Kipper in luftiger Höhe

Einsatz auf 2600 Metern Höhe

Krampe, Baustellen, Nutzfahrzeuge

Nach den Sprengarbeiten wurden ca.16 000 t Kalkgestein verfahren.

Grainau (ABZ). - Über 250 km weit kann man den Blick in vier Länder schweifen lassen: Definitiv kein gewöhnlicher Arbeitsplatz, den Reini Rauch, Werkstattmeister Zugspitze und seine acht Kollegen jeden Tag mit der Zahnrad- oder der Seilbahn in einer Höhe von 2600 m besuchen.

In diesem Jahr wurden im Sommer auf der Zugspitze im Rahmen eines neuen Bauvorhabens Vorbereitungen für den Neubau der Eibsee-Seilbahn getroffen. Nach den Sprengarbeiten mussten ca. 16 000 t Kalkgestein abtransportiert werden, um für die Betonaufbereitung im nächsten Jahr das benötigte Basismaterial bereitstellen zu können.

Nur zweieinhalb Monate ist es – von Mitte Juli bis Ende September – überhaupt möglich auf der höchsten Baustelle Deutschlands diese Arbeiten durchzuführen und selbst dann kann es sein, dass mitten im Sommer extreme Wetterbedingungen wie Nebel, Starkregen oder sogar Schnee die Arbeit erschweren. Daher musste das zur Verfügung stehende Zeitfenster effizient genutzt werden.

Zunächst wurden Werkzeuge und Maschinen auf die Baustelle gebracht. Was sich so einfach anhört, ist in diesem Fall kein leichtes Unterfangen. Denn alles was auf der Zugspitze benötigt wird, muss mit der Zahnradbahn hochtransportiert werden. So kann es passieren, dass eine Kiste Schrauben für die Bauarbeiten neben Bier und Wurst für die Zugspitzgastronomie steht.

Auch die Baumaschinen nahmen diesen Weg, jedoch wurde dabei der Zugspitztunnel, der in einigen Bereichen eine Höhe von maximal 2,5 m aufweist, sprichwörtlich zum Nadelöhr. Da waren kompakte, gewichtsoptimierte und demontierbare Fahrzeuge besonders gefragt.

Oben angekommen, mussten die Maschinen zeigen was sie können. Da die Zeit drängte, galt es mit jeder Transportfahrt möglichst viel Gesteinsmaterial zu befördern. Bei den diesjährigen Transportarbeiten bewährte sich unter anderem auch ein Schlepper-Krampe-Kipper-Gespann, das gut 20 t Abraum und Gestein pro Fahrt bewegte und viele Stunden im Einsatz war. Gerade der niedrige Schwerpunkt und die besondere Geländegängigkeit des Krampe-Kippers erleichterte das Manövrieren und Fahren auf dem felsigen Gelände: Die Fahrten führten durch unwegsames Gelände mit lockerem Felsgestein und unterschiedlichsten Steigungen, höchste Konzentration war hier gefordert. Dank des serienmäßig eingesetzten Hardox-Feinkornstahls für die Mulde des Kippers, zeigte diese keine nennenswerten Verschleißerscheinungen.

Ähnlich robust sind auch die neun Mitarbeiter des Teams Zugspitze. Nicht nur, dass fast alle Mitarbeiter einen Sprengschein besitzen, sie verfügen außerdem über die nötigen Führerscheine, um vom Schlepper bis hin zur Pistenraupe alles zu steuern und zu bedienen, was zum Einsatz kommt.

"Wir müssen Allrounder sein und sind zugleich Bauarbeiter, Mechaniker, Sprengmeister, Skilift- und Seilbahn-Wärter. Deshalb brauchen wir gerade bei unseren extremen Arbeiten unter extremen Bedingungen auch zuverlässige und vor allem robuste Maschinen", so Rauch.

Vor kurzem wurde das Projekt erfolgreich beendet und das Schlepper-Kipper-Gespann wieder ins Tal gefahren. "Das Gespann war eine große Hilfe für uns und neben der tollen Aussicht auch eines der meistfotografierten Motive unsere Gäste in den Sommermonaten", berichtet Manfred Haas, der Betriebsleiter des Skigebiets Zugspitze.

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