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# Vakuumisolierglas in historischem Kaufhaus
- URL: https://allgemeinebauzeitung.de/vakuumisolierglas-historisches-kaufhaus-amsterdam/
- Published: 2026-10-15T07:09:02.000Z
- Updated: 2026-10-15T07:09:02.000Z
- Description: Bei der Sanierung des denkmalgeschützten Kaufhauses De Bijenkorf in Amsterdam wurde FINEO Solar Control Vakuumisolierglas eingesetzt. Das Glas bietet gute Wärmedämmung bei geringer Dicke und bleibt optisch unverändert.
- Author: ABZ
- Tags: Modernisierung und Sanierung, Baupraxis, #Top-Story

Amsterdam/Niederlande (ABZ) | Bei der thermischen Sanierung des denkmalgeschützten Luxuskaufhauses De Bijenkorf in Amsterdam kam FINEO Solar Control Vakuumisolierglas von AGC zum Einsatz. Die Verglasung ermöglicht laut Hersteller eine hohe Wärmedämmung bei geringer Glasdicke und wurde in die vorhandenen historischen Fensterrahmen integriert, ohne diese zu verändern. Das 1915 errichtete Gebäude steht seit 1968 als nationales Denkmal unter Schutz. Ziel der Sanierung war es, das Erscheinungsbild der Fassade zu erhalten und zugleich die Wärmedämmung sowie den Nutzerkomfort zu verbessern.

Bei der Sanierung mussten rund 200 großflächige Einfachverglasungen sowie zahlreiche kleinere Scheiben ersetzt werden. Insgesamt kamen fünf unterschiedliche Fenstertypen zum Einsatz, überwiegend aus Holz, ergänzt durch Stahlfenster. Da Eingriffe in die historischen Rahmen nicht zulässig waren, schied konventionelles Isolierglas aufgrund seiner größeren Dicke aus. FINEO Solar Control sollte die Anforderungen an den Wärmeschutz erfüllen, ohne das Fassadenbild wesentlich zu verändern.

Die Vakuumisolierverglasung besteht aus zwei Glasscheiben, die durch einen hermetisch versiegelten Vakuumzwischenraum von lediglich 0,1 mm getrennt sind. Dieser Aufbau reduziert laut Hersteller den Wärmeübergang durch Wärmeleitung und Konvektion. In der schlanksten Ausführung erreicht das Glas bei einer Gesamtstärke von 6,7 mm einen Ug-Wert von 0,7 W/(m2K).

Zum Vergleich führt AGC eine konventionelle Dreifachverglasung mit demselben Ug-Wert an. Diese ist 36 mm dick und besteht aus einem 4/12/4/12/4-mm-Aufbau mit zwei Low-E-Beschichtungen und argongefüllten Scheibenzwischenräumen. Der Randverbund von FINEO ist nach Herstellerangaben schmal und im eingebauten Zustand kaum sichtbar. Eine Evakuierungsöffnung ist in der fertigen Verglasung nicht vorhanden. Dadurch bleibt die optische Wirkung der Fenster weitgehend erhalten. Zusätzlich wurden öffenbare Fenster mit Dichtungen gegen Zugluft ausgestattet.

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Die Planung umfasste die Vermessung der bestehenden Anschlüsse und Glaselemente sowie einen dreidimensionalen Scan und die Modellierung des Gebäudes. Die vorgesehenen Lösungen wurden mit der Denkmalpflege abgestimmt und anhand einer Probeinstallation an der Fassade beurteilt. Dabei standen die Farbwirkung, die Reflexion und das Erscheinungsbild aus unterschiedlichen Betrachtungswinkeln im Mittelpunkt. Auch die Wirkung im Zusammenspiel mit angrenzenden Glaselementen wurde berücksichtigt.

Die vorhandene Verglasung umfasste Floatglas sowie geätztes, gehärtetes, laminiertes, gefärbtes und beschichtetes Glas mit Dicken zwischen 4 und 16 mm. Teilweise waren unterschiedliche Folien vorhanden. Auf Grundlage der Probeinstallation fiel die Entscheidung auf FINEO Solar Control mit Sonnenschutzbeschichtung. Die Variante soll eine hohe Lichttransmission mit einer reduzierten Sonnenenergiedurchlässigkeit und einem niedrigen Ug-Wert verbinden.

An dem Projekt waren mehrere Fachplaner beteiligt. Der Immobilieneigentümer CBRE koordinierte unter der Leitung von Projektmanager Jochem Postulart die Umsetzung sowie die Abstimmungen zu Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Die architektonische Planung und die Nachhaltigkeitsstrategie wurden von Bastiaan van de Kraats von 1m98 Architecten und Oda van den Ende vom Beratungsunternehmen De Groene Grachten begleitet.

FINEO Solar Control soll laut Hersteller Wärmeverluste über die Verglasung reduzieren und zu einem stabileren Raumklima beitragen. Daraus können sich geringere Energiebedarfe für Heizung und Kühlung ergeben. Für die FINEO-Produktpalette nennt AGC je nach Ausführung im Labor geprüfte Schalldämmwerte von 35 bis 45 dB (Rw).

Bei denkmalgeschützten Gebäuden kann der Austausch der Verglasung eine Möglichkeit sein, den Wärmeschutz zu verbessern, ohne umfangreiche Veränderungen an der Fassade vorzunehmen. Die geringe Glasdicke und das niedrige Gewicht der Vakuumisolierverglasung ermöglichen laut Hersteller den Einsatz in bestehenden Rahmen, sofern die jeweiligen baulichen Voraussetzungen erfüllt sind.

FINEO by AGC erhielt nach Angaben des Herstellers als erster Anbieter von Vakuumisolierglas sowohl die CE-Kennzeichnung als auch die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung Z-70.4-304 des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) für linienförmig gelagerte Vertikalverglasungen. Damit ist der Einsatz in Glasfassaden im Rahmen der entsprechenden Zulassung ohne Einzelfallgenehmigung möglich.

Für die Dokumentation der Umweltauswirkungen hat AGC unabhängig geprüfte Umweltproduktdeklarationen (EPDs) für die Datenbanken INIES und NMD erstellen lassen. Für die Variante FINEO 8 Low-Carbon gibt das Unternehmen einen Wert von 18,9 kg CO2-Äquivalent/m2 für die INIES-Deklaration und 18,5 kg CO2-Äquivalent/m2 für die NMD-Deklaration an.

Clément Lemoine, Product & Market Manager FINEO by AGC, erläutert: »Vakuumisolierglas bietet eine hohe Dämmleistung bei einem sehr schlanken Aufbau. Das Projekt De Bijenkorf zeigt, dass selbst Gebäude mit historischer Substanz unter Berücksichtigung architektonischer und ökologischer Rahmenbedingungen mit moderner Isolierverglasung ausgestattet werden können, ohne ihr Erscheinungsbild zu verändern.«