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# Konzerne bündeln Kräfte für Wasserstoff-Transport
- URL: https://allgemeinebauzeitung.de/konzerne-bundeln-kraefte-wasserstoff-transport/
- Published: 2026-09-16T06:00:00.000Z
- Updated: 2026-09-16T09:55:11.000Z
- Description: IAA Transportation Hannover
- Author: ABZ
- Tags: Alternative Antriebe, Baumaschinen und Technik, #Top-Story

Hannover (ABZ). | Auf der IAA Transportation haben Daimler Truck, Volvo Group, Toyota Motor Corporation, Bosch, Air Liquide, TotalEnergies, TEAL Mobility und MB Energy ihre Pläne vorgestellt, den Hochlauf wasserstoffbetriebener Fahrzeuge in Europa zu beschleunigen.

Die Unternehmen bündeln demnach ihre Kräfte, um bestehende Engpässe zu überwinden „mit der gemeinsamen Überzeugung, dass Wasserstoff eine wichtige Ergänzung zu batterieelektrischen Fahrzeugen ist, um die Dekarbonisierungsziele der EU zu erreichen“. Dies gelte insbesondere für Transporteinsätze, die große Reichweiten, hohe Nutzlasten, kurze Betankungszeiten und Flexibilität erforderten.

Erstmals in Europa schafft das deutsche Ökosystem alle Voraussetzungen für einen skalierbaren Einsatz von Wasserstoff-Lkw bis 2030, getragen von politischer Unterstützung und europäischen Industrieführern entlang der gesamten Wertschöpfungskette. „Das deutsche Modell kann als Vorbild dienen, denn die Skalierung in ganz Europa erfordert eine abgestimmte Unterstützung durch die nationalen Regierungen und die Europäische Kommission, um langfristige Energieversorgung und Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten“, so die Unternehmen.

Bei Daimler Truck hätten Kunden mit Brennstoffzellen-Lkw bereits fast 600.000 Kilometer zurückgelegt. Als nächsten Schritt plane das Unternehmen, ab Ende 2026 eine Kleinserie von 100 Brennstoffzellen-Lkw der nächsten Generation in den Kundeneinsatz zu bringen. Auch die Volvo Group treibe ihr Wasserstoffportfolio voran und investiere erhebliche Summen in Wasserstoffantriebe für die Markteinführung bis 2030, darunter sowohl Brennstoffzellen-Lkw als auch Lkw mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor. Toyota werde sich als Technologiepartner am Ausbau der Wasserstoffmobilität beteiligen und greift dabei auf mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Entwicklung von Brennstoffzellensystemen zurück. Bosch liefere zentrale Fahrzeugkomponenten für gasförmigen Wasserstoff sowie zukunftsweisende Betankungstechnologien für flüssigen und gasförmigen Wasserstoff.

Auf der Energie- und Infrastrukturseite arbeiten die Volvo Group und Daimler Truck eng mit Energieunternehmen und Wasserstofflieferanten wie Air Liquide, TotalEnergies und MB Energy sowie mit Tankstellenbetreibern wie MB Energy und TEAL Mobility zusammen. Die Unternehmen bündeln demnach ihre jeweiligen Kapazitäten, um sowohl die Lieferketten für flüssigen als auch für gasförmigen Wasserstoff zu skalieren. „Durch ihre Infrastrukturinvestitionen treiben sie den Aufbau von Tankstellen mit hoher Kapazität und starker Betankungsleistung voran, die bis zu 100 Lkw pro Tag betanken können“, so die Unternehmen.

Für Flottenbetreiber sei die Erreichung wettbewerbsfähiger Kosten im Vergleich zu Diesel entscheidend, um Wasserstoff zu nutzen. Die Kombination aus politischer Unterstützung in Deutschland und industrieller Zusammenarbeit mache dies mit drei zentralen Hebeln möglich:

\- Der Senkung der Fahrzeugkosten durch Fördermaßnahmen und Serienproduktion.

\- Dem Erreichen eines wettbewerbsfähigen Wasserstoffpreises gegenüber Diesel an der Zapfsäule durch eine wettbewerbsfähigere Wasserstoff-Lieferkette und Treibhausgasquoten, sowie

\- Anreize wie Mautbefreiungen für CO2-freie Fahrzeuge für Flottenbetreiber.

Der Markt entwickele sich mehr und mehr, um diese Voraussetzungen zu erfüllen. Während Deutschland den Startpunkt für die operative Umsetzung setze und zeige, wie industrielles Handeln und gezielte öffentliche Unterstützung die Marktentwicklung beschleunigen könne, fordern die Unternehmen strategische Maßnahmen durch die nationalen Regierungen und die Europäische Kommission, um dieses Modell europaweit zu etablieren.

Zu diesen Maßnahmen gehören der Ausbau der Infrastruktur durch abgestimmte Förderprogramme für Tankstellen und Fahrzeuge, um die Ziele der „Alternative Fuels Infrastructure Regulation (AFIR)“ zu erreichen, die Stärkung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit von Wasserstoff durch pragmatische und harmonisierte Anrechnungsmechanismen für erneuerbare Kraftstoffe sowie Mautanreize und die gemeinsame Risikominimierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Produktion und Verflüssigung über die Distribution bis hin zum Fahrzeugbetrieb.