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Baugenehmigungen steigen – Zukunft des Wohnungsbaus bleibt ungewiss

Im ersten Halbjahr 2026 stiegen Baugenehmigungen um bis zu 15,1 Prozent. Trotzdem zeigen Indikatoren, dass der Wohnungsbau noch nicht am Wendepunkt ist und Investitionen unter Druck stehen.

Von ABZ

Berlin (ABZ) | In den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 wurden nach Angaben des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie 148.800 Wohnungen in Wohn- und Nichtwohngebäuden genehmigt. Das entspricht einem Anstieg von 12,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Verband verweist zugleich auf rückläufige reale Auftragseingänge und weiterhin vorhandene Auftragsstornierungen.

Nach Angaben des ifo Instituts lag der Anteil der Unternehmen mit Auftragsstornierungen im August bei 13 Prozent. Damit lag der Wert zwar deutlich unter den Höchstständen des Jahres 2023, gegenüber dem Vorjahr nahm er jedoch wieder zu. Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des HDB, erklärte dazu: »Die Indikatoren zeigen deutlich, dass der Wohnungsbau den Wendepunkt noch nicht erreicht hat. Auch die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Prognosen für den Wohnungsbau nach unten revidiert und gehen für 2026 von rückläufigen Bauinvestitionen aus.«

Im Geschosswohnungsbau wurden von Januar bis Juli 2026 rund 79.700 Wohnungen genehmigt. Nach Angaben des Verbandes entspricht dies einem Anstieg von 15,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auf den Geschosswohnungsbau entfallen demnach rund zwei Drittel des Neubaus.

Auch bei Ein- und Zweifamilienhäusern nahm die Zahl der Genehmigungen zu. Hier wurden rund 36.800 Wohnungen genehmigt, was einem Plus von 13,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.

Die Entwicklung bei den Baugenehmigungen lasse laut Müller jedoch keine eindeutige Aussage über die weitere Entwicklung des Wohnungsbaus zu. »Die hohen Baukosten in Kombination mit den gestiegenen Zinsen und schwierigen Finanzierungsbedingungen setzen Investoren und Bauherren unter Druck. Zunehmende Meldungen über Liquiditätsengpässe und sinkende Eigenkapitalquoten spiegeln wider, wie angespannt die Situation ist. Bund und Länder müssen deshalb in ihrer Wohnungsbaupolitik umsteuern. Dass in den Bundeshaushaltsverhandlungen erneut kein Wachstumssignal für den Wohnungsbau im kommenden Jahr gesetzt wird, ist das falsche Signal zur falschen Zeit. Wer bezahlbaren Wohnraum will, darf Investitionen nicht zusätzlich ausbremsen. Ebenso wenig können Bauherren länger darauf warten, dass der Gebäudetyp E endlich aus den Abstimmungsrunden herauskommt und in die Umsetzung geht«, ergänzt Müller.

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