Hamburg/Leinfelden-Echterdingen (ABZ). – Daimler Truck, MB Energy und Kawasaki Heavy Industries haben eine gemeinsame Entwicklungsvereinbarung zum Aufbau einer Lieferkette für verflüssigten Wasserstoff nach Europa über den Hamburger Hafen unterzeichnet.
Die Vereinbarung wurde im Rahmen des Hamburger Hafengeburtstags geschlossen. Nach Angaben der Unternehmen sollen im Rahmen der Zusammenarbeit Studien zur Entwicklung einer wirtschaftlich tragfähigen Lieferkette für verflüssigten Wasserstoff durchgeführt werden.
Ziel sei es, den kommerziellen Betrieb für die Versorgung mit Wasserstoff und verflüssigtem Wasserstoff Anfang der 2030er Jahre aufzunehmen.
Die Vereinbarung baut laut den Beteiligten auf einer bereits bestehenden Absichtserklärung zum Aufbau einer deutsch-japanischen Wasserstoff-Lieferkette auf. Darüber hinaus soll die internationale Zusammenarbeit im Bereich wasserstoffbezogener Infrastruktur ausgebaut werden.
Nach Angaben der Unternehmen kommt dem Hamburger Hafen eine zentrale Rolle als Energie-Hub für Europa zu. MB Energy bringt dabei laut eigener Aussage Erfahrungen in den Bereichen Kraftstoffbeschaffung, Handel und Logistik sowie ein bestehendes Tankstellennetz in die Kooperation ein.
Dazu zählt auch die geplante Umrüstung von Standorten an Logistikdrehscheiben für den Fernverkehr auf Flüssigwasserstoff.
"Wasserstoff kann zu einem zentralen Treiber der europäischen Energiewende werden, und Hamburg ist ideal positioniert, um Deutschlands wichtigstes Eingangstor zu werden", sagte Volker Ebeling, Senior Vice President New Energy, Storage & Infrastructure bei MB Energy.
Weiter erklärte er: "Wir kombinieren die Infrastruktur von MB Energy, unser Tankstellennetz und unsere Handelskompetenz mit Daimler Trucks im Bereich wasserstoffbetriebener Lkw der nächsten Generation sowie Kawasakis Pioniertechnologien für Speicherung und den Transport von Wasserstoff. Gemeinsam arbeiten wir am Aufbau eines skalierbaren internationalen Wasserstoff-Importkorridors für Europa."
Daimler Truck verfolgt nach eigenen Angaben bei der Dekarbonisierung des Verkehrs einen technologieoffenen Ansatz mit batterieelektrischen und wasserstoffbetriebenen Antrieben. Das Unternehmen plant, ab Ende 2026 insgesamt 100 Brennstoffzellen-Lkw mit Flüssigwasserstoffantrieb bei Kunden in Betrieb zu nehmen. Die Serienproduktion wasserstoffbetriebener Brennstoffzellen-Lkw ist laut Hersteller für die frühen 2030er Jahre vorgesehen.
"Die Skalierung von wasserstoffbetriebenen Lkw in Europa im kommenden Jahrzehnt wird nur möglich sein, wenn eine zuverlässige und wettbewerbsfähige Versorgung mit flüssigem Wasserstoff sichergestellt ist", sagte Manfred Schuckert, Leiter Regulatory Strategy bei Daimler Truck.
Er ergänzte: "Diese Vereinbarung ist von zentraler Bedeutung, da sie wichtige Partner zusammenbringt, um gemeinsam eine Lieferkette für verflüssigten Wasserstoff nach Europa zu untersuchen und zu gestalten – mit klarem Fokus auf Machbarkeit, Skalierbarkeit und langfristige Wirkung."
Kawasaki Heavy Industries will im Rahmen der Kooperation Technologien für Wasserstoff-Verflüssigungsanlagen, Speicher für Flüssigwasserstoff sowie Transportschiffe für LH2 einbringen. Nach Angaben des Unternehmens sollen damit internationale Lieferketten für verflüssigten Wasserstoff aufgebaut werden.
"Kawasaki Heavy Industries begrüßt diese auf Hamburg ausgerichtete Initiative als wichtigen Schritt beim Aufbau einer Wasserstoff-Lieferkette zwischen Japan und Deutschland", sagte Kei Nomura, Executive Officer und General Manager der Hydrogen Strategy Division von Kawasaki Heavy Industries.
Die Partner verfolgen nach eigenen Angaben das Ziel, Transportwege von potenziellen Wasserstoff-Erzeugerländern nach Deutschland aufzubauen und damit die Nutzung von Wasserstoff in Industrie und Schwerlastverkehr zu unterstützen.