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Innovation in der Deckenschalung

Die Mayer Schaltechnik GmbH präsentierte auf ihrer Hausmesse das innovative Deckenschalungssystem klappMAX, das durch einfache Handhabung den Fachkräftemangel adressiert und Effizienz auf Baustellen steigert.

Von ABZ
Auf der Hausmesse steht das neueste Produkt im Fokus
Der Gastgeber veranstaltet eine Live-Challenge während der Hausmesse. Wer kann den klappMax am schnellsten auf- und abbauen? | Fotos: Cornelia Rachow

Bergrheinfeld . – Zur Hausmesse hat vor Kurzem die Mayer Schaltechnik GmbH ins Stammhaus nach Bergrheinfeld eingeladen. Welche Neuerungen der Hersteller zu bieten hat und wie die bewährten Elemente bei den Besuchern Anklang finden, hat sich ABZ-Redakteurin Cornelia Rachow vor Ort angesehen.

Mit dem klappMAX hat die Mayer Schaltechnik GmbH ein neues Deckenschalungssystem entwickelt, das sowohl für Ortbeton- als auch für Fertigteildecken eingesetzt werden kann. Das System soll den Fachkräftemangel in der Baubranche durch vereinfachte Handhabung und reduzierten Personalaufwand ausgleichen. Umso weniger verwunderlich war es, dass die Besucher dieses neue Produkt ganz genau unter die Lupe nahmen. Unter den Besuchern versammelte sich ein bunter Mix aus Kunden, Partnern und Branchenkollegen.

Das klappMAX-System basiert auf einer kompakten Schalbox, die laut Hersteller alle benötigten Komponenten für bis zu 30 Quadratmeter Schalfläche enthält. Die Schalbox lässt sich per Kran, Stapler oder eigenem Fahrwerk platzieren. Mit Außenmaßen von unter 210 Zentimetern Höhe, 80 Zentimetern Breite und 165 Zentimetern Länge passt sie durch jede gängige Türöffnung im Rohbau. "Dies war unter anderem eine der Hauptanforderungen bei der Entwicklung", betonte Michael Tschenett, Vertriebsleiter bei Mayer Schaltechnik.

Der zentrale Mechanismus des Systems besteht aus ausklappbaren Trägern, die durch Gasdruckfedern unterstützt werden. Mittels nur einem Mitarbeiter kann per Kurbel das Trägersystem ausgefahren sowie die Auszugslängen entsprechend den Anforderungen angepasst werden. Die Höheneinstellung erfolgt per Akku-Schrauber. Für Fertigteildecken bietet das System Standardhöhen von 213 bis 366 Zentimetern, die durch Unterstockung um weitere 50 bis 100 Zentimeter ergänzt werden können.

Bei Ortbetondecken erreicht der Höhenbereich sogar 225 bis 378 Zentimetern – hinzu kommen optional Unterstockung plus Schalhautstärke. Das System ist patentrechtlich von Mayer Schaltechnik geschützt.

Maximale Jochlänge beträgt sieben Meter

Im Fertigteilbereich arbeitet das klappMAX-System mit einem Doppeljoch für 80 bis 90 Prozent der Fläche. Die maximale Jochlänge beträgt sieben Meter bei einem Jochabstand von 1,4 Metern, was gesamt einer Schalfläche von ungefähr 20 Quadratmetern entspricht. Optional lässt sich ein drittes Joch für weitere zehn Quadratmeter Schalfläche ergänzen.

Für Ortbetondecken kann die Schalbox mit Aluträgern des Typs TITAN 120/250 oder optional mit kundeneigenen H20 Trägern bestückt werden. Der Querträgerabstand beträgt weniger als 30 Zentimeter, wodurch die Schalhaut gemäß den Sicherheitsstandards von oben belegt werden darf. Das System der Mayer Schaltechnik ermöglicht eine einfache Raumanpassung.

"Wir haben einen Kundenbeirat", erläuterte Geschäftsführer Bernhard Mayer zur Entstehung des klappMAX. Die Entwicklung erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Kundenbeirat (KDB). Dieser wurde im Frühjahr 2008 in Zusammenarbeit mit Kunden gegründet. Er besteht aus Entscheidungsträgern sowie autorisierten Fachkräften diverser Bauunternehmen mit unterschiedlichen Strukturen. Treffen für den intensiven Ideenaustausch finden ein bis zweimal pro Jahr statt. Mit dem Ziel, Themen des Schalungsbaus und darüber hinaus zu behandeln. Der Kundenbeirat besteht aus aktuell 36 engagierten Mitgliedern.

Komplexere Aufgabenstellungen werden in vorselektierten Arbeitskreisen ausgearbeitet und anschließend in der "Vollversammlung" präsentiert.

