Horstmar (ABZ) | Die Schmitz Cargobull AG hat das Geschäftsjahr 2025/26 vom 1. April 2025 bis zum 31. März 2026 mit einem Umsatz von rund 2,25 Mrd. Euro abgeschlossen. Im Vorjahr waren es 2,16 Mrd. Euro. Der Absatz stieg nach Unternehmensangaben von 42.620 auf mehr als 47.000 Fahrzeuge. Das EBITDA lag bei 45,6 Mio. Euro nach 57,1 Mio. Euro im Vorjahr. Das Betriebsergebnis (EBIT) belief sich auf -13,3 Mio. Euro, gegenüber -8,2 Mio. Euro im Vorjahr.
Schmitz Cargobull begründet die Ergebnisentwicklung mit der Marktvolatilität, dem Preisdruck sowie gestiegenen Energie-, Lohn- und Rohstoffkosten. »Mehr als 47.000 ausgelieferte Fahrzeuge sind ein deutliches Zeichen des Vertrauens unserer Kunden in die Zuverlässigkeit und den wirtschaftlichen Mehrwert unserer Produkte und Services«, sagt Andreas Schmitz, Vorstandsvorsitzender der Schmitz Cargobull AG.
»Auch wenn wir mit einem positiven EBITDA von 45,6 Mio. Euro auf einem soliden Fundament stehen, macht das negative EBIT von -13,3 Mio. Euro deutlich, dass weiterhin Handlungsbedarf besteht. Unser klares Ziel ist es, unsere Ertragskraft nachhaltig zu verbessern. Dabei setzen wir konsequent auf Kundennähe und Innovationskraft, um unsere Kunden weiterhin zuverlässig zu unterstützen und unsere Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu stärken.«
Im Geschäftsjahr 2025/26 investierte Schmitz Cargobull nach eigenen Angaben insgesamt 55,5 Mio. Euro in Produktion, Digitalisierung und Innovation. Ein Schwerpunkt lag auf der Automatisierung von Produktionsanlagen und dem Ausbau des Produktionsnetzes.
Anfang 2026 wurde das neue Produktionswerk im rumänischen Oradea in Betrieb genommen. Dort werden Sattelcurtainsider und Sattelkipper für den zentraleuropäischen Markt gefertigt. Das Werk soll nach Unternehmensangaben künftig eine Jahreskapazität von bis zu 4.000 Fahrzeugen erreichen.
Rund 5,3 Mio. Euro flossen laut Schmitz Cargobull in Forschungs- und Entwicklungsprojekte zur Umsetzung der Digitalisierungsstrategie sowie in die Weiterentwicklung digitaler Lösungen. Mit dem Cargobull Operating System (COS) sowie Diagnose- und Telematiklösungen baut das Unternehmen sein digitales Angebot aus. Nach Unternehmensangaben sollen damit unter anderem die Verfügbarkeit der Fahrzeuge erhöht, Wartungsprozesse unterstützt und die Gesamtbetriebskosten für Flottenbetreiber gesenkt werden.
Schmitz Cargobull erweiterte im Berichtsjahr nach eigenen Angaben seine internationale Präsenz und sein Produktportfolio. Dazu zählen Beteiligungen an Sub Zero Insulation Technologies in Indien sowie an GT Trailers, einem polnischen Hersteller von High-Volume-Fahrzeugen.
Die geplante vollständige Übernahme des Leichtbauspezialisten Berger Fahrzeugtechnik steht laut Unternehmen noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen. Im Juli 2026 erwarb Schmitz Cargobull eine Mehrheitsbeteiligung am australischen Anhängerhersteller Freighter Group.
Mit einer konzernweiten KI-Initiative will Schmitz Cargobull nach eigenen Angaben Künstliche Intelligenz für interne Prozesse und neue digitale Geschäftsmodelle nutzen. Ein Anwendungsbeispiel ist der KI-basierte Service-Assistent DR. COOL. Die Lösung unterstützt Service Partner bei Diagnose- und Serviceprozessen von Schmitz Cargobull Kältemaschinen. Nach Unternehmensangaben soll sie dazu beitragen, Reparaturzeiten zu verkürzen.
Für das Geschäftsjahr 2026/27 plant Schmitz Cargobull nach eigenen Angaben eine Steigerung des Absatzes auf rund 49.000 Fahrzeuge. Das Unternehmen setzt dabei auf sein internationales Vertriebs- und Servicenetzwerk sowie die Weiterentwicklung seines Produkt- und Serviceportfolios.