Karlsruhe (ABZ). – Für das neue InformatiKOM im Herzen von Karlsruhe hat Hauraton ein komplexes Entwässerungssystem entwickelt. Der neue Campusbereich des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) beherbergt unter anderem die Fakultät für Informatik, das Nationale Institut für Wissenschaftskommunikation und das Robot Design Atelier.
Die transparent gestaltete Architektur des InformatiKOM, entworfen von den Darmstädter Architekten Bernhardt + Partner, soll den Austausch zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit fördern. Auf mehr als 10.000 m² bietet das Gebäude moderne Lern-, Forschungs- und Tagungsflächen. Charakteristisch für das Gebäude ist sein lichtdurchlässiges Folienluftkissendach und die markante Fassade aus Aluminiumlamellen.
Um den Herausforderungen durch Starkregenereignisse gerecht zu werden, hat Hauraton laut eigenen Angaben rund 500 m verschiedener Rinnen zusammengestellt und einen Plan zur dezentralen Regenwasserbehandlung und natürlichen Versickerung des Niederschlags entwickelt. "Ziel war es, das Regenwasser vor Ort zu halten und sinnvoll für die Umwelt zu nutzen, anstatt es in die Kanalisation abzuführen und als Ressource zu verlieren", erklärt Projektmanager Thorin Oesterle von Hauraton.
Für die Umsetzung wurden vier Sickermulden mit einem Durchmesser von bis zu 2 m eingerichtet, ergänzt durch 240 Rigolenelemente mit einem Volumen von jeweils 75 m³. Diese Rigolen des Typs Drainfix Bloc sind nach Herstellerangaben speziell für die Versickerung und Rückhaltung großer Niederschlagsmengen konzipiert und halten selbst hohen Verkehrslasten stand. Ihre Ummantelung besteht aus einem Geotextil, welches unterirdisch das Einschwemmen von Feinpartikeln verhindert. In Zusammenarbeit mit den Projektpartnern bau+grün und Bauer Landschaftsarchitekten wurden in der Gesamtlösung diverse Rinnenstränge eingeplant, die das gesammelte Wasser um Gebäude und Platz herum zu den umliegenden Grünflächen führen sollen. "Sie fungieren als Rückhaltebecken und Versickerungsmulden", so Oesterle.
Ein weiteres Element der Entwässerungslösung ist der Einsatz wartungsarmer Filtersubstratrinnen. Ausgestattet mit dem Filtersubstrat Carbotec, bestehend aus einem speziellen Edelbrechsand mit hohem Carbonatgehalt, werden in ihnen Schadstoffe wie gelöste Schwermetalle und Feinstpartikel (AFS63) gebunden und zurückgehalten. "So können wir das Niederschlagswasser kontrolliert in die Rigolen tief unter der Freifläche einleiten", berichtet Willi Hildebrandt, Inhaber von Bauer Landschaftsarchitekten.