Frankfurt am Main (ABZ) | In Frankfurt am Main entsteht im Auftrag der Helaba (Landesbank Hessen-Thüringen) der 205 m hohe »Central Business Tower« (CBT). Der Entwurf von KSP Engel verbindet einen modernen Hochhausneubau mit einem denkmalgeschützten Bankgebäude aus den Jahren 1889 bis 1892. Die historische Fassade und die Schalterhalle, die sogenannte Rotunde, wurden dafür behutsam zurückgebaut und restauriert. Generalunternehmer Züblin realisiert das Projekt gemeinsam mit der Dobler Metallbau GmbH als Arbeitsgemeinschaft. Für die Schalungslösungen kommt Doka zum Einsatz. Die Fertigstellung des Hochhauskomplexes ist für 2028 vorgesehen.
Der Neubau wird nach seiner Fertigstellung den benachbarten MAIN TOWER als fünfthöchstes Hochhaus Deutschlands ablösen. Der gläserne Turm integriert das historische Stadthaus in den Sockelbereich. Dessen Betonkern wurde im Zuge des Umbaus erneuert. Der Hochhausturm selbst besteht aus drei baulichen Kernen, die parallel nach oben geführt werden. Dabei klettern der Nord- und der Südkern voraus, während die Wände und Decken des mittleren Kerns nachfolgen.
Für die Schalungsarbeiten setzt das Baustellenteam auf die Plattform SCP von Doka sowie auf nachlaufende Lagerbühnen. Diese dienen dazu, Material bereitzustellen, das nicht auf den Geschossdecken gelagert werden kann. Hydraulikzylinder heben die Plattform einschließlich Schalung und Materialcontainern in einem Hub zum nächsten Betonierabschnitt. Durch die kürzeren Transportwege zum Einsatzort lässt sich der Bedarf an Krankapazität reduzieren. Nach Angaben der Projektbeteiligten konnte damit der vorgesehene Wochentakt pro Stockwerk eingehalten werden.
Eine weitere Anforderung ergibt sich aus der Geometrie des Turms. An der West- und Ostfassade verjüngt sich das Gebäude jeweils auf den Geschossen 16, 29 und 41 um einige Meter. Dadurch wird der mittlere Hochhauskern zunehmend sichtbar. Um die Deckenränder während der Bauarbeiten zu sichern, werden die Schutzschildeinheiten in diesen Bereichen durch eine Strebenkonstruktion gehalten. Bereits bei der Einteilung der Schildelemente wurde berücksichtigt, dass sie sich an den Rücksprüngen an die veränderte Fassadenkante anpassen lassen.
Die innerstädtische Lage stellt hohe Anforderungen an die Materiallogistik. Lager- und Montageflächen stehen nur eingeschränkt zur Verfügung. »Sie können sich vorstellen, dass wir hier, mitten in der Frankfurter Innenstadt, sehr, sehr wenig Raum zum Lagern und Montieren haben«, sagt Tillmann Walz, verantwortlicher Bauleiter bei Züblin. »Darum haben wir uns intensiv mit Doka abgestimmt, damit das Schalungsmaterial just in time angeliefert wurde, das dann zügig auf der Baustelle eingesetzt werden konnte. Das hat unsere Logistik rund um das Material vor Ort entschieden entlastet.«
Die parallele Herstellung der drei Hochhauskerne erforderte eine detaillierte Planung der Schalung. Aufgrund der komplexen Träger- und Klappkonstruktionen modellierten Doka-Techniker die Wandschalung mit der Software Revit. Dabei wurden auch spezielle Stahlbauteile berücksichtigt, die eine passgenaue Verbindung der Schalungselemente und ein kollisionsfreies Ausschalen ermöglichen sollen.
»Die exakte Abfolge der Klappmechanismen ist hier sehr wichtig. Wir mussten sicherstellen, dass nichts im Weg ist. Außerdem haben wir in Revit Stahlsonderteile modelliert, mit denen die Schalungselemente passgenau verbunden und dann auch kollisionsfrei ausgeschalt werden konnten«, erklärt Anja Teichert, eine der Doka-Ingenieurinnen, die das Modell erstellt haben. Auf Grundlage des digitalen Modells ließen sich auch die Einsatzplanung für die Baustelle und die Abläufe beim Klettern vorbereiten.
Neben den technischen Anforderungen spielt die Nachhaltigkeit des Gebäudes eine Rolle. Für den Central Business Tower wird eine Zertifizierung nach dem internationalen Standard LEED (Leadership in Energy and Environmental Design) in der höchsten Bewertungsstufe Platin angestrebt. Zu den vorgesehenen Maßnahmen gehört eine Photovoltaikanlage, die in die Glas-Metall-Fassade integriert werden soll. Nach Angaben der Projektbeteiligten ist eine solche Fassadenlösung bislang in Frankfurt am Main im Bankensektor noch nicht umgesetzt worden. Die Bezugsfertigkeit des Hochhauskomplexes ist für das Jahr 2028 geplant.