Ludwigshafen (ABZ) | Technische Steinwolle-Dämmstoffe aus Industrieanlagen lassen sich nach ihrem Rückbau als Rohstoff für die Herstellung neuer Dämmstoffe nutzen. Wie ein entsprechender Recyclingprozess unter industriellen Bedingungen umgesetzt werden kann, zeigt ein Projekt am BASF-Standort Ludwigshafen. Dabei übernahmen die Büchl Entsorgungswirtschaft und der Partner 3 R Re:cycon in Zusammenarbeit mit Rockwool Technical Insulation (TI) die recyclingtechnische Aufbereitung der ausgebauten Dämmstoffe.
Eine Herausforderung bei der stofflichen Verwertung technischer Steinwolle-Dämmstoffe sind deren unterschiedliche Bestandteile. Häufig sind die Materialien mit Drahtnetzen, Kaschierungen oder weiteren Komponenten verbunden, was die Aufbereitung erschwert. Im Rahmen des Projekts wurden deshalb Möglichkeiten untersucht, die Dämmstoffe zu sortieren und für eine erneute Verwendung in der Steinwolleproduktion vorzubereiten.
Büchl brachte nach eigenen Angaben dafür Aufbereitungsanlagen, Logistik und seine Erfahrung als Recyclingpartner von Rockwool ein. Ziel ist es, geeignete Steinwolleabfälle so aufzubereiten, dass sie als Sekundärrohstoff in die Produktion zurückgeführt werden können.
Die praktische Erprobung erfolgte 2025 im Zuge von Rückbauarbeiten an einem Tanklager am BASF-Standort Ludwigshafen. Dabei standen mehrere Tonnen Steinwolle-Drahtnetzmatten zur Verfügung. Das Material stammte aus einer Produktion nach 1996 und wurde deshalb als nicht gefährlicher Abfall eingestuft. Untersucht wurde die gesamte Prozesskette vom Ausbau und der Erfassung über den Transport bis zur Aufbereitung und Rückführung in die Produktion.
Jürgen Kienlein, Geschäftsführer der Büchl Entsorgungswirtschaft, erklärte: „Kreislaufwirtschaft entsteht dort, wo Industrie und Recyclingwirtschaft gemeinsam praktikable Lösungen entwickeln. Das Projekt mit BASF und Rockwool zeigt, welches Potenzial in der stofflichen Verwertung technischer Dämmstoffe steckt – und wie wichtig die Kompetenz spezialisierter Recyclingunternehmen für die Ressourcenschonung ist.“
Der erprobte Ansatz soll als Grundlage für weitere Recyclingprojekte dienen. Künftig sollen geeignete technische Steinwolle-Dämmstoffe, die nach 1996 hergestellt wurden und ausgetauscht werden müssen, verstärkt erfasst und stofflich verwertet werden. Dadurch soll die Deponierung entsprechender Abfälle vermieden und der Einsatz natürlicher Rohstoffe reduziert werden. Büchl sieht darin ein weiteres Einsatzgebiet für industrielle Recyclinglösungen.