Monatelange Praxiserfahrungen bestätigen die Effizienz

Einer dieser Arbeitskreise war während der jahrelangen Entwicklung des klappMAX federführend. Der Arbeitskreis Deckenschalung umfasste unter anderem ein Gremium um Josef Ascher von der Fröschl AG & Co KG, Werner Feihl von der Klebl GmbH, Michael Fuchs von der Adolf Lupp GmbH & Co KG und Horst Köhler von der Karl Köhler GmbH. Die Idee für das System entstand aus der Vision "Baustelle der Zukunft" – mit dem Wunsch nach einem System, das sich wie eine Tischtennisplatte auseinander- und zusammenklappen lässt.

Monatelange Praxiserfahrungen bestätigen die Effizienz des klappMAX. Harald Adelhardt, Oberpolier bei Züblin, nutzt das System seit über einem Jahr: "Der Bedarf an Einzelteilen hat sich auf ein Minimum reduziert". Weiter lobte er: "Wir sparen deutlich Zeit". Wie sich diese Zeitersparnis genau darstellt, begeisterte die Besucher dann bei einer Live-Challenge während der Hausmesse. Michael Seit, Polier bei der Firma Riedel Bau AG aus Schweinfurt, demonstrierte eindrucksvoll, was an Geschwindigkeit mit dem neuen klappMAX System zeitlich möglich ist. Ihm gelang die Montage einer klappMAX Schalbox spielerisch in 3 Minuten und 23 Sekunden.

"Wir sind bereits in der Serienproduktion eines Systems, welches weltweit einzigartig ist", erläutert Michael Tschenett. "klappMAX ist das Ergebnis von Jahren intensiver Arbeit, innovativen Denkansätzen und einer engen Zusammenarbeit mit Experten aus der Praxis", sagt Marion Mayer-Sorgo, Geschäftsführerin für Marketing und Vertrieb.

Die Schalbox lässt sich zusammenklappen

Nach Angaben des Herstellers entfällt durch den klappMAX das aufwendige Suchen und Sortieren von Einzelteilen auf der Baustelle. Nach dem Betonieren und Ausschalen lässt sich die Schalbox zusammenklappen und mühelos zum nächsten Einsatzort transportieren. Dies optimiert die Logistik und minimiert Verluste sowie Beschädigungen. Bei einer durchaus typischen Vorhaltung von 300 Quadratmetern, rechnet der Hersteller mit 85 Prozent Standard-Klapptischen, 10 Prozent Klapptisch-Auszügen und 5 Prozent bauseitigen Ergänzungen.

"Auf der Leiter sollte möglichst gar nicht mehr gearbeitet werden", moniert Walter Siegler von Mayer Schaltechnik und betont die Arbeitssicherheit. Dabei verweist er allerdings auch auf das bewährte miniMAX Aluträger-System für Filigran-Decken.

Bezüglich der Wirtschaftlichkeit ergänzt er: "Aluträger halten ewig. Bereits nach wenigen Einsätzen amortisiert sich die Investition." Bei der Unterstützung von Filigran-Decken mit herkömmlichen Methoden wie H20-Trägern wird es dem Anwender vor Ort überlassen, in welchen Abständen er die Deckenstützen positioniert.

Diese Praxis führt nach Angaben von Mayer Schaltechnik oft zu einer ungenauen Planung, da keine eindeutige Vorgabe zur Platzierung der Stützen vorliegt. In vielen Fällen wird eine übermäßige Anzahl an Deckenstützen verwendet, oft doppelt so viele wie statisch notwendig.

Anordnung und Reduktion der benötigten Deckenstützen

Das System miniMAX arbeitet mit einem vorgegebenen Raster zur Platzierung der Deckenstützen und nutzt die maximale Belastung der Stützen aus.

Das System ist laut Hersteller kompatibel mit unterschiedlichen Deckenschalungs- und Deckenrandschalungs-Methoden. Die Anordnung und Reduktion derbenötigten Deckenstützen vereinfacht den Bauprozess erheblich. Das 1992 als regionaler Schalungshändler gegründete Unternehmen entwickelte weitere Systemlösungen für unterschiedliche Anwendungsbereiche. Zu den Eigenentwicklungen zählen die Stützenschalung PAX HD, das Aluträger-System miniMAX sowie die Teleskop-Schalung PRIMAX, die Rahmenschalung ultraMAX, die Betonierbühne sigeMAX und natürlich die Weltneuheit klappMAX.

Während der Hausmesse standen allerdings nicht nur die eigenen Produkte im Fokus – auch der Faktor Mensch wurde entsprechend gewürdigt. So war es keine reine Schau des Portfolios, sondern eine Kombination aus Fachsimpeln, Freude und Familienausflug.

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