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# Sechs Forderungen für mehr Wohnungsbau in Deutschland
- URL: https://allgemeinebauzeitung.de/wohnungsbau-forderungen-baukosten-foerderung-kfws/
- Published: 2026-11-04T08:07:34.000Z
- Updated: 2026-11-04T08:07:34.000Z
- Description: Das Bündnis aus 30 Bau- und Immobilienorganisationen fordert verbesserte Rahmenbedingungen, um die rückläufige Bautätigkeit in Deutschland zu stoppen. Gestiegene Kosten, fehlende Fördermittel und hohe Mieten sind Hauptursachen für den Wohnraumengpass.
- Author: ABZ
- Tags: Baupolitik, Unternehmen und Wirtschaft

Berlin (ABZ) | Die Aktion »Impulse für den Wohnungsbau«, ein Bündnis aus 30 Verbänden und Organisationen der Bau- und Immobilienwirtschaft sowie der Baustoffindustrie, fordert bessere Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau in Deutschland. In einem Positionspapier legt das Bündnis sechs Vorschläge vor. Hintergrund ist die rückläufige Bautätigkeit: 2026 dürften nach Einschätzung der Aktion weniger als 200.000 Wohnungen fertiggestellt werden. Das wäre der niedrigste Stand seit 2011 und mehr als 100.000 Wohnungen weniger als im Durchschnitt der Jahre 2019 bis 2023.

Als Gründe nennt das Bündnis gestiegene Baukosten, verschlechterte Finanzierungsbedingungen, höhere Baustandards und rückläufige Fördermittel. Die Folgen seien steigende Mieten und Engpässe bei der Wohnraumversorgung. Auch die wirtschaftliche Entwicklung werde dadurch gebremst, da fehlender Wohnraum die Gewinnung von Arbeitskräften erschwere und hohe Wohnkosten die Kaufkraft belasteten.

Die Bundesregierung habe mit dem Bau-Turbo und dem Ausbau der sozialen Wohnraumförderung erste Maßnahmen eingeleitet. Diese reichten nach Auffassung des Bündnisses jedoch nicht aus. Insbesondere die geplante Kürzung einzelner Neubauförderprogramme im Haushaltsentwurf 2027 wird kritisch bewertet.

Gefordert werden verlässliche Förderprogramme für den bezahlbaren Mietwohnungsbau, eine Orientierung an der EH55-Stufe bei der KfW-Förderung und der Sonder-AfA nach § 7b EStG sowie bessere Finanzierungsmöglichkeiten durch Garantien und eigenkapitalersetzende Instrumente. Auch die soziale Wohnraumförderung soll dauerhaft auf hohem Niveau gesichert und durch vereinfachte Förderbedingungen ergänzt werden.

Darüber hinaus spricht sich das Bündnis für eine stärkere Förderung des Wohneigentums aus. Insbesondere Familien, Ersterwerber und Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen sollen beim Bestands- und Neubauerwerb unterstützt werden. Darlehen, Bürgschaften und Garantien könnten dabei Eigenkapitalhürden reduzieren.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Senkung der Baukosten. Dafür soll der Gebäudetyp E rechtssicher und technologieoffen umgesetzt werden. Zusätzlich fordert die Aktion Anpassungen der Landesbauordnungen und Erleichterungen für serielles, modulares und systemisches Bauen.

Um zusätzliche Bauflächen bereitzustellen, sollen Nachverdichtung, Aufstockung und Umnutzung verstärkt vorangetrieben werden. Auch öffentliche Grundstücke sollen verstärkt für den Wohnungsbau zur Verfügung stehen. Der Entwurf zur Novelle des Baugesetzbuches müsse dazu konsequent umgesetzt werden.

Abschließend fordert das Bündnis, die energetische Modernisierung des Gebäudebestands und den Umstieg auf CO2\-freie Energieträger voranzubringen. Fördermittel des Klima- und Transformationsfonds (KTF) sollen dafür langfristig gesichert und die Förderbedingungen sozialverträglich gestaltet werden. Die Stärkung des Wohnungsbaus sei eine Voraussetzung für wirtschaftliche Dynamik und soziale Stabilität und müsse sich daher auch im Bundeshaushalt 2027 widerspiegeln.