"Edyta"

Mit Volldampf durch Warschaus Untergrund

Warschau/Polen (ABZ). - Den Zuschlag für das bisher größte Abwasserprojekt Polens erhielt das Konsortium der Firmen Inzynieria Rzeszow S.A. und Abikorp. Abikorp bezog dafür von der deutschen Firma mts Perforator GmbH ein komplettes microtunnelling system mts 2400 inklusive technischer Betreuung und Bedienung für die Gesamtlaufzeit der Bauausführung.

Der Bohrkopf wurde auf den Namen Edyta getauft. Das Projekt wurde von Januar 2014 bis Oktober 2015 in Warschau realisiert und mit 196 Mio. Euro von der Europäischen Union subventioniert. Entstanden ist ein Abwasserkanal DN 3000 in geschlossener Bauweise mit einer Länge von 3240 m. Die Distanz wurde in sieben Vortriebsstrecken und in einer Tiefe von 6,5 m bis 13 m zurückgelegt. Das geologische Gutachten wies auf verschiedene dicht gelagerte Sande, Fein-Kies, Kies in unterschiedlichster Korngröße, Steine und Lehm in horizontal wechselnden Schichten hin. Weiterhin beeinflusste der stark schwankende Pegel der parallel verlaufenden Weichsel stetig den Grundwasserstand, welcher zwischen 0,5m und 3 m über der Kanalsohle lag.

Die gesamte Trasse war so geplant, dass je zwei Vortriebsstrecken aus einer Startbaugrube aufgefahren werden konnten. Dafür wurden spezielle Betonblöcke an die Stirnwände in den Startschächten konzipiert. In den Schächten ermöglichten diese bewehrten Betonwände die Befestigung des Ausfahrdichtsystems sowie die Einleitung der Widerlagerkräfte und nach dem Wechsel der Vortriebsrichtung, die Verwendung in umgekehrter Form. Um die Hauptpressstation schnellstmöglich in die entgegengesetzte Richtung zu wechseln, entwickelte und fertigte die mts Perforator GmbH vor Ort einen speziellen Unterrahmen und eine modulare Rückwand. Diese Maßnahmen haben wesentlich zur Verkürzung der Bauzeit beigetragen. Bei allen aufgefahrenen Vortriebsstrecken konnten die vom Auftraggeber geforderten maximalen horizontalen Abweichungen von ± 40 mm und vertikalen Abweichungen von ± 20 mm von der Sollachse eingehalten werden. Diese lagen weit unter den ortsüblichen Toleranzen.

Für dieses Projekt fand das microtunnelling system mts 2000 Anwendung. Die Mischbodenscheibe mit Disken, Räumern und Schälmessern wurden nach den Bodenbeschaffenheiten speziell konzipiert. Für die Reduzierung der zu erwartenden Rohrreibungskräfte, kam eine in einem Container integrierte Bentonit-, Misch- und Verpressanlage in Verbindung mit einem vollautomatischen Bentonitschmiersystem zur Anwendung. Die Aufbereitung der Spülflüssigkeit erfolgte mit einer Separieranlage vom Typ MAB300C der Firma Schauenburg.

Die höchste Vortriebsleistung erzielte das Team am 22. November 2014 mit 15 Produktrohren a 2,96 m in 24 Std., was einer Vortriebsstrecke von 44,40 m entspricht. In 29 Tagen konnte die längste Vortriebsstrecke von 604 m aufgefahren werden. Nach nur elf Monaten Bauzeit endeten die Vortriebsarbeiten zur vollsten Zufriedenheit des Bauherrn vorfristig und in der geforderten Qualität. Von den elf Monaten entfielen 169 Tage auf die Pressarbeiten und 172 Tage auf den Umbau und den Umzug auf einen anderen Pressschacht. Dies ergibt einen Durchschnitt von 19,5 m/ Presstag. Die Basis für diesen Erfolg war neben der präzisen Planung und Baustellenvorbereitung, auch der Einsatz eines leistungsstarken, zuverlässigen microtunnelling systems der Firma mts Perforator GmbH. Durch die geplanten und strikt eingehaltenen Wartungsintervalle konnten maschinentechnische Ausfälle und Stillstände vermieden werden.

Zudem wurden alle erforderlichen zusätzlichen Systeme in kürzester Zeit durch die mts Perforator GmbH in der eigenen Konstruktion geplant und gefertigt, was bedeutend zum Erfolg des Projektes beigetragen hat.

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