Unterhaltung von Schotterstraßen

Überraschung mit Knick präsentiert

Stehr, Straßenbau und Verkehrswesen, Straßenbautechnik
Foto: Stehr

Schwalmtal (ABZ). – Eine Forst- oder Schotterstraße zu bauen, ist die eine Sache – diese langfristig zu erhalten, um eine nachhaltige Werterhaltung zu ermöglichen, die andere. Unterschiedliche Schäden an diesen Bauwerken erfordern unterschiedliche Maßnahmen und Bauweisen.

Besonders große Herausforderungen liegen in der Aufarbeitung nach Naturkatastrophen, wie etwa nach Starkregen, Hochwasserschäden oder durch überdurchschnittliche Nutzung von Schwerverkehr. Um den Wert von Schotterstraßen zu erhalten, müssen diese gepflegt werden. Die verschiedenen maschinellen sowie natürlichen Einflüsse erfordern dabei unterschiedliche Erhaltungsmaßnahmen. Um nachhaltig mit der Umwelt umzugehen, sollte so viel wie möglich versucht werden, das auf der Straße vorhandene Material aufzubereiten und einzuarbeiten. Ist zusätzliches Material notwendig, werden lokale Vorkommen genutzt, um Transportwege kurz zu halten. Die Firma Stehr aus dem oberhessischen Schwalmtal – bekannt durch viele innovative, teilweise international patentierte Ideen im Straßen- und Tiefbau – nahm sich dieser Thematik an und entwickelte Maschinen, um die entstehenden Probleme zu lösen, Arbeitsabläufe zu verbessern, Kosten einzusparen, aber trotzdem die Belange von Naturschutz und Landschaftspflege zu berücksichtigen. Die Prioritäten, die man bei Stehr stellt, liegen dabei besonders darin, Maschinen zu schaffen, die eine optimale Energieeffizienz darstellen. Dafür wurde der Markt genau beobachtet und dabei festgestellt, dass die meisten Arbeitsabläufe umständlich, viel zu teuer und überhaupt nicht mehr dem neuesten Stand der Technik entsprachen. Dies trifft nach Ansicht des Unternehmens ganz besonders beim Arbeiten mit selbstfahrenden Gradern und anschließender Verdichtung mit Walzen zu. Nicht nur hohe Transportkosten, auch der gesamte umständliche, zeitraubende Arbeitsablauf verteuert diese Arbeitsweise enorm. Alleine durch das viele hin und her Bewegen des Materials erfolgt eine Entmischung und schnelle Austrocknung des Wegebaumaterials. Dadurch ist eine nachfolgende, zeitnahe optimale Verdichtung nicht möglich. "Dies alles kostet Zeit, bringt unnötige Betriebsstunden auf den Zähler, verbraucht mehr Kraftstoff, erzeugt mehr schädliche Abgase und CO2", so Firmenchef Jürgen Stehr. Dieser Effekt tritt ganz besonders bei der Wald- und Feldwegeunterhaltung mit wassergebundener Decke auf, wo ein Dachprofil gefordert wird.

138 Jahre dauerte es bis sich Jürgen Stehr – der für seine praxisnahen Entwicklungen bekannte "Baumaschinentüftler" aus dem hessischen Vogelsbergkreis – Gedanken darüber machte, dass da noch was besser gehen muss. Seine aktuelle Entwicklung ist das Knickplanierschild mit angebauter Aufreißvorrichtung als Anbaugerät für Traktoren ab 150 PS. Durch seine kompakte Bauweise ist es sogar autobahntauglich. Innerhalb von nur 14 Tagen wurde dieses Gerät von den Stehr-Spezialisten rechtzeitig zum Tag der offenen Tür aus dem Boden gestampft.

Das Besondere an dem von 2,5 auf 3,5m in der Breite verstellbaren und 2,2t schweren Stehr-Planierschild ist, dass es sich in sämtliche Stellungen verstellen lässt: Nicht nur die bei normalen Planierschildern bekannte Querverstellung und Neigung, auch ein in Fahrtrichtung offenes "V" ist möglich. Damit bleibt immer genügend Material vor dem Schild. Es lässt sich bereits mit einem Übergang ein sauberes Rinnen- oder Dachprofil, was im land- und forstwirtschaftlichen Wegebau oftmals gefordert ist, erstellen. Durch das schnellere Profilieren können einige Überfahrten eingespart werden. Mit der neuen Stehr-Erfindung wird der Stand der Technik neu definiert. Durch die an einem Trägergerät angebrachten Ausrüstungen lässt sich der gesamte Arbeitsablauf enorm kostengünstiger darstellen. An einem Trägergerät ist die 2150 kg schwere Planiervorrichtung mit direkt am Schild angebrachter, hydraulisch absenkbarer Aufreißvorrichtung heckseitig angebracht. Mit dieser Vorrichtung kann man vorher die Oberfläche bis zu 10 cm tief aufreißen und gleichzeitig mischen. Als Werkzeug bedient man sich der von Bodenstabilisierungsfräsen bekannten handelsüblichen Rundschaftmeißel. Durch das in Fahrtrichtung offene V-Schild bleibt immer genügend Material vor dem Schild. Ein ganz besonderer Effekt stellt sich ein, wenn in V-Stellung der Anlenkpunkt des Zugbalkens angehoben oder abgesenkt wird. Es lässt sich bereits mit einem Übergang ein sauberes Rinnen- oder Dachprofil erstellen, das im land- und forstwirtschaftlichen Wegebau oftmals gefordert ist. Durch das schnellere Profilieren kann zeitnaher mit dem an der Front des Traktors angebrachten Stehr-Plattenverdichter SBV 80 H 4 oder H 3 verdichtet werden. Somit werden in Zukunft mit dieser Kombination Unterhaltung und Pflege von Schotterstraßen enorm günstiger und viel schneller durchgeführt.

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