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# Präzise Schalung für die Weserquerung in Bremerhaven
- URL: https://allgemeinebauzeitung.de/praezise-schalung-weserquerung-bremerhaven/
- Published: 2026-09-07T07:37:56.000Z
- Updated: 2026-09-07T07:37:56.000Z
- Description: Im Kaiserdock der Lloyd Werft werden sechs riesige Stahlbeton-Tunnelelemente für die Weserquerung gefertigt. ULMA Construction entwickelt eine maßgeschneiderte Schalung, um Präzision und Maßhaltigkeit bei den Bauabschnitten zu gewährleisten.
- Author: ABZ
- Tags: Tunnelbau, Politik und Infrastruktur, Schalung und Beton, #Sponsored

Bremen/Bremerhaven | Bis zu 125 m lang, bis zu 28 m breit und rund 22.000 t sind die Elemente, die dort entstehen, wo normalerweise Schiffe auf »Vordermann« gebracht werden: Im Kaiserdock der Lloyd Werft in Bremerhaven werden sechs gewaltige Stahlbeton-Tunnelelemente für die künftige Weserquerung der A 281 gefertigt. Von dem circa 1.100 m langen Abschnitt der Weserquerung werden rund 720 m als Absenktunnel hergestellt. Eine anspruchsvolle Aufgabe für alle Beteiligten – mit Schalungstechnik von ULMA Construction. Denn bevor die tonnenschweren Elemente schwimmen können, ist vor allem eines gefragt: Präzision. Jedes Tunnelelement besteht aus 12 bis 13 einzelnen Blöcken.

Insgesamt entstehen 74 Blöcke mit unterschiedlichen Geometrien, darunter Regelblöcke, Pannenbuchten, Lüfternischen und Notrufnischen. Zusätzlich verändern sich Radien, Gefälle und Steigungen entlang des Tunnelverlaufs.  
Die Schalung muss diese Geometrie abbilden und während des Betonierens hohen Anforderungen an Maßhaltigkeit und Verformung standhalten. Für Ulma beginnt die Arbeit deshalb lange vor dem ersten Beton – und in enger Abstimmung mit Wayss & Freytag Ingenieurbau. Im technischen Büro wurden die individuellen Geometrien analysiert, die Schalungssysteme geplant und statisch bemessen sowie Sonderlösungen entwickelt.

Die enge Abstimmung war entscheidend, um Planung, Bauablauf und technische Anforderungen zu einer Gesamtlösung zusammenzuführen.  
Eine zentrale Aufgabe war die Konstruktion einer ankerlosen Außenwandschalung. Statt herkömmlicher Anker nehmen 68 speziell ausgelegte HEA-650-Stahlprofile mit jeweils rund 2,2 t Gewicht die Kräfte aus dem Frischbetondruck auf. Herzstück der Lösung sind acht maßgeschneiderte MK-Schalungswagen. Sie ermöglichen es, Außenwände und Decke eines Betonierabschnitts in einem Arbeitszyklus herzustellen und unterschiedliche Geometrien zu berücksichtigen. Spezielle ENKOFORM-VMK-Elemente ergänzen die Konstruktion. Besonders anspruchsvoll ist nach Unternehmensangaben der Übergang zwischen Außenwand und Decke: Eine zweiteilige, klappbare Voutenschalung ermöglicht eine gute Befüllung und Verdichtung des Betons, obwohl die Außenwände ohne Anker ausgeführt werden.

Aus der gemeinsamen Planung wurde schließlich Realität: Die Schalungseinheiten wurden im Ulma-Werk in Rödermark zu transportfähigen Einheiten vormontiert, per Lkw nach Bremerhaven gebracht und dort durch Ulma-Montagepersonal zusammengebaut und einsatzfertig übergeben. Damit begleitete das Unternehmen das Projekt von der technischen Planung und Statik über die Fertigung bis zur Montage. Der kontinuierliche Austausch mit Wayss & Freytag stellte sicher, dass die Lösung auch unter den besonderen Bedingungen des Trockendocks praxisgerecht umgesetzt werden konnte. Die Dimensionen des Projekts machen auch den anschließenden Transport spektakulär, heißt es: Nach Fertigstellung werden die rund 125 m langen Elemente im gefluteten Dock ausgeschwommen und über rund 60 km Weser aufwärts nach Bremen geschleppt. Die ersten beiden Elemente haben diese Reise im November 2025 bereits erfolgreich absolviert.  
Die übrigen Elemente entstehen parallel in Bremerhaven und sollen anschließend ebenfalls nach Bremen transportiert werden.

2027 werden die sechs Elemente in die vorbereitete Absenkrinne eingebracht und miteinander verbunden. So entsteht Schritt für Schritt der neue vierstreifige Wesertunnel, der die A 281 als wichtige Verbindung zwischen A 1 und A 27 vervollständigt und die Verkehrsinfrastruktur im Bremer Raum sowie die Anbindung von Häfen, Güterverkehrszentrum und Flughafen verbessert.  
Eine anspruchsvolle Bauaufgabe, bei der sich zeigt: Präzision entsteht nicht allein durch Technik, sondern durch das Zusammenspiel von Engineering, Erfahrung und partnerschaftlicher Zusammenarbeit.