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# Entwässerung für Kelten-Erlebniswelt auf Heuneburg-Gelände
- URL: https://allgemeinebauzeitung.de/heuneburg-kelten-erlebniswelt-entwaesserung-funke/
- Published: 2026-10-13T05:02:41.000Z
- Updated: 2026-10-13T05:02:40.000Z
- Description: Auf dem archäologischen Gelände der Heuneburg entsteht eine Kelten-Erlebniswelt – mit Funke-Produkten wird die Entwässerung geplant und umgesetzt. Die Maßnahmen berücksichtigen bindige Bodenbedingungen und den Schutz archäologischer Fundstätten.
- Author: ABZ
- Tags: Rohr- und Leitungsbau, Politik und Infrastruktur, #Top-Story

Hundersingen (ABZ) | Auf dem Gelände der Heuneburg und der angrenzenden Staatsdomäne Talhof in Hundersingen entsteht eine Kelten-Erlebniswelt. Für die Entwässerung des Areals kommen Produkte der Funke Kunststoffe GmbH zum Einsatz. Das Konzept umfasst drei Regenrückhalteanlagen vom Typ D-Raintank 3000®, HS®-Kanalrohre und HS®-Sickerrohre sowie Reinigungs- und Drosselschächte. Die Arbeiten müssen eng mit der Denkmalpflege abgestimmt werden, da das Gelände zu den bedeutenden archäologischen Fundstätten Mitteleuropas zählt.

Die Heuneburg in Oberschwaben war zwischen 650 und 450 vor Christus ein bedeutendes Handels- und Machtzentrum der Kelten. Der Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Ravensburg, entwickelt das Areal zu einer Erlebniswelt weiter. Die angrenzende Staatsdomäne Talhof soll künftig das bestehende Freilichtmuseum ergänzen und Flächen für die Denkmalpflege sowie gastronomische Angebote aufnehmen. Voraussetzung dafür ist eine angepasste Entwässerungsinfrastruktur.

Für die Regenwasserrückhaltung werden drei eingeschweißte D-Raintank 3000-Anlagen mit Inspektions- und Spülblöcken installiert. Ihr Gesamtvolumen beträgt rund 200 m3\. Ergänzt wird das System durch Funke Reinigungs- und Drosselschächte sowie rund 1.100 m HS-Kanalrohre in blauer und brauner Ausführung für die Entwässerung im Trennsystem.

»Aufgrund der bindigen Bodenschichten ist auf dem Gelände des Talhofs keine Versickerung möglich. Das Niederschlagswasser von den Gebäudedächern und befestigten Flächen wird daher vorgereinigt und zunächst den drei Retentionsanlagen zugeleitet«, erklärt Projektleiter Thomas Knecht von der Rapp + Schmid Infrastrukturplanung GmbH aus Ummendorf, die für die Entwässerungsplanung der Außenbereiche verantwortlich ist.

Da sich das Gelände auf einer Hochebene über dem Donautal befindet, wird das zurückgehaltene Oberflächenwasser anschließend gedrosselt mit 1,5 l/s über HS®-Kanalrohre zu zwei HS-Sickerrohrsträngen geführt. An den Hängen soll es breitflächig verteilt werden. »Mehrere Ausleitungsstellen der Drainageleitungen stellen sicher, dass das Regenwasser breitflächig und gleichmäßig hangabwärts versickern kann«, erläutert Knecht.

Für die Dimensionierung der D-Raintank 3000-Anlagen legte das Planungsbüro ein 30-jährliches Regenereignis zugrunde. Daraus ergaben sich erforderliche Rückhaltevolumen von 52 m3, 74 m3 und 78 m3\. Die beiden größeren Anlagen sind bereits fertiggestellt. Die kleinste Anlage soll 2026 in ein bestehendes Beton-Silo unterhalb der späteren Außengastronomie eingebaut werden.

Mit dem Verlegen und Einschweißen der Rigolenelemente wurde die Depotec GmbH aus Urspringen beauftragt. Für die beiden größeren Anlagen benötigten die Mitarbeiter nach Angaben des Unternehmens weniger als drei Tage. Die PVC-U-Elemente ließen sich mithilfe von Verbindern zweilagig anordnen. Zuvor hatte die Löhle Baggerbetrieb GmbH aus Meßkirch die Baugruben ausgehoben.

»Die einzelnen Rigolenelemente sind relativ leicht und lassen sich dank ihres handlichen Formats auf der Baustelle gut bewegen«, heißt es vonseiten der ausführenden Firma. Nach der Montage werden die Rigolenkörper mit einem Schutzvlies, wasserdicht verschweißten Kunststoffdichtungsbahnen und einer weiteren Vlieslage umhüllt.

Die archäologische Bedeutung des Areals wirkt sich auf die gesamte Bauausführung aus. Grabungen und Zwischenlagerflächen für den Bodenaushub müssen mit den zuständigen Archäologen abgestimmt werden. »Sowohl Grabungen als auch Zwischenlagerflächen für den Aushub müssen mit den Archäologen eng abgestimmt werden. Das hat erheblichen Einfluss auf die Bauabläufe«, erklärt Richard Baur, Projektleiter bei der auftraggebenden Vermögen und Bau Baden-Württemberg.

Nach dem Einbau der Rückhalteanlagen folgt die Verrohrung, die ebenfalls der Löhle Baggerbetrieb übernimmt. Bauleiter Maximilian Lipp berichtet: »Die Zu- und Abläufe haben wir per GPS eingemessen. Bislang ist alles optimal gelaufen, auch die pünktliche Lieferung durch Funke.«

Auch die Schmutzwasserentsorgung wird neu organisiert. Bislang wird das Abwasser vom Gelände der Heuneburg in einem zentralen Behälter gesammelt und mit Pumpfahrzeugen abtransportiert. Künftig soll es über HS-Kanalrohre zu einem Doppelpumpwerk und von dort über eine Druckleitung in das öffentliche Kanalnetz gelangen.

Darüber hinaus sieht das Entwässerungskonzept eine Nutzung von Regenwasser vor. Ein Teil des Niederschlagswassers wird über einen Filterschacht vorgereinigt und soll unter anderem für den Waschplatz der Archäologen zur Verfügung stehen.

Funke-Fachberater Gerald Barth begleitet die Tiefbauarbeiten vor Ort. »Besucher sehen dann Ausgrabungsstücke, die über Jahrhunderte verborgen waren. Dann allerdings entdecken sie nichts mehr von dem modernen Entwässerungssystem im Boden. So schließt sich ein Kreis zwischen dem Erleben der frühen Eisenzeit und heutiger Nachhaltigkeit.«