Hersteller setzt auf Tradition

Leistungsfähige Technik für den harten Baustellenalltag

Von Rainer Oschütz

Gaimersheim. - Seit über 40 Jahren "läuft es rund" bei Collomix in Gaimersheim bei Ingolstadt. Und das nicht nur im übertragenen Sinn auf die Misch- und Rührgeräte bezogen, wie Herbert Geier, Leiter Marketing kürzlich in einem Gespräch mit der ABZ betonte.

Das vor über vier Jahrzehnten gegründete Unternehmen stehe für Tradition und Kompetenz und habe sich Jahr für Jahr zu einem der weltweit führenden Anbieter von mischtechnischen Lösungen für das Aufbereiten von Materialien vor Ort entwickelt, informierte Geier.

Das weithin sichtbare Zeichen dafür sei der am Standort Gaimersheim Anfang des Jahres eröffnete Neubau eines Verwaltungs- und Schulungszentrums. Mit dem modernen und architektonisch anspruchsvollen Gebäudedesign wolle man auch nach außen ein Zeichen setzen. "Collomix will auch in Zukunft seinen Unternehmenserfolg ausbauen", so Geier. Garant dafür sind über 100 Mitarbeiter in Gaimersheim in der direkten Nachbarschaft von Audi. Die Spitze des Unternehmens bilden die beiden Geschäftsführer Alexander Essing, geschäftsführender Gesellschafter, und Jörg Kiefer. Am Anfang der erfolgreichen Firmengeschichte war der Gedanke, dem Anwender auf der Baustelle das Mischen unterschiedlicher Materialien zu ermöglichen. Aus der Idee entstand 1969 der erste Rührer komplettiert mit einem Handrührgerät namens Ehage. Daraus wurde die Marke Collomix entwickelt.

Da die Nachfrage ständig stieg, gründeten Horst Heimgärtner und Johannes Essing 1974 die Firma Collomix Rühr- und Mischgeräte. Die damaligen Geräte waren völlig neue Werkzeuge für das Maler- und Bauhandwerk. Damit war der nächste Schritt in der Firmengeschichte nicht mehr weit. Für das Mischen von Bautenfarben und Putzen entwickelten die Firmengründer den ersten stationären Mischer – der Einstieg in das Industriemischgeschäft war getan. Diese Technik umfasst die Produktion von sogenannten Biaxialmischern und Shakern. Das besondere daran ist das Mischen in geschlossenen Eimern. Jährlich werden etwa 3000 dieser Geräte produziert. Geier sieht auch in diesem Bereich noch viele Möglichkeiten, die Werkzeuge zu verbessern.

Die Maschinen der im Geschäftsbereich "colorTEC" liefert Collomix an international tätige Produzenten von Bautenfarben und Fertigputzen. Als einen weiteren Meilenstein in der Unternehmensentwicklung bezeichnete Geier den 2015 vorgestellten Farbdispenser im Geschäftsbereich "colorTEC". Seit dem bietet Collomix neben Mischmaschinen für das Mischen von Wandfarben und Putzen im geschlossenen Gefäß auch die entsprechende Abtöntechnologie an.

"Mit dem Dispenser Tinta sind wir in der Lage als kompetenter Systemanbieter die Farben- und Putzhersteller weltweit zu beliefern. Diese Systeme finden im Einzelhandel wie in der Produktion Verwendung", sagte der Marketingchef.

"Um den erweiterten Tätigkeiten für das Mischen vor Ort gerecht zu werden, haben wir die Mischtechnik im neuen Geschäftsbereich "contruTec" zusammengefasst", informierte Geier. Mit den bekannten Mischwerkzeugen biete Collomix Systemlösungen für die Verarbeitung von mineralischem Mörtel bis hin zum anspruchsvollen Reaktionsharzsystem an. "Der Mischtechnik wird in der Regel geringe Aufmerksamkeit geschenkt. Aber gerade das richtige Mischen mit der richtigen Technik ermöglicht dem Material erst, seine Eigenschaften voll zu entfalten. Schlecht gemischtes Material führt zu schlechter Verarbeitung und zu Mängeln, die unter Umständen sehr teuer werden können", betonte Geier.

Zuletzt wurde das Produktportfolio in den Bereichen Oberflächenverarbeitung und Materialapplikation erweitert. Dazu gehören Betonschleifgeräte oder Mörtelauftragsrollen für das Mauerwerk. Zu den neuen Geräten, die Collomix jetzt auf den Markt gebracht hat, gehört der Betonschleifer CMG 1700. Er ist ein spezieller Einhand-schleifer für Profis, um Schalungsnähte an Betonflächen zu entfernen, Estriche zu glätten, Rückstände von alten Fliesen und Betonklebern abzuschleifen oder alte Farbschichten zu entfernen. Das Schleifgerät verfügt außerdem über einen besonders starken Motor neuester Bauart mit 1700 W Leistung. Ein derartig hoher Wert sei, so Geier, ein Novum für handgeführte Schleifgeräte.

Auch technisch erfülle der Betonschleifer höchste Anforderungen. So sorge eine sogenannte Vollwertelektronik für kontrolliertes Nachregeln der 9600 Umdrehungen während des Schleifens. Geier: "Eine optische Überlastanzeige informiert den Bediener direkt, falls während des Arbeitens einmal ein zu hoher Anpressdruck ausgeübt und korrigiert werden sollte. Das gibt Sicherheit und erhöht das Arbeitspensum." Der Marketingchef verweist auch auf die Staubschutzhaube. In Kombination mit einem stabilen Gummilamellenring dichte sie die komplette Arbeitszone ab und verhindere das Austreten von Schleifstaub. Ein weiteres Plus sei der Diamantschleiftopf, der einen sauberen Materialabtrag bei zügigem Arbeitsfortschritt ermögliche. Geier rechnet in diesem Jahr bei der Auslieferung dieses neuen Einhand-schleifers mit einem Volumen von bis 3000 Stk.

Von der BG BAU wurde das Schleifsystem als "staubarmes System" zertifiziert. Auf die Märkte eingehend, nannte der Marketingchef den deutschen Markt, der sich in den vergangenen Jahren als sehr stabil erwiesen habe. Dazu beigetragen habe die 2011 auf den Markt gebrachte Xo, eine damals neue Generation von Handrührgeräten. Damit wurden die CX-Vorgängermodelle abgelöst, die über zehn Jahre auf dem Markt waren. Sie galten als ein Rationalisierungsmittel auf den Baustellen, um den überwiegend in Säcken abgepackten Fertigmörtel qualitätsgerecht zu verarbeiten. Damit wurde diese "Knochenarbeit" erheblich erleichtert. Heute sind die Handrührwerke von den Baustellen nicht mehr wegzudenken. Deshalb hat man in Gaimersheim die neue Generation Xo auf den Markt gebracht.

Der Marketingchef sieht darin die logische Weiterentwicklung eines erfolgreichen Produktes "made in Germany", das auf den Vorzügen der am Bau bewährten CX-Werkzeuge aufbaut. "Doch nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland waren wir mit den Geräten erfolgreich", so betonte der Marketingchef. Er verwies darauf, dass Collomix gegenwärtig eine Exportquote von 53% habe. 2015 rechne er mit einem Umsatz von über 25 Mio. Euro. Was die Märkte außerhalb von Deutschland anbelange, so sei nach wie vor der europäische Markt im Fokus des Herstellers. Geier: "Seit Sommer 2015 haben wir in Frankreich eine gemeinsame Vertriebsgesellschaft zusammen mit der Firma Stabila Messwerkzeuge." Seit 2014 verfüge Collomix in Nordamerika über die erste Auslandsniederlassung mit 25 Handelsvertretern, die über ganz Amerika und Kanada verteilt sind.

Die Produkte seien wie in anderen Ländern auch über den Fachhandel erhältlich. Für die Zukunft sieht sich der Mischgerätespezialist gut aufgestellt. So sollen Exportmärkte neu erschlossen und ausgebaut werden. Geier verspricht sich davon ein entsprechendes Potenzial, da in vielen Märkten die Fertigmischungen erst Einzug halten und noch keine Mischtechnik vorhanden ist. Auch aus diesem Grunde soll die Produktpalette weiter ausgebaut werden. Der Marketingchef verweist nicht ohne Stolz auf die neuen Möglichkeiten am Stammsitz, um noch schneller und flexibler auf die Anforderungen der Märkte reagieren zu können. Dazu gehören unter anderem die neuen Büroräume und ein Technikum für Produktschulungen und Seminare.

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