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Selbstaufrichtender Portalkran

Mammoet warnt vor Platzmangel bei Raffineriewartung, nutzt den selbstaufrichtenden Portalkran FOCUS30 mit 356 t für schnellen, sicheren Reaktorkopf-Austausch.

Von ABZ
Bei Wartung an Raffinerie
Bei Wartungsarbeiten in der Fawley-Raffinerie von ExxonMobil in Großbritannien hat Mammoet seinen selbstaufrichtenden Portalkran FOCUS30 für den Austausch eines Reaktorkopfes eingesetzt. | Foto: Mammoet

Southampton/England (ABZ). – Bei Wartungsarbeiten in der Fawley-Raffinerie von ExxonMobil in Großbritannien hat Mammoet seinen selbstaufrichtenden Portalkran FOCUS30 für den Austausch eines Reaktorkopfes eingesetzt.

Laut Angaben des Herstellers benötigte der Kran für die 356 t schwere Last weniger Zeit als vergleichbare Geräte und beanspruchte dabei eine Grundfläche von nur 34 x 42 m.

Die zunehmende Verdichtung von Raffinerien stellt Wartungsunternehmen vor wachsende Herausforderungen. Bestehende Anlagen müssen oft auf derselben Grundfläche erweitert werden, wodurch der verfügbare Platz für Kranarbeiten schrumpft. Gleichzeitig führen ungeplante Stillstandszeiten zu erheblichen Kosten.

Der FOCUS30 unterscheide sich von herkömmlichen Raupenkränen durch seine vertikale Montage. Die Auslegersektionen werden wie Patronen übereinander eingefügt und angehoben, um Platz für das nächste Element zu schaffen.

Diese Bauweise ermöglicht laut Mammoet eine schnellere Montage und erfordert keine horizontale Auslegung des Auslegers.

Vollständiger 3D-Scan der Raffinerie

"Die Montage des FOCUS30 dauert etwa drei bis vier Wochen. Ein schwerer Raupenkran hätte dagegen rund fünf Wochen benötigt", erklärt Koen Totté, Sales Manager bei Mammoet.

Zusätzlich hätte bei einem Raupenkran der Ausleger über die aktiven Rohrleitungen montiert werden müssen, was zeitaufwendig und risikoreich gewesen wäre.

Für die Projektplanung führten die Ingenieure von Mammoet einen vollständigen 3D-Scan der Raffinerie durch. Mit der hauseigenen Planungssoftware Move3D erstellten sie eine Visualisierung des Projekts, um die Positionierung des Portalkrans zu optimieren.

Geringer Abstand zu einer Absorptionskolonne

Die 3D-Technologie ermöglichte es laut Beteiligten, potenzielle Kollisionen in der dicht gepackten Anlage zu identifizieren. Aufgrund der geringen Abstände zu einer Absorptionskolonne war eine Genauigkeit erforderlich, die mit herkömmlichen 2D-Planungsmethoden nicht erreichbar gewesen wäre.

Mammoet entwickelte einen speziellen Hebeträger, der durch den oberen Stutzen des Reaktorkopfes eingeführt und an dessen Innenseite befestigt wurde. Der Träger verfügte über zwei große Hebepunkte, die den Reaktorkopf von innen trugen und einen sicheren Griff während des Hebevorgangs gewährleisteten.

Einfache Bewegung des Ballasts

Der FOCUS30 wurde mit einem teilbaren Superlift-System von 900 t und 400 t Sektionen konfiguriert. Dies ermöglichte eine schnelle und einfache Bewegung des Ballasts, ohne dass der Kran mit der Last über aktive Rohrleitungen schwenken musste.

Ein weiterer Vorteil des FOCUS30 liegt laut Hersteller in seiner Windresistenz.

Während herkömmliche Raupenkräne bei Windgeschwindigkeiten von etwa 16 m/s ihren Ausleger absenken müssen, kann der Portalkran durch seine Sturmankerung an den eigenen Abstützungen Bedingungen standhalten, die mehr als doppelt so stark sind.

Der FOCUS30 verfügt über ein Lastmoment von 30.000 mt bei einer Grundfläche, die laut Hersteller nur ein Sechstel der Fläche vergleichbarer Raupenkrane entspricht.

Bereits 2006 hatte Mammoet an derselben Raffinerie einen Regenerator mit einem PT50-Ringkran ausgetauscht, doch die weitere Verdichtung der Anlage machte den Einsatz des platzsparenderen FOCUS30 erforderlich. Die Projektbeteiligten waren mit der Abwicklung und der Absprache untereinander vollumfänglich zufrieden.

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