Saarbrücken (ABZ) | Beim Rückbau einer Tiefgarage am Messe-, Kongress- und Kulturforum Saarbrücken setzt die Ferraro-Gruppe erstmals auf zwei per Cat Command ferngesteuerte Kettenbagger. Das Bauvorhaben umfasst die Erweiterung des Messe-, Kongress- und Kulturforums um 3.400 m². Bis 2028 soll dort ein Veranstaltungszentrum entstehen. Bereits im vergangenen Sommer war das Gelände aufgrund eines Verdachts auf Kampfmittel sondiert worden. Die Ferraro-Gruppe aus Neunkirchen ist seit bald fünf Jahrzehnten im Rückbau und bei Industriedemontagen tätig. Zum Einsatz kommen ein Cat Kettenbagger 352 sowie ein Cat 330, die über eine Konsole gesteuert werden.
Cavaliere Damiano Ferraro, der das Unternehmen 1977 gegründet hat, sagt: »Technologie bedeutet Fortschritt – und wir wählen für unsere Mitarbeiter immer die besten Maschinen und Technik am Markt aus.« Mit Cat Command lassen sich Baumaschinen nach Angaben von Caterpillar aus der Entfernung steuern, ohne dass sich der Fahrer in der Kabine befindet. Christian Berling, bei Caterpillar für den Vertrieb der Technologie zuständig, erläutert: »Fahrer müssen sich mit der Technik auseinandersetzen und umgewöhnen, wenn sie ihr Arbeitsgerät über eine Steuerkonsole bedienen. Es empfiehlt sich, mit Blickkontakt und mit Sicherheitsabstand zum Arbeitsgerät zu stehen. Das ist eine andere Art zu arbeiten, als Maschinisten es bislang kennen. Doch genau das macht Abbruchbaustellen wie hier in Saarbrücken deutlich sicherer und motiviert Unternehmen wie die Ferraro-Gruppe, Cat Command einzuführen«, erläutert Christian Berling.
Unterstützt wurde die Ferraro-Gruppe von der Zeppelin Niederlassung Illingen. Die beiden Fahrer Iulian Chirila und Pietro Rivoli wurden vor Ort mit Cat Command vertraut gemacht. Rund 15 weitere Maschinisten sollen laut Unternehmensangaben künftig geschult werden. Beim Rückbau bleiben Teile der Konstruktion erhalten. Deshalb sind laut Unternehmensangaben verschiedene Trennschnitte erforderlich. Abschnitte werden abgestemmt oder mit einer Schere bearbeitet, Bewehrungseisen per Magnet entfernt sowie Beton zerkleinert und aufgehaldet. Da der Hang entlang der Baugrube als instabil gilt, soll die Fernsteuerung den Abstand zwischen Fahrer und Maschine vergrößern.
Liridon Hoxa, Fuhrparkleiter der Ferraro-Gruppe, sagt: »Es braucht Vertrauen in die Technik. Wir haben darauf geachtet, dass die beiden Maschinisten, die mit der Konsole arbeiten, dieses Vertrauen mitbringen. Sie mussten nicht überredet werden – sie waren schnell davon überzeugt, dass ihre Arbeit so deutlich sicherer ist«. Zudem habe sich laut Hoxa die Produktivität erhöht: »Wir konnten unsere Effizienz um bis zu 15 Prozent steigern.«
Die Ferraro-Gruppe beschäftigt laut eigenen Angaben rund 400 Mitarbeitende europaweit und verfügt über mehr als 350 Maschinen. Rückbau und Industriedemontagen bilden die Hauptgeschäftsfelder. Hinzu kommen die Revitalisierung von Industrieflächen und die Projektentwicklung. Dazu zählt laut Unternehmen das Projekt »Coer« in Homburg.
