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# Hydrostatischer Schienenradantrieb für Bahnbau-Arbeiten
- URL: https://allgemeinebauzeitung.de/hydrostatischer-schienenradantrieb-bahnbau-indusi-magnete/
- Published: 2026-10-15T12:21:21.000Z
- Updated: 2026-10-15T12:21:21.000Z
- Description: Der hydrostatische Schienenradantrieb ermöglicht Baggern über Indusi-Magneten hinweg – ohne Maschinenaushebung. Der Antrieb wird von Baubetrieben wie Lebensieg bereits als Standard bei Gleisarbeiten gefordert.
- Author: ABZ
- Tags: Bahnbau, Politik und Infrastruktur

Winsen (ABZ) | Die Firma Lebensieg Erdbau & Verkehrswegeunterhaltung aus Winsen hat ihren Maschinenpark um zwei Cat Zweiwegebagger M323F erweitert. Das Unternehmen ist bundesweit im Bahnbau tätig und setzt die Maschinen unter anderem beim Oberleitungsbau, beim Schwellen- und Schienenwechsel sowie für Erdarbeiten ein. Ein wesentliches Merkmal ist laut Inhaber Tim Lebensieg der hydrostatische Schienenradantrieb, der das Überfahren von Indusi-Magneten ohne Ausheben der Maschine ermöglicht.

Lebensieg war zunächst bei den DB Fahrwegdiensten tätig, bevor er sich 2011 selbstständig machte. Seit 2013 konzentriert er sich auf den Bahnbau. Heute beschäftigt sein Unternehmen sechs Triebfahrzeugführer und bietet Zweiwegetechnik bundesweit an.

Auf der NordBau 2023 testete Lebensieg einen Cat M323F, den er über Zeppelin kennengelernt hatte. Die Maschine übernimmt unter anderem Aufgaben beim Handling von Trommelblöcken im Oberleitungsbau. Sie hält den Trommelblock, während Fahrdraht oder Tragseil kontrolliert ab- beziehungsweise aufgewickelt wird, und sorgt während der Fahrt für die erforderliche Seilspannung.

»Ein großer Vorteil ist, dass der Bagger über die Indusi-Magnete rollen kann und sich nicht jedes Mal ausheben muss«, erklärt Tim Lebensieg. Der hydrostatische Schienenradantrieb ermöglicht eine erhöhte Bodenfreiheit, sodass die Sicherheitseinrichtungen im Gleisbett beim Fahren unbeeinträchtigt bleiben. »Inzwischen fordert die Bahn als Auftraggeber bei Baustellen – wie zuletzt in Augsburg – sogar genau diesen Antrieb. Auch bei Arbeiten für die Münchner U-Bahn geht es praktisch nicht mehr ohne«, berichtet Lebensieg.

Der bis zu 23,9 t schwere Cat M323F verfügt über einen Heckschwenkradius von rund 1,56 m. Die Kurzheckbauweise ermöglicht nach Unternehmensangaben profilfreies Arbeiten. Dadurch kann der Zugverkehr auf dem Nachbargleis häufig weiterlaufen. Auch bei Arbeiten an Lärmschutzwänden habe sich dieser Vorteil bewährt.

Lebensieg setzt die Maschinen außerdem zum Mulchen von Vegetation entlang der Gleise ein. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen mit einem Bagger bereits fünf Waggons mit Gleisschotter und Mineralgemisch gezogen. Für unterschiedliche Aufgaben ist die Maschine mit dem Schnellwechsler OQ Rail ausgestattet. Damit lassen sich Grabenräumlöffel, Zweischalen- und Sortiergreifer, Tiltrotator sowie Mulcher wechseln.

Neben der Maschinenvermietung inklusive Fahrer übernimmt Lebensieg Arbeiten als Nachunternehmer und stellt qualifizierte Zweiwegebaggerfahrer sowie Triebfahrzeugführer im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung bereit.

Künftig will das Unternehmen zusätzlich Fachkräfte ausbilden. Dafür wurde ein rund 8.500 m2 großes Betriebsgelände übernommen. Dort sollen theoretische und praktische Schulungen stattfinden. Langfristig ist ein eigenes Übungsgleis vorgesehen.

»Haben Triebfahrzeugführer ihre Ausbildung abgeschlossen, werden sie oft direkt ins kalte Wasser geworfen. Aktuell ist es kaum möglich, die erlernte Theorie in Ruhe in praktische Routine umzusetzen. Auf den Baustellen müssen sie sofort funktionieren. Für den Aufbau von Erfahrung bleibt während der kurzen Sperrpausen kaum Zeit«, beschreibt Lebensieg die Situation. Als zertifizierter Ausbilder für Baumaschinenführer und anerkannter Prüfer für Triebfahrzeugführer möchte er die praktische Qualifizierung ausbauen.