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# Spezialgerüst für Überschallflugzeug im Technikmuseum
- URL: https://allgemeinebauzeitung.de/spezialgeruest-ueberschallflugzeug-technikmuseum/
- Published: 2026-10-05T05:00:24.000Z
- Updated: 2026-10-05T05:00:24.000Z
- Description: Ein spezielles Gerüst wird für die Sanierung der Tupolev Tu-144 entwickelt. Mit 3D-Modellen und Layher-Technologie wird eine sichere, anpassbare Arbeitsplattform geschaffen.
- Author: ABZ
- Tags: Gerüstbau, Baupraxis

**Sinsheim** (ABZ) | Auf dem Dach des »Technik Museum« in Sinsheim sind die Überschallflugzeuge mit ihren markanten Nasen bereits weithin sichtbar. Die Tupolev Tu-144 sogar schon seit 25 Jahren. Inzwischen haben Wind und Wetter Spuren an der »Maschine« hinterlassen – ein Expertenteam saniert aktuell die Außenlackierung des prestigeträchtigen Museums-Exponats. Ein Team aus fünf Monteuren erstellte mit dem Layher Allound-System ein exakt an die Form des Überschallflugzeugs angepasstes Arbeitsgerüst. Eine laut Geschäftsführer Wolfgang Fuchs spannende, aber auch herausfordernde Aufgabe: »Die Einrüstung war durchaus knifflig.

Die geringe Tragfähigkeit des Museumsdaches. Die komplexe Form des Flugzeugs. Die Sanierung bei Publikumsverkehr. Und die hohen Windlasten in rund 30 Metern Höhe bei gleichzeitig ­fehlender Verankerungsmöglichkeit am Flieger«. Gemeinsam mit den Anwendungsingenieuren von Layher und dem auf Gerüststatik spezialisierten Ingenieurbüro Speer aus Karlsruhe wurde die Gerüstlösung in 3D entwickelt, anhand des digitalen Zwillings eng abgestimmt und schließlich mithilfe der neuen SIM2Field XR App passgenau aufgebaut.

»Ich hatte eine Idee, wie wir die Gerüstkonstruktion umsetzen und optimal an die aerodynamische Silhouette anpassen können«, erläutert Fuchs. Als Planungsgrundlage war ein verlässliches 3D-Modell des Flugzeugs notwendig. Das Layher Team erstellte daher zuerst einen millimetergenauen 3D-Laserscan. »Anschließend hat unser Ansprechpartner in der Layher Anwendungstechnik meine Idee aufgenommen, das Know-how von Layher eingebracht und ein erstes 3D-Modell entworfen. Auf dieser Basis konnten wir die Gerüstlösung zusammen mit dem Ingenieurbüro Speer abstimmen und weiterentwickeln.«

Layher nutzt dabei die integrierte Softwarelösung LayPLAN SUITE. Das Modul LayPLAN CAD ermöglicht eine detaillierte Planung in 3D, der integrierte LayPLAN MATERIALMANGER sorgt für verlässliche Materiallisten, so das Unternehmen. Das Ergebnis war eine komplexe Raumkonstruktion mit einer treppenartig integrierten Arbeitsplattform am Rumpf der Tupolev inklusive Fußgängertunnel. 

Das Team von Fuchs Gerüstbau vertraute hier auf das Original-Modulsystem: »Dieses bot uns mehrere wichtige Vorteile: zum einen die effiziente Montage und Logistik dank leichter und kompakter Bauteile in der Lightweight-Technologie sowie der schraubenlosen Keilschlossverbindung mit selbstsichernder AutoLock-Funktion. Zum anderen die hohe Flexibilität durch den modularen Aufbau und passende Ergänzungsbauteile. Wir hatten so für jede Anforderung eine wirtschaftliche Lösung. Allround-Konsolen für Geometrieanpassungen.

Podesttreppen für den schnellen und sicheren Aufstieg im Gerüst – selbst mit Arbeitsmaterial. Und der neue hochtragfähige Aluminium-Träger TwixBeam zur gezielten Einleitung der Lasten aus dem rund 100 t schweren Gerüst in die Träger der Dachkonstruktion. Diese wurde zusätzlich mit Layher Dreieckstützen verstärkt.

Für die drei Bauabschnitte wurde das Gerüstmaterial von Layher just-in-time auf der Baustelle angeliefert. Bei der Montage kam mit der SIM2Field XR App von Layher zudem erstmals eine digitale Montageunterstützung zum Einsatz. »In der App konnten meine Mitarbeiter den digitalen Zwilling des Gerüsts nicht nur von allen Seiten detailliert betrachten und passend zum jeweiligen Bauabschnitt zuschneiden, sondern auch jedes einzelne der über 13.000 Gerüstbauteile schnell identifizieren.

Im Gegensatz zum konventionellen Montieren nach 2D-Plan ist das Montieren nach Modell mit der SIM2Field XR App einfacher und wirtschaftlicher. Mein Team war schnell vom Nutzen überzeugt.« Auch im Hinblick auf die Standsicherheit gingen die Monteure neue Wege. Da an der Tupolev nicht ­verankert werden sollte, wurde die Gerüstkonstruktion an der Basis einfach verbreitert und im Bereich der Flugzeugnase mit Spannstäben am Hallendach fixiert.