Kommentar

Zukunft hat begonnen

Burkhard Büscher

Der Beginn der IAA Nutzfahrzeuge stand unter einem nicht so strahlenden Stern. Damit ist keineswegs nur der Hersteller Daimler gemeint, sondern die weltweite Nutzfahrzeugbranche insgesamt. Das Lkw-Geschäft reagiert nun mal empfindlich auf die wirtschaftliche Lage und die bekommen die Hersteller in diesem Jahr vor allem in Nord- und Südamerika zu spüren. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) rechnet in Brasilien mit einem Einbruch von 25 % und auch in den USA geht man nach Jahren des Wachstums von 15 % Minus aus. Weltweit erwartet der Branchenverband zwar ein leichtes Plus von 3 % auf 2,8 Millionen bei schweren Lastwagen über 6 t, doch die Stimmung zu Beginn der IAA war keinesfalls euphorisch. Anders sieht es für Europa aus.

Hier haben die Lastwagen-Verkäufe gerade im August sprunghaft zugelegt. Besonders erfreulich ist in diesem Zusammenhang Italien, wo sich die Neuzulassungen mehr als verdoppelten. Die Zukunftsthemen Digitalisierung, Elektromobilität und autonomes Fahren geben offensichtlich der Branche Optimismus für die Zukunft. Es gibt kaum einen großen Hersteller, der nicht ein Konzept-Fahrzeug zu diesen Themen auf der Messe vorstellte. Die Zahl von 332 Weltpremieren und über 100 Europapremieren spricht auch für sich. Es zeigt allerdings ebenfalls, dass der Beruf des Fernfahrers auf den Autobahnen und des Fahrers von Fahrzeugen in Gewinnungsbetrieben ein Auslaufmodell wird und der Kampf der Paketdienste auf der "letzten Meile" der Kundenbelieferung mit Elektrofahrzeugen, fahrenden Robotern und fliegenden Drohnen in vollem Gange ist. Die Zukunft hat schon längst begonnen und die Entwicklung der erforderlichen Systeme zur Marktreife dauert nicht mehr Jahre, sondern nur noch Monate.

Es erwartet uns bald eine schöne neue Welt des Transports – man muss sie nur mögen.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 39/2016.

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