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# KI-Technologie macht Flächenpotenziale in Städten sichtbar
- URL: https://allgemeinebauzeitung.de/ki-flaechenpotenziale-staedte-erkennung-planung/
- Published: 2026-10-06T12:08:25.000Z
- Updated: 2026-10-06T12:08:25.000Z
- Description: Das Fraunhofer IGD entwickelt KI-Lösungen, um Baulücken und Brachflächen automatisch zu erkennen. Die Technologie verknüpft Luftbilder mit amtlichen Geodaten und unterstützt Stadtplanung durch nachvollziehbare Datengrundlagen.
- Author: ABZ
- Tags: KI, Bau Digital

Darmstadt (ABZ) | Das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD entwickelt Lösungen, mit denen sich Flächenpotenziale wie Baulücken, Nachverdichtungsflächen und Brachflächen automatisiert identifizieren lassen. Dafür werden Künstliche Intelligenz und amtliche Geodaten miteinander verknüpft und für die weitere Nutzung in Stadt-, Regional- und Landesplanung aufbereitet.

Wohnraumbedarf, begrenzte Flächenverfügbarkeit und das Ziel, zusätzliche Flächenversiegelung zu reduzieren, stellen Kommunen und Länder vor Herausforderungen. Gleichzeitig lassen sich vorhandene Potenziale häufig nur mit erheblichem manuellem Aufwand erfassen. Nach Angaben des Fraunhofer IGD sollen automatisierte Verfahren hier die Planung unterstützen.

Bei der entwickelten Lösung übernimmt Künstliche Intelligenz beispielsweise die visuelle Erstidentifikation anhand von Luft- oder Orthophotos. Anschließend werden die Ergebnisse mit amtlichen Geodaten verknüpft und GIS-basiert aufbereitet. Dadurch entstehen laut Fraunhofer IGD nachvollziehbare und aktualisierbare Datengrundlagen, die in bestehende GIS- und Planungssysteme integriert werden können.

»Viele Städte verfügen bereits über umfangreiche Geodatenbestände, deren Potenzial bislang nur teilweise genutzt wird«, sagt Dr. Eva Klien, Bereichsleitung Infrastruktur und Public Services am Fraunhofer IGD. »Unsere Lösung zeigt, wie sich diese Daten automatisiert auswerten lassen, um Wohnraumpotenziale im Bestand sichtbar zu machen und Planungsprozesse effizient zu unterstützen.«

Für die Innenentwicklung können KI-Modelle nach Angaben des Fraunhofer IGD Luftbilder auswerten und Freiflächen innerhalb von Grundstücken erkennen. Ergänzend lassen sich 3D-Laserscandaten einsetzen, um Gebäudehöhen mit der umliegenden Bebauung zu vergleichen und mögliche Aufstockungspotenziale zu identifizieren.

Die Ergebnisse können als Kartenlayer, Datensätze oder 3D-Visualisierungen für die anschließende fachliche Bewertung bereitgestellt werden. Die Verfahren sind dabei laut Fraunhofer IGD auch für größere Gebiete skalierbar.

Für ein landesweites Potenzialflächenkataster in Sachsen-Anhalt entwickelte das Institut nach eigenen Angaben eine KI-Pipeline. Diese analysiert digitale Orthophotos und verknüpft die Ergebnisse mit ALKIS-, ATKIS- und Raumordnungsdaten. Damit soll eine einheitliche und reproduzierbare Datengrundlage für die Identifikation von Flächenpotenzialen entstehen.

Die automatisierte Analyse ersetzt laut Fraunhofer IGD keine fachliche oder rechtliche Einzelfallprüfung. Bau- und planungsrechtliche Vorgaben, Eigentumsverhältnisse, politische Prioritäten sowie bautechnische Bewertungen bleiben Aufgabe der zuständigen Stellen.

Die KI dient damit vor allem der Vorauswahl. Sie soll relevante Flächen aus großen Datenbeständen herausfiltern und den Planungsverantwortlichen eine zusätzliche Datengrundlage für die weitere Bewertung liefern.