Autokran die Bauteile nacheinander in die rund fünf Meter tiefe Baugrube heben konnte.

»Das hat alles gut funktioniert«, resümiert Noah Usinger, Bauleiter bei Schneider. »Wir mussten nur schauen, dass die Tieflader vor Ort für den Einbau in der richtigen Reihenfolge positioniert wurden.« Rund drei Stunden nach dem Anheben des ersten Bauteils war der Speicher vollständig eingesetzt. Die Elemente wurden mithilfe einer Montagekupplung aus Edelstahl dicht miteinander verbunden.

»Das Ausrichten der einzelnen GFK-Elemente war zwar etwas knifflig, ließ sich aber im Endeffekt gut umsetzen. Den unteren Teil der Baugrube haben wir mit Splitt verfüllt und den oberen mit Aushubmaterial. Zusätzlich haben wir auch ein Geogitter für die Auftriebssicherung verbaut«, fährt Usinger fort.

**Abstimmung als Grundlage der Bauausführung**

Die Arbeiten erforderten eine enge Koordination zwischen Planung, Transport und Montage. »Entscheidend war, dass alle von Beginn an konstruktiv zusammengearbeitet und die einzelnen Schritte eng aufeinander abgestimmt haben. Trotz der anspruchsvollen Rahmenbedingungen verliefen Transport, Montage und Einbau reibungslos«, sagt Labus.

Mit dem eigenständigen Löschwasserspeicher und der hydraulischen Anpassung des Trinkwassernetzes sollen die Anforderungen an Trinkwasserhygiene und Brandschutz künftig getrennt voneinander erfüllt werden. Nach Einschätzung der Projektbeteiligten ist die Gemeinde Zweiflingen damit für die kommenden 40 bis 50 Jahre im Bereich der Wasserversorgung aufgestellt.