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# Gipsversorgungsgefahr durch Kohleausstieg
- URL: https://allgemeinebauzeitung.de/gipsversorgungsgefahr-cohleausstieg/
- Published: 2026-10-06T13:20:23.000Z
- Updated: 2026-10-06T13:20:23.000Z
- Description: Der Kohleausstieg führt zu einem Rückgang von REA-Gips, was eine strukturelle Lücke in der Gipsversorgung auslöst. Der Verband warnt vor einem Wegfall des gesamten Gipsmarktes und betont die Notwendigkeit eines verstärkten Naturgips-Abbaus.
- Author: ABZ
- Tags: Recycling, Baumaschinen und Technik

Berlin (ABZ) | Gipsrecycling funktioniert nach Angaben des Bundesverbandes der Gipsindustrie bereits heute, schöpft das vorhandene Potenzial in Deutschland aber noch nicht vollständig aus. Gleichzeitig warnt der Verband vor einer wachsenden Rohstofflücke. Hintergrund ist vor allem der politisch beschlossene Kohleausstieg und der damit verbundene Rückgang von REA-Gips, der bislang einen wesentlichen Teil der Gipsversorgung ausmacht.

REA-Gips entsteht als Nebenprodukt der Rauchgasentschwefelung in Kohlekraftwerken. Gemeinsam mit Naturgips und Recycling-Gips trägt er derzeit zur Versorgung der verarbeitenden Industrie bei. Nach Angaben des Bundesverbandes wurde bereits 2024 die für 2030 prognostizierte Menge von 2,9 Millionen Tonnen REA-Gips erreicht. Damit zeichnet sich eine strukturelle Versorgungslücke ab.

»REA-Gips war über Jahrzehnte hinweg ein zentraler Bestandteil des deutschen Gipsrohstoffmixes«, betont Holger Ortleb, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Gipsindustrie und der Forschungsvereinigung der Gipsindustrie und warnt: »Sein Wegfall betrifft die gesamte Wertschöpfungskette. Vom Trockenbau über Estriche bis hin zu den Fundamenten von Windkraftanlagen.« Die entstehende Lücke könne nach Einschätzung des Verbandes nur durch einen verstärkten Abbau von Naturgips geschlossen werden. 

Recycling-Gips könne die Versorgung ergänzen, den Wegfall von REA-Gips aber nicht vollständig kompensieren. Gleichzeitig gewinnt die Wiederaufbereitung von Gipsabfällen an Bedeutung. Nach Angaben des Verbandes werden derzeit 100 Prozent des erzeugten Recycling-Gipses wieder in der verarbeitenden Industrie eingesetzt. Insbesondere Gipsplattenabfälle eignen sich für die Aufbereitung, da daraus Recycling-Gips für die Herstellung neuer Produkte gewonnen werden kann.

Das Recyclingaufkommen zeigt allerdings, dass noch mehr möglich wäre. Im Jahr 2024 wurden statistisch rund 578.600 Tonnen Gipsabfälle erfasst. Daraus produzierten Recyclingunternehmen rund 128.500 Tonnen Recycling-Gips. Dies entspricht 22,18 Prozent des statistisch erfassten Gipsabfallaufkommens. Das tatsächlich nutzbare Recyclingpotenzial wird laut Verband auf etwa 300.000 bis 400.000 Tonnen geschätzt. 

Ein Teil der statistisch erfassten Abfälle enthält demnach nur geringe Gipsanteile und ist deshalb für eine wirtschaftliche Aufbereitung nicht geeignet. Selbst bei einer vollständigen Ausschöpfung dieses Potenzials würden die Recyclingmengen nach Verbandsangaben nicht ausreichen, um den Rückgang von REA-Gips auszugleichen.