Manhattan Style

Ein Hauch von New York in Amsterdam erkennbar

Balkone und Lisenen lassen die Fassade abwechslungsreich erscheinen.

Amsterdam (ABZ). – Die Architektur des Wohnturms "900 Mahler" im neuen Geschäftszentrum des Stadtteils Amsterdam-Zuidas ist eine Hommage an die imposanten New Yorker Wolkenkratzer der 20er- und 30er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Mit seiner sorgfältig komponierten und detailreich gestalteten Klinkerfassade setzt das 22-geschossige Gebäude starke vertikale Akzente. Eigens für dieses Projekt entwickelte das Nottulner Klinkerwerk Hagemeister mit dem planenden Architekturbüro Inbo aus Amsterdam die dunkle Objektsortierung "Ruhrerde" mit kräftigem Kohlebrand. Dank der speziellen Konstruktionsweise mit vorgefertigten Fassadenelementen konnte die Gebäudehülle in einem schmalen Zeitfenster errichtet und mit zahlreichen gestalterischen Details versehen werden. Der Bezirk Zuidas ist das sich rasant entwickelnde, neue Geschäftsviertel Amsterdams. Viele hochaufragende Gebäude sind bereits an der Süd-Achse der Stadt entstanden. 

Mit dem 77 m hohen Wohnturm "900 Mahler" in der Straße Gustav Mahlerlaan realisierte das Architekturbüro Inbo ein imposantes Bauwerk, das sich optimal in die Skyline der Finanzmeile eingliedert. Der Wolkenkratzer erinnert bewusst an das New York der "roaring twenties". Auf einem kräftigen mehrgeschossigen Sockel basierend, steigt der verklinkerte Turm hoch empor und zeigt eine klassische, sich nach oben verjüngende Krone. "Der Wolkenkratzer-Charakter findet sich – neben der klassischen Dreiteilung des Baukörpers – auch in den Details wieder. So z. B. in der vertikalen Ausführung der Fenster, den ausgeprägten Lisenen und weiteren gemauerten vertikalen Akzenten", erklärt Inbo-Projektarchitekt Rik Bakker.

Der Wohnturm "900 Mahler" ist eine Hommage an die Wolkenkratzer des New Yorks der 1920er-Jahre. Nach oben hin nimmt der Glasanteil deutlich zu und spiegelt die Vielfalt der verschiedenen Wohnungstypen wider.

"900 Mahler" bietet einen abwechslungsreichen Wohnungs-Mix für insgesamt 127 Einheiten: Oberhalb des Erdgeschosses mit Gewerbeflächen befinden sich bis zum zehnten Stockwerk kleinere Apartments. Darüber entstehen großzügige Eigentumswohnungen mit Größen von 95 bis 130 m². Die obersten Etagen beherbergen exklusive Penthäuser mit bis zu 250 m². Durch feine Variationen spiegelt sich die Vielfalt der Wohnungstypen auch in der Fassadengestaltung wider: "Nach oben hin nimmt der Glasanteil in der Gebäudehülle deutlich zu.

Bis zum zehnten Geschoss liegt die Brüstungshöhe des Mauerwerks noch bei 85 cm, im 14. Stockwerk sind es nur noch 40 cm. Darüber besteht die Fassade nahezu vollständig aus Glas und die Bewohner haben eine Panoramasicht über Amsterdam", beschreibt Rik Backker das Entwurfskonzept.

Für die Fassade von "900 Mahler" fertigte das Klinkerwerk Hagemeister die Projektsortierung "Ruhrerde" an. Der dunkle Original-Kohlebrandklinker zeigt zahlreiche Nuancen, von verschiedenen Brauntönen bis hin zu beinahe Anthrazit. In seiner Farbigkeit und Oberflächenstruktur wirkt er dynamisch und taktil. "Der Klinker ist entscheidend für die Erscheinung, Ausstrahlung und Atmosphäre des Gebäudes", sagt Rik Bakker. "Wir wollten eine besonders massive und gleichzeitig lebendige Wirkung erzielen."

Das Mauerwerk des Wohnturms besteht fast vollständig aus vorgefertigten Fassaden-Elementen. "Fertigbauteile sind hier wegen der Höhe und der innerstädtischen Baustelle eine gute Alternative zu traditionellen Mauerarbeiten", sagt Rik Bakker. Zudem spielten Qualitätssteigerungen und die Unabhängigkeit von Witterungseinflüssen in der Planung und Ausführung eine wichtige Rolle. Aufwendige Details konnten in der sich wiederholenden Fassade aus einer identischen Form heraus realisiert werden. Als Sandwichelemente ausgeführt, setzen sich die Tafeln aus einer Betonscheibe, einer Dämmebene und der äußeren Klinker-Schicht zusammen. Die Ziegel sind in unterschiedlichen Längen, Stärken und Formen verarbeitet. Pro Etage werden 27 Fertigteile mit einer Höhe von etwa 3,30 m und Breiten zwischen 3 m und 5,70 m eingesetzt.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 07/2017.

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