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# Schöck Isolink F baut Wärmebarriere für Glasfaserbetonfassade
- URL: https://allgemeinebauzeitung.de/schoeck-isolink-f-glasfaserbeton-waermeschutz-wohnturm/
- Published: 2026-10-14T12:56:01.000Z
- Updated: 2026-10-14T12:56:01.000Z
- Description: Im Münchner Wohnturm wird Schöck Isolink F als Befestigungselement eingesetzt, um die Wärmeübertragung zu reduzieren und den KfW-Standard 55 zu erfüllen. Die Lösung ermöglicht eine effiziente Verbindung zwischen Betonelementen und Rohbau.
- Author: ABZ
- Tags: Fassade und Fenster, Baustoffe und Materialien

München (ABZ) | Am 18-geschossigen Wohnturm am Mahatma-Gandhi-Platz im Münchner Stadtteil Freiham kommt der Fassadenanker Schöck Isolink F zum Einsatz. Er verbindet die Unterkonstruktion der vorgehängten Glasfaserbetonfassade mit dem Rohbau und soll dabei die Wärmeübertragung reduzieren. Nach Angaben des Herstellers ließen sich damit die Anforderungen an den Wärmeschutz für den KfW-Standard 55 erfüllen.

Der 60 m hohe Wohnturm wurde nach einem Entwurf des Hamburger Architekturbüros Störmer Murphy and Partners geplant. Bauträger ist die BUWOG GmbH, die Bauherrenschaft liegt seit 2021 bei Vonovia. In den oberen 16 Geschossen befinden sich 144 Ein- bis Vierzimmerwohnungen, teilweise mit Loggien. Die beiden unteren Geschosse sind hinter Arkaden angeordnet und für Einzelhandel und Büroflächen vorgesehen.

Die Gebäudegrundfläche ist trapezförmig. Die Glasfassade weist Vor- und Rücksprünge auf, die durch vorgehängte Betonelemente betont werden. Die Elemente aus Glasfaserbeton verlaufen jeweils über zwei Geschosse und rahmen Fenster und Balkone ein. Je nach Position sind sie unterschiedlich tief ausgeführt. Die schwersten Elemente messen bis zu 1,50 m in der Tiefe und wiegen 1,6 t. Ihre Wandstärke beträgt rund 25 mm.

Die Planung und Ausführung der Fassadenkonstruktion übernahm die Dipl.-Ing. Hölscher GmbH & Co. KG aus Kleve. Für die Glasfassade wurden Fensterelemente und Kaltfassadenplatten mit einem Uw-Wert von ≤ 0,8 W/(m2K) in eine Pfosten-Riegel-Konstruktion integriert. Die Befestigung der äußeren Betonelemente erforderte eine separate Unterkonstruktion.

Herkömmliche Schwerlastdübel kamen laut dem ausführenden Unternehmen nicht infrage, weil die Wärmeübertragung zu hoch gewesen wäre. Auch Versuche mit verändertem Mörtel und größeren Abständen führten nach Angaben der Planer nicht zu den geforderten Wärmeschutzwerten. Die Lösung fand das Unternehmen im Fassadenanker Schöck Isolink F aus Glasfaserverbundwerkstoff.

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Der stabförmige Anker sichert den Abstand zwischen Fassadenbekleidung und Rohbau und überträgt Zug- und Druckkräfte. Seine Wärmeleitfähigkeit beträgt laut Hersteller 0,7 W/(m · K) und liegt damit bis zu 300-mal unter der von Aluminium. Das Produkt ist nach Herstellerangaben rechnerisch wärmebrückenfrei, vom Passivhaus Institut Darmstadt als Passivhaus-Komponente zertifiziert und verfügt über die Europäische Technische Bewertung ETA-25/0604 sowie eine allgemeine Bauartgenehmigung (aBG).

»Schöck Isolink F war die einzige Lösung, mit der wir die bauphysikalischen Anforderungen hinsichtlich des Wärmeschutzes für die Gebäudefassade umzusetzen konnten«, bestätigt Herbert Hölscher, Geschäftsführer der Dipl.-Ing. Hölscher GmbH & Co. KG.

Die Stahl-Unterkonstruktion für die 521 Betonelemente besteht aus rund 35.000 Einzelteilen. Diese wurden im Fertigungsbetrieb zu größeren Konsolen zusammengefügt und auf die Baustelle geliefert. Da sich die Gebäudeseiten in ihrer Breite unterscheiden und die Fassade unterschiedliche Winkel sowie integrierte Loggien aufweist, musste die Unterkonstruktion für jede Seite individuell geplant werden.

Die Konsolen besitzen schräg ausgeführte Grundplatten, auf denen die Betonelemente aufliegen. Zugseile übertragen die Querkräfte in den Rohbau, während Isolink F Zug- und Druckkräfte aufnimmt. Insgesamt wurden rund 8.000 Fassadenanker verbaut. Pro Betonelement waren sechs Anker vorgesehen. Die Konsolen wurden über Stahlplatten mit mehreren Ankern am Gebäude befestigt; zusätzliche Anschlagpunkte verbinden die Betonelemente mittig und im oberen Bereich direkt mit dem Rohbau.

Für die Montage mussten die Anker aufgrund der schrägen Wände ebenfalls schräg eingebohrt werden. Das ausführende Unternehmen fertigte dafür Schablonen an, die den Bohrwinkel und die Position der Stäbe beim Einkleben vorgaben. Sie sollten verhindern, dass die Anker während der Trocknungsphase absacken. Die genaue Positionierung war erforderlich, damit die Betonelemente an allen Befestigungspunkten gleichzeitig eingesetzt werden konnten.

Zum Versetzen der Elemente kam eine eigens konstruierte Saugbatterie mit Gegengewichtsanlage zum Einsatz. Die liegend angesaugten Bauteile wurden aufgerichtet, mit einem Kran an die Fassade gehoben und dort ausgerichtet.

Im Bereich der Loggien wurden zusätzlich rund 500 Schöck Isokorb T S verbaut. Da dort die zweite Wand zur Befestigung fehlte, mussten die Elemente nach hinten in die Balkone verankert werden. Das Wärmedämmelement für frei auskragende Stahlkonstruktionen besteht aus den Modulen S-N und S-V und überträgt je nach Anordnung Momente, Querkräfte und Normalkräfte